Sexuelle Belästigung Vorwürfe gegen Regisseur Luc Besson

Im Mai hatte die Schauspielerin Sand Van Roy den französischen Regisseur Luc Besson wegen Vergewaltigung angezeigt. Nun melden sich drei Frauen zu Wort - sie werfen ihm sexuelle Übergriffe vor.

Luc Besson auf der Berlinale
REUTERS

Luc Besson auf der Berlinale


Er soll Zungenküsse erzwungen, Frauen auf seinen Schoß gezogen, sie zum Oralsex aufgefordert haben. Die Vorwürfe gegen Luc Besson, die das französische Nachrichtenportal "Mediapart" in einer umfangreichen Recherche veröffentlicht hat, wiegen schwer.

Bereits vor sieben Wochen hatte die Schauspielerin Sand Van Roy dem "Rausch-der-Tiefe"-Regisseur Besson angezeigt. Er habe sie während eines Treffens in einem Pariser Hotel am 10. Mai unter Drogen gesetzt und vergewaltigt. Im Rahmen einer polizeilichen Untersuchung waren damals jedoch keine Spuren einer chemischen Substanz in Van Roys Blut gefunden worden. Besson bezeichnete die Aussage nach Auskunft seines Anwalts Thierry Marembert als "Anschuldigungen aus dem Reich der Fantasie".

Jetzt erheben drei Frauen gegen den 59 Jahre alten Regisseur und Produzenten Vorwürfe. Sie kommen in dem ausführlichen Artikel von "Mediapart" anonym zu Wort: Eine heute 49-Jährige, die von 2000 bis 2005 für Besson als Castingdirektorin gearbeitet hat, wirft ihm vor, sie mehrmals begrapscht und gegen ihren Willen geküsst zu haben. Er habe sie zudem aufgefordert, sich auf seinen Schoß zu setzen. Auch soll er sie im Beisein anderer zum Oralsex aufgefordert haben. Sie habe sich bereits an die Pariser Staatsanwaltschaft gewandt.

"Man konnte nie entspannen"

Eine Schauspielerin sagte dem Nachrichtenportal, das von ehemaligen "Le Monde"-Journalisten gegründet wurde, Besson habe sich bei Treffen in Hotelzimmern auf sie geworfen. Ähnliche Vorfälle soll es auch in Bessons Firma Europa Corp. gegeben haben: Eine Mitarbeiterin berichtete, dass der Regisseur sie angefasst, geküsst und zum Sex aufgefordert habe. "Er hat es sich angehört, wenn man 'Nein' gesagt hat, aber man konnte nie entspannen, weil man befürchtet, er würde es wieder tun. Und jedes Mal ging er ein Stück weiter", zitiert "Mediapart" die ehemalige Europa-Corp.-Mitarbeiterin.

Besson, der unter anderem mit "Im Rausch der Tiefe" von 1988 und "Léon - Der Profi" von 1994 bekannt wurde und zuletzt den Comic-Klassiker "Valerian" verfilmte, bestreitet alle Vorwürfe, wie "Mediapart" schreibt.

brs/afp

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