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29. Mai 2012, 13:16 Uhr

Box Office

"Men in Black" setzen den "Diktator" ab

Will Smith nimmt es mit Superhelden und einem Despoten auf: In den US-Kinocharts verdrängt der dritte Teil von "Men In Black" die "Avengers" von der Spitze, und in Deutschland lassen die Männer in Anzügen dem Comedy-"Diktator" von Sacha Baron Cohen keine Chance.

Los Angeles/Hamburg - Die "Men In Black" sind zurück im Kino - und an der Spitze der Box-Office-Charts. Will Smith und Tommy Lee Jones spielten am viertägigen Memorial Day Weekend in den USA und Kanada 70 Millionen Dollar ein, was "Men In Black 3" souverän für Platz eins der Kinocharts reichte. Allerdings waren die Branchenerwartungen etwas höher gewesen, nach Zuschauerzahlen blieb der dritte Teil deutlich hinter seinen beiden Vorläufern aus den Jahren 1997 und 2002 zurück - wenngleich die Umsatzzahlen dank der seither gestiegenen Preise für Kinokarten etwa auf einem Level blieben.

"Men In Black 3" startete simultan in den meisten großen Kinomärkten der Welt und kam nach Angaben der Verleihfirma Sony Pictures in 104 Ländern auf Platz eins. Will Smith kann sich also darüber freuen, dass seine Anziehungskraft drei Jahre nach seiner letzten großen Hauptrolle, "Hancock", unverändert hoch bleibt.

"MIB 3" setzte in den US-Kinos der Herrschaft von "The Avengers" ein Ende, der an seinem vierten Wochenende allerdings immer noch eindrucksvolle 46,9 Millionen Dollar einspielte. Am Samstag übersprang der Superheldenfilm von Joss Whedon die 500-Millionen-Dollar-Marke. Es wird erwartet, dass "The Avengers" bis Freitag "The Dark Knight" überholt hat als der drittumsatzstärkste Film der Kinogeschichte - mehr spielten nur James Camerons "Titanic" und "Avatar" ein.

Weltweit hat "The Avengers" nun schon 1,3 Milliarden Dollar an den Kinokassen eingebracht. Die Nummer drei der "ewigen" Rangliste, der letzte "Harry Potter"-Film (1,33 Milliarden), ist bereits in Schlagdistanz; "Avatar" (2,8 Milliarden) und "Titanic" (2,2 Milliarden) zu erreichen dürfte schwieriger werden. Und natürlich ist bei all diesen Statistiken zu beachten, dass durch Inflation und 3-D-Zuschläge die Einnahmen höher sind als bei Klassikern wie "Vom Winde verweht" oder "Star Wars", die noch mehr Zuschauer hatten.

Die beiden Top-Filme der Kinocharts in den USA konnten allerdings nicht überdecken, dass der Rest des frühsommerlichen Angebots eher schwächelte. Die Brettspiel-Adaption"Battleship" spielte auf Platz drei nur 13,8 Millionen Dollar ein, Sacha Baron Cohen als"Der Diktator" kam auf 11,8 Millionen und Tim Burtons TV-Serien-Remake"Dark Shadows" setzte 9,4 Millionen Dollar um.

Der Horrorfilm "Chernobyl Diaries", in dem eine Touristengruppe zu nah an das zerstörte Atomkraftwerk herankommt, debütierte mit enttäuschenden 9,3 Millionen Dollar aus den Ticketverkäufen in 2433 Kinos. Sensationell hingegen der Start von Wes Andersons neuer Komödie "Moonrise Kingdom", die zwar nur in vier Kinos lief, aber 669.000 Dollar einspielte - und damit deutlich stärker startete als Andersons bisher größter Kassenerfolg, "The Royal Tenenbaums".

Ebenfalls in vier Kinos hatte der französische Film "The Intouchables" einen Teststart, der bei uns als "Ziemlich beste Freunde" zum Megaerfolg wurde. Ob es in den USA ähnlich gut laufen wird, ist nach Ansicht des FachmediumsBox Office Mojo noch offen: 137.400 Dollar ist zwar ein gutes, aber kein herausragendes Ergebnis.

Deutschland: "Der Diktator" ist abgesetzt

Auch in Deutschland haben die "Men In Black" die Herrschaft über die Kinocharts an sich gerissen. 417.000 Zuschauer wollten den Science-Fiction-Spaß nach Zahlen der Marktforscher von Media Control am Pfingstwochenende sehen - deutlich weniger Zuspruch als die ersten beiden Teile an ihren Startwochenenden erhielten. Das Branchenblatt "Blickpunkt:Film" blätterte in den Archiven und fand heraus: "Men In Black" sahen zum Start 1,9 Millionen Kinogänger, "Men In Black 2" 1,7 Millionen.

Trotzdem reichte es für "MIB 3" problemlos, um den "Diktator" von Sacha Baron-Cohen von der Spitze abzusetzen. 162.000 Zuschauer wollten die britsische Komödie an ihrem zweiten Kino-Wochenende noch sehen. Drei Wochen dabei ist nun schon der Drittplazierte, "Dark Shadows" mit Johnny Depp. Und nach fünf Wochen immer noch in den Top Five finden sich "The Avengers" und"American Pie: Das Klassentreffen" mit jeweils etwa 60.000 Besuchern.

Neu im Kino und knapp in den Top Ten sind der US-Militär-Propagandafilm "Act Of Valor" mit 19.000 Zuschauern (in 213 Kinos) und die mit Bruce Willis, Edward Norton und Bill Murray brillant besetzte Komödie "Moonrise Kingdom" von Wes Anderson, die nur in 81 Kinos anlief, aber immerhin 18.000 Besucher anlockte.

Insgesamt waren die Kinobesitzer an Pfingsten vermutlich sauer auf das sonnige Wetter: Mit 1,0 Millionen verkauften Tickets war es das bislang schwächste Wochenende des Jahres.

feb/AP/Reuters

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