#MeToo bei britischen Filmpreisen Emma Watson und ihre Kolleginnen kommen in Schwarz

"Time's Up" - auch in Großbritannien und Irland: Zur Verleihung der britischen Filmpreise, der Bafta Awards, protestieren Emma Watson und 200 Kolleginnen nach US-Vorbild gegen Sexismus im Filmgeschäft.

Emma Watson
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Die US-Kolleginnen haben es vorgemacht: Anfang des Jahres gründeten Hollywood-Stars wie Reese Witherspoon, Maggie Gyllenhaal und Meryl Streep die Initiative "Time's Up", die sich gegen den Sexismus im Filmbetrieb richtet. Zur Verleihung der Golden Globes im Januar trugen die Schauspielerinnen dann als Zeichen des Protests auf dem roten Teppich schwarze Kleider.

Nun ziehen die britischen und irischen Schauspielerinnen nach. Kurz vor der Verleihung der Bafta Awards, den wichtigsten britischen Filmpreisen, an diesem Sonntag veröffentlichten an die 200 von ihnen einen offenen Brief, in dem sie gegen sexuelle Übergriffe und ungleiche Bezahlung protestieren. Zu den Unterzeichnerinnen gehören Keira Knightley, Emma Thompson, Carey Mulligan, Kate Winslet, Claire Foy und Noma Dumezweni.

"Lasst uns 2018 zu dem Jahr machen, in dem die Zeit für sexuelle Belästigung und Missbrauch um ist", schreiben die Schauspielerinnen. Zugleich riefen sie, wie unter anderem der "Guardian" berichtet, zu Spenden für eine neue Initiative in Großbritannien auf, die Frauen unterstützen soll. Organisiert wird die Kampagne von der Frauenhilfsorganisation "Rosa".

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Roter Teppich der Golden Globes: Women in Black

Ausdrücklich richtet sich der Aufruf der Schauspielerinnen auch an Frauen jenseits des Film- und Showgeschäfts:

"Kurz vor den Baftas, wo sich unsere Industrie feiert und ehrt, hoffen wir diesen enormen Moment der Solidarität über alle Grenzen hinweg zu feiern, um daraus eine internationale Bewegung zu formen. Vielleicht erscheint Ihnen 'Time's Up", von einer Gruppe privilegierter Frauen organisiert, Millionen Meilen weit entfernt. Die Wahrheit ist: Wir sind alle Arbeiterinnen, und egal, ob wir im Rampenlicht oder im Schatten agieren, unsere Stimmen zählen. Mit unseren vereinten Stimmen können wir andere wachrütteln."

Schauspielerin Emma Watson hat bereits eine Million Pfund (etwa 1,1 Millionen Euro) gespendet. Zur Begründung sagte sie: "Es ist einfach, Belästigung und Missbrauch auf ein oder zwei sehr böse Männer abzuschieben. Aber die britischen Statistiken weisen auf ein viel größeres, strukturelles Problem hin. Es geht um das System - im Gegensatz zu individuellen einzelnen Vorfällen."

Anschließend gibt Watson die Statistiken präzise wieder: "Fast die Hälfte aller Frauen und fast zwei Drittel aller Frauen zwischen 18 und 24 Jahren sagen, dass sie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt hätten. Eine von fünf Frauen in England in Wales hat eine Form von sexuellem Angriff im Alter von 16 oder später erlebt. Das darf nicht toleriert werden und kann und darf nicht die Norm sein. Wir können das besser."

Wie die US-Schauspielerinnen wollen auch Watson und ihre Kolleginnen bei der Bafta-Veranstaltung Sonntagabend schwarz tragen.

cbu/dpa

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