Max-Ophüls-Preis Woschitz gewinnt mit "Universalove"

Der diesjährige Gewinner des Max-Ophüls-Preises kommt aus Österreich: Regisseur Thomas Woschitz wurde in Saarbrücken für seinen Spielfilm "Universalove" ausgezeichnet.


Saarbrücken - Woschitz nehme die Zuschauer "mit auf eine große Reise und wirft an allen Schauplätzen einen lebensklugen Blick auf die Liebe, auf die Verwirrungen, die Verrücktheiten und Vergeblichkeiten der Liebe", heißt es in der Begründung der Jury zur feierlichen Preisverleihung am Samstagabend in Saarbrücken. In seinem Episodenfilm der in Brasilien, Belgrad, Tokio, Luxemburg und New York spielt, entwickle der Regisseur in "seinem virtuos verschränkten Episodenfilm aus der Ästhetik der Musikvideos eine junge, eigensinnige Erzählweise".

In dem gut 80 Minuten langen Film erzählt der 1968 in Klagenfurt geborene Woschitz von der Liebe, die sich in jedem Moment an jedem Ort auf der Erde ereignet. Die Episoden rund um das älteste Thema der Welt spielen unter anderem in Tokio, wo ein schüchterner Japaner um das Objekt seiner Begierde ringt oder in Luxemburg, wo ein Geschäftsmann seine Gefühle für einen Homosexuellen entdeckt. Der Streifen hatte auf dem Festival seine deutsche Erstaufführung erlebt.

Insgesamt 15 Langfilme konkurrierten seit Montag um den mit 18.000 Euro dotierten Max-Ophüls-Preis. Daneben wurden in zahlreichen anderen Kategorien insgesamt zwölf Auszeichnungen vergeben. Das 1980 von der Stadt Saarbrücken begründete einwöchige Festival gilt unter Experten als eines der wichtigsten Foren für den deutschsprachigen Nachwuchsfilm. In der Festival-Jury für die wichtigsten Kategorien Lang- und Kurzfilm saßen Schauspieler Ulrich Noethen, die Journalistin Christiane Peitz, die Produzentin Gloria Burkert, die Filmagentin Uschi Keil und der Vorjahresgewinner des Max-Ophüls-Preises, Regisseur André Erkau. Insgesamt wurden im Rahmen des Wettbewerbs zwölf Preise von verschiedenen Jurys vergeben.

Schauspieler Sergej Moya erhielt für seine Rolle in Olav Fehlings Film "Kronos. Ende und Anfang" den Preis für den besten Nachwuchsdarsteller. Er habe die Tragik des Vater-Sohn-Konfliktes facettenreich und psychologisch genau dargestellt, begründete die Jury ihr Urteil. Den Preis für die beste weibliche Darstellerin erhielt Irina Potapenko, die nach Meinung der Juroren natürlich und mit Präzision im Film "Revanche" eine Prostituierte verkörpere, ohne gängige Klischees zu bedienen. Der Kurzfilmpreis ging an "Schautag" von Marvin Kren, die Auszeichnung für mittellange Filme an Helene Hegemanns "Torpedo".

Den Dokumentarfilmpreis bekam Jens Junker für seinen Film "Alias" über einen jungen Mann, der erfährt, dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater ist. In diesem Jahr gab es erstmals einen eigenen Wettbewerb für Dokumentarfilme, die zwar auch bisher einen Preis ergattern konnten, aber mit den übrigen Filmen im Wettbewerb konkurrieren mussten. Die 30. Auflage des Filmfestivals geht offiziell an diesem Sonntag zu Ende.

Der Preis des saarländischen Ministerpräsidenten ging an den Film "Ein Augenblick Freiheit" von Regisseur Arash T. Riahi. Der Exil-Iraner, der seit vielen Jahren in Österreich lebt, erzählt in seinem Drama von drei iranischen Flüchtlingsgruppen, die hoffen, von Istanbul aus in den Westen zu gelangen. Die Tragik einiger Fälle balanciert Riahi mit einer Portion schwarzen Humors aus.

Das 1984 gegründete Festival ist benannt nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls (1902-1957). Es gilt als wichtigstes Forum des deutschsprachigen Nachwuchsfilms.

ore/dpa/ddp



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