Box Office Alle lieben "Lucy"

Scarlett Johansson als Science-Fiction-Heldin zieht offenbar: Mit ihr als Star schafft es der neue Film von Luc Besson direkt auf Platz eins der deutschen Kinocharts. In den USA verteidigt "Teenage Mutant Ninja Turtles" die Spitze.

Scarlett Johansson in "Lucy": Luc Bessons Film erobert die deutschen Kinos
Universal Pictures

Scarlett Johansson in "Lucy": Luc Bessons Film erobert die deutschen Kinos


USA

1. Gewinner der Woche

Retro-Gefühle und Nerd-Action: Das sind in diesem Kinosommer offenbar die Methoden, um das US-Publikum im großen Stil in die Säle zu locken. Mit der Neufassung von "Teenage Mutant Ninja Turtles" fühlen sich nicht nur die Kinder von heute angesprochen, die die Schildkröten aus der CGi-Trickserie bei Nickelodeon kennen, sondern auch ältere Semester, die einst schon die Realfilme in den Neunzigern oder die Comics in den Achtzigern schätzten. Produzent Michael Bay dürfte sich über die 28,4 Millionen Dollar, die der Film an seinem zweiten Kinowochenende einspielte, sehr freuen - immerhin verteidigte er damit den ersten Platz.

Auf dem zweiten Platz hält sich mit "Guardians of the Galaxy" die Verfilmung einer Marvel-Serie, der viele eigentlich nur eine Randposition im Comic-Universum zugebilligt hätten. Doch mit weiteren 24,7 Millionen Dollar ist die Gesamtbilanz schon auf über 222,3 Millionen angewachsen - damit ist "Guardians" schon die Nummer sechs der erfolgreichsten Filme des Jahres.

2. Verlierer der Woche

Auf den Kinoplakaten stehen die Actionhelden dicht an dicht: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Arnold Schwarzenegger, Wesley Snipes, Antonio Banderas, Mel Gibson, Harrison Ford - und viele mehr. Doch geholfen hat es nicht: "The Expendables 3" spielt zum Kinostart nur 16,2 Millionen Dollar ein und ist damit auf Rang vier noch nicht einmal der am besten angelaufene Film der Woche: Diese Ehre wurde der Komödie "Let's Be Cops" zuteil, in der die aus der TV-Serie "New Girl" bekannten Jake Johnson und Damon Wynans jr. sich aus Spaß als Polizisten ausgeben.

3. Zahl der Woche

Top Ten für "Boyhood": Richard Linklaters sensationelle Langzeitstudie findet in angemessen gemächlichem Tempo stetig sein Publikum. Sechs Wochen nach der Premiere läuft der Film in 771 Kinos (zum Vergleich: "Turtles" hat 3845 Abspielstätten in den USA und Kanada) und schafft es mit einem Kassenumsatz von 2,15 Millionen Dollar erstmals unter die zehn erfolgreichsten Filme des Wochenendes.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Nur eine Woche regierte der "Planet der Affen" die deutschen Kinocharts, nun gibt es eine neue Herrscherin: "Lucy". Scarlett Johansson spielt die Drogenschmugglerin, die zu Superfähigkeiten kommt. Ihre Geschichte, verfilmt vom französischen Star-Regisseur Luc Besson, startet in den deutschen Kinos durch und erobert mit 455.000 Zuschauern mühelos Platz eins der Charts. Die Fortsetzung der Primatenstaat-Saga "Planet der Affen: Revolution" hat mit 260.000 Besuchern das Nachsehen und kommt auf Platz zwei.

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Action-Film "Lucy": Scarlett, das Superweib
2. Verlierer der Woche

Wer die Kinderabteilung eines beliebigen Kaufhauses betritt, wird feststellen, dass die lebendigen Autos aus Disneys "Cars"-Filmen in Kindergartenkreisen immer noch hoch im Kurs stehen. Doch der Spin-off "Planes" konnte nie so ganz an die Erfolge der Auto-Animation anknüpfen - und als Fortsetzung kommen die Flugzeuge so gar nicht nach oben in den Kinocharts: Platz sechs mit 145.000 verkauften Tickets ist enttäuschend für "Planes 2: Immer im Einsatz".

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Es ist wahrscheinlich doch nicht der letzte Film des britischen Großmeisters: Regisseur Ken Loach hat im SPIEGEL-ONLINE-Interview seine frühere Aussage zu "Jimmy's Hall" relativiert. Dennoch waren der Geschichte über den irischen Sozialisten Jimmy Gralton immerhin rund 10.000 Zuschauer vergönnt, was für Platz 17 in den Kinocharts reichte. Doch ob Abschied von der Leinwand oder nicht: Ob so starkes, politisch engagiertes Kino nicht noch mehr Resonanz finden könnte?

feb

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insgesamt 4 Beiträge
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denkpanzer 18.08.2014
1. Lucy
Mit Lucy hat Besson seinen dümmsten Film seit langem gedreht. Die Story ist so hirnrissig, da kommt man als denkender Mensch einfach nicht mit. Schade, Effekte sind top, Soundtrack sehr gut, Johansson sehr engagiert, es bleibt trotzdem diese dämliche Story.
TICKundTOOF 18.08.2014
2. Lucy ist Crank in schlecht
Lucy ist leider nicht das, was es hätte sein können. Oder das Genre ist mit Crank schon ausgelutscht, wobei Crank wenigstens richtig trashig war. Lucy ist irgendwie etwas von allem, aber viel zu wenig. Etwas Crank, etwas Matrix, etwas Ballern... etwas langweilig. Die Trailer haben mehr versprochen. Eine IMDB Wertung von 6,5 sagt eigentlich schon viel. Nicht richtig schlecht, nicht gut. Fürs Kino OK. Gibt besseres.
slusho 18.08.2014
3. Crank?
Nicht, dass Lucy eine Verteidigung bräuchte. Der Film läuft prima, und Luc Besson dürfte es mittlerweile egal sein, dass man seine Filme für doof hält. Aber Crank? Das ist doch drei Ligen unterhalb von Lucy. Das Vorbild für Lucy ist doch offensichtlich 2001 von Kubrick, in dem die nächste Evolutionsstufe der Menschheit thematisiert wird.
perpetualis 20.08.2014
4. So schlecht?
Sorry, so schlecht fand ich den Streifen gar nicht - Unterhaltung auf Höhe der Zeit halt. Wer sich an etwas stören möchte, der möge die Morgan Freeman in den Mund gelegten Worthülsen und pseudowissenschaftlichen Statements kritisieren. Außerdem ist der Film erstaunlich kurz. Und, nebenbei: Scarlett Johannsen zieht halt immer (solange sie so attraktiv bleibt). Mir persönlich lieber, als die 100ste Comicverfilmungsfortsetzung.
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