Box Office "Gone Girl" lockt die Erwachsenen ins Kino

David Fincher hat es geschafft, dass seine Romanverfilmung "Gone Girl" ein Gesprächsthema in den USA ist. Die Belohnung: eine zweite Woche auf Platz eins der Kinocharts. In Deutschland kann sich die Komödie "Männerhort" knapp behaupten.

Nick Dunne (Ben Affleck) sucht nach seiner Frau Amy (Rosamunde Pike): "Gone Girl" fasziniert das US-Publikum
20th Century Fox

Nick Dunne (Ben Affleck) sucht nach seiner Frau Amy (Rosamunde Pike): "Gone Girl" fasziniert das US-Publikum


USA

1. Gewinner der Woche

Jugendliche Zuschauer (unter 17) nur mit Erziehungsberechtigten: Dafür steht die "R"-Bewertung der Filmproduktionsgesellschaften in der US-Entsprechung zum hiesigen FSK-Jugendschutz-Verdikt. Dass ein Film mit einer "R"-Bewertung ganz vorne in der amerikanischen Kinocharts landet, ist eher selten - noch seltener ist, dass er den Spitzenplatz auch noch verteidigt. Seit "Shutter Island" von Martin Scorsese 2010 ist das keinem anderen Film gelungen - bis jetzt der vieldiskutierte Thriller "Gone Girl" kam.

Mit überzeugenden 26,8 Millionen Dollar Kassenumsatz verteidigte David Finchers Filmversion des erfolgreichen Romans von Gillian Flynn den ersten Platz vor mehreren vielversprechenden Neustarts; von denen hielt sich die Horror-Romanze "Dracula Untold" mit 23 Millionen Dollar auf Platz zwei ebenso achtbar wie die drittplatzierte Familienkomödie "Alexander and the Terrible, Horrible, No Good, Very Bad Day", die 19 Millionen Dollar in die Kassen brachte.

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"Gone Girl" mit Ben Affleck: Wer hat hier wen auf dem Gewissen?

2. Verlierer der Woche

Erst enttäuschte der Justizthriller "The Judge" beim Festival von Toronto das angereiste Fachpublikum, nun bleibt der Film trotz Stars wie Robert Downey Jr. und Robert Duvall auch beim Publikum hinter den Erwartungen zurück: Mit 13 Millionen Dollar Einspiel kam der in Deutschland als "Der Richter. Recht oder Ehre" jetzt anlaufende Film nur auf Rang fünf.

3. Zahl der Woche

72 Prozent Afroamerikaner, 82 Prozent weiblich - diese Zuschaueranteile filterten die Marktforscher dem Fachmagazin "Variety" zufolge zum Erotikthriller "Addicted" heraus - ein Überraschungserfolg. Der Film über eine Frau, die aus den Fesseln ihrer Ehe ausbricht, startete in nur 846 Kinos - und dass ein Film mit weniger als tausend Abspielstätten den Sprung in die Top Ten schafft, ist selten. Für "Addicted" reichten 7,6 Millionen Dollar zum siebten Platz.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Ziemlich knapp geht's an der Spitze der deutschen Kinocharts zu. Letztendlich schaffte es das Komödianten-Trio Christoph Maria Herbst, Elyas M'Barek und Detlev Buck mit seinem "Männerhort" Platz eins zu verteidigen. 210.000 Zuschauer wollten die deutsche Komödie nach Angaben der GFK Entertainment sehen - für den Action-Thriller "The Equalizer" mit Denzel Washington in der Hauptrolle entschieden sich hingegen 205.000 Kinogänger - was immerhin locker für den besten Neustart und Platz zwei reichte. Auch die Verantwortlichen hinter "Annabelle" konnten zufrieden sein: Das Prequel zum Horrorfilm "Conjuring" konnte dessen Startergebnis von 2013 einstellen - wieder Platz fünf, diesmal sogar mit 103.000 Zuschauern (damals 84.362 am ersten Wochenende).

2. Verlierer der Woche

Ja, gut: Auch "Mein Freund, der Delfin 2" hat mehr Zuschauer gefunden als der erste Teil. Doch war am Wochenende die Konkurrenz auf dem Markt der kindertauglichen Filme ziemlich mäßig - da hätte schon mehr als Platz acht mit 55.000 Zuschauern herausspringen können für den Film, in dem Stars wie Ashley Judd, Kris Kristofferson oder Morgan Freeman auftreten.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

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Biopic "Get On Up": "Anders kann man nicht leben"
Mag schon sein, dass James Brown in Deutschland nicht so flächendeckend bekannt ist wie in den USA. Aber dennoch ist "Get On Up", das Biopic über die Karriere des virtuosen Funk-Sängers, unbedingt lohnend. Regisseur Tate Taylor ("The Help") hatte dabei das Vertrauen von Mick Jagger, der den Film koproduzierte. Am ersten Wochenende wollten nach Angaben von "Blickpunkt:Film" 11.000 Zuschauer mehr über den Schöpfer von "Sex Machine" erfahren - nur Platz 18 in den Charts.

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