Mafia-Streifen "Gomorrha" räumt beim Europäischen Filmpreis ab

Großer Erfolg für "Gomorrha": Der Mafia-Film von Regisseur Matteo Garrone ist beim Europäischen Filmpreis gleich fünfmal ausgezeichnet worden. Die deutschen Teilnehmer gingen dagegen fast leer aus.


Kopenhagen - Der italienische Film "Gomorrha" über die Mafia in Neapel hat beim Europäischen Filmpreis in Kopenhagen mit 5 der 15 Preise regelrecht abgeräumt. Neben dem Hauptpreis für den europäischen Film 2008 wurden als bester Regisseur und Toni Servillo als bester Schauspieler ausgezeichnet. Servillo erhielt die Auszeichnung außerdem für seine Hauptrolle in "Il Divo" ("Der Star").

Regisseur Matteo Garrone beim Europäischen Filmpreis: 5 von 15 Preisen für "Gomorrha"
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Regisseur Matteo Garrone beim Europäischen Filmpreis: 5 von 15 Preisen für "Gomorrha"

Zum Auftakt der Verleihung hatte "Gomorrha" auch den Preis für das beste Drehbuch und Kameramann Marco Onorato für die beste Kameraführung gewonnen. Der Streifen über die organisierte Kriminalität der Camorra nach dem Buch von Roberto Saviano war für 10 der insgesamt 15 Preise nominiert. Der Buchautor konnte an der Veranstaltung in der dänischen Hauptstadt aus Sicherheitsgründen nicht teilnehmen, weil die kriminellen Gruppen ihm mit Mord drohen.

Im vergangenen Jahr hatte der Film "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu den Europäischen Filmpreis gewonnen. Der seit 1988 vergebene Preis ging davor 2006 an "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck und 2004 Fatih Akins "Gegen die Wand" sowie 2003 "Good Bye, Lenin!" von Wolfgang Becker.

In Kopenhagen dagegen blieben Preise für Deutsche Mangelware. Lediglich der in Deutschland geborene und in Großbritannien lebende Komponist Max Richter wurde für die Musik zu "Waltz With Bashir" von Ari Folman geehrt. Ursula Werner, Hauptdarstellerin aus Andreas Dresens "Wolke 9", musste sich in der Konkurrenz um den Preis als beste Schauspielerin Kristin Scott Thomas geschlagen geben, die für ihre Rolle in "Il Y A Longtemps Que Je T'Aime" geehrt wurde.

Den Publikumspreis bei der 21. Verleihung der europäischen Filmpreise bekam "Harry Potter und der Orden des Phönix". Der Film von Regisseur David Yates war die fünfte Verfilmung der Potter-Romane von Joanne K. Rowling.

Die britische Schauspielerin Judi Dench erhielt einen Ehrenpreis für ihr Lebenswerk. Ebenfalls einen Ehrenpreis bekamen die dänischen Regisseure Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Søren Krag Jacobsen und Kristian Levring für ihr "Dogma"-Manifest aus dem Jahr 1995.

Durch die Gala mit etwa 1500 Gästen führt der dänische Moderator und Journalist Mikael Bertelsen. Unter den Gästen waren auch Kronprinz Frederik und Kronprinzessin Mary von Dänemark und Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen.

tno/dpa/ddp

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