Förderer von Chuck Norris Hollywoodproduzent Golan ist tot

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere besaß er mehr als tausend Kinos: Der israelische Filmproduzent Menahem Golan ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Seine Actionfilme machten Stars wie Chuck Norris und Jean-Claude Van Damme populär.

AP

Tel Aviv - Der israelische Filmproduzent, Regisseur und ehemalige Hollywoodstudiobesitzer Menahem Golan ist im Alter von 85 Jahren in Tel Aviv gestorben. Das berichten die Nachrichtenagentur AP und israelische Medien. Demnach verlor Golan am Freitag bei einem Familienbesuch im Stadtteil Jaffa das Bewusstsein und konnte von Rettungskräften nicht wiederbelebt werden.

Golan kam in Tiberias am See Genezareth zur Welt. Als Pilot und Kanonenschütze kämpfte er für Israel im Krieg von 1948. Von 1979 bis 1989 leitete er zusammen mit seinem Cousin Joram Globus die Hollywoodproduktionsfirma Cannon. In einer Zeit der enormen Nachfrage nach neuen Kinofilmen produzierte das Unternehmen teilweise mehr als 40 Streifen jährlich. Zumeist handelte es sich um billig gemachte Action-Filme mit viel Gewalt und Sex.

Stars wie Chuck Norris ("Delta Force"), Jean-Claude Van Damme ("Blood Sport") oder Charles Bronson ("Death Wish"-Fortsetzungen) verdankten dem ehrgeizigen Selfmade-Mann viel. "Menahems Vertrauen in mich als Schauspieler war der wahre Grund für den Durchbruch meiner Filmkarriere", sagte Norris dem israelischen Internetportal "Ynet".

Golan hatte anfangs unter Roger Corman als Regieassistent gearbeitet und führte bei vielen Filmen selbst Regie, er hegte auch künstlerische Ambitionen. 1987 produzierte er Jean-Luc Godards "King Lear", 1986 verfilmte Franco Zeffirelli bei ihm die Verdi-Oper "Otello".

Cannon besaß zeitweise 1200 Kinos in den USA und Europa. Der Konzern erwirtschaftete Umsätze von bis zu einer Milliarde Dollar im Jahr. Doch kostspielige Projekte wie Zeffirellis opulente "Otello"-Verfilmung, Roman Polanskis aufwendig gedrehter, von der Kritik eher ungnädig aufgenommener Streifen "Piraten" (1986) oder "Superman 4" mit Christopher Reeve trieben den Konzern in die Verschuldung.

Golan und Globus verkauften das Unternehmen schließlich an den Großverleiher Pathé. Privat zerstritten sich die beiden Cousins - und versöhnten sich später wieder.

Golan kehrte Mitte der Neunzigerjahre nach Israel zurück. Bis 2008 drehte er als Regisseur zahlreiche weitere Filme, darunter "Gianni Versace - Der Mord" (1998).

Golan hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

hut/dpa/AP



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