#MeToo Neue Vorwürfe gegen Regisseur Kim Ki Duk

Die Berlinale hatte dem südkoreanischen Regisseur eine Bühne geboten, obwohl bekannt war, dass schwere Vorwürfe gegen ihn vorliegen. Nun meldet sich eine weitere Schauspielerin.

Regisseur Kim Ki Duk umrahmt von Schauspielerin Mina Fujii und Schauspieler Lee Sung-jae
PHILIPP GUELLAND/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Regisseur Kim Ki Duk umrahmt von Schauspielerin Mina Fujii und Schauspieler Lee Sung-jae


Berlinale-Chef Dieter Kosslick hatte vor dem Festival angekündigt, keinen Film zu zeigen, wenn sich die Macher des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben. Doch dann stellte Regisseur Kim Ki Duk "Human, Space, Time und Human" in der Sektion Panorama vor. Dabei war auch Kosslick bekannt gewesen, dass der Südkoreaner bereits eine Geldstrafe wegen Missbrauchsvorwürfen gezahlt hatte.

Das hatte bei der Berlinale erwartungsgemäß für Empörung gesorgt. Zumal sich das Festival auf die Fahnen geschrieben hatte, nicht nur ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung und die männliche Übermacht in der Filmbranche zu setzen, sondern auch aktiv dagegen vorzugehen.

Jetzt sind neue schwere Vorwürfe gegen Kim laut geworden: Eine Schauspielerin, die anonym bleiben möchte, bezichtigt den 57 Jahre alten Filmemacher, sie bei Dreharbeiten vergewaltigt zu haben.

"Es war die Hölle"

Der Sendung PD Notebook des südkoreanischen Senders MBC berichtete die südkoreanische Darstellerin, Kim habe sie vor einigen Jahren beim Filmdreh in einem abgelegenen Dorf in sein Zimmer gerufen, angeblich um über ein Drehbuch zu sprechen. "Dann hat er mich vergewaltigt".

Zuvor habe Kim wiederholt versucht, in ihr Hotelzimmer zu gelangen. "In vielen Nächten ist er zu meinem Zimmer gekommen und hat an die Tür gehämmert oder mich angerufen", sagte die Schauspielerin, deren Name nicht genannt wurde. "Es war die Hölle."

Sie sei auch von dem männlichen Hauptdarsteller Cho Jae Hyun vergewaltigt worden, sagte die Frau. Der Regisseur und der Schauspieler hätten sich wiederholt über die Vergewaltigung von Schauspielerinnen unterhalten, das sei wie ein "Wettbewerb" zwischen den beiden Männern gewesen.

Kim spricht von "einvernehmlichen Sex"

Kim wies die Vorwürfe auf Anfrage des Senders MBC zurück. Er habe stets nur "einvernehmliche sexuelle Beziehungen" gehabt. Auch habe er nie versucht, seine Stellung als Regisseur zur "Befriedigung meiner persönlichen Begierden" auszunutzen.

Der 57-Jährige zählt zu den bekanntesten Regisseuren Südkoreas und wurde mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet. Beim Filmfestival von Venedig erhielt er 2012 für den Film "Pieta" den Goldenen Löwen. Auf der Berlinale 2004 gewann er mit"Samaria" den Silbernen Bären. Im Zuge der #MeToo-Debatte über die Diskriminierung von Frauen und sexuelle Gewalt werden auch in Südkorea immer mehr Vorwürfe gegen Männer laut.

brs/AFP



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