Hollywoods Lausbub Hollywood-Star Mickey Rooney ist tot

Er war nur 1,60 Meter klein - und in Hollywood doch ein ganz Großer: Mickey Rooney begann als Kinderstar, brillierte als Lausbub und stand noch 2006 vor der Kamera. Nun ist der US-Schauspieler gestorben, er wurde 93 Jahre alt.


Nun ist er doch noch abgetreten: Seit Jahren war Mickey Rooneys Motto "Don't retire - inspire". Nicht zur Ruhe setzen wollte er sich, sondern das Publikum weiter inspirieren. Doch nun ist die Hollywood-Legende gestorben. Laut US-Medienberichten starb Rooney am Sonntag im Alter von 93 Jahren. Die Polizei von Los Angeles bestätigte, dass seine Familie bei ihm war, als er in seinem Haus in Nord-Hollywood starb.

Der kleingewachsene Schauspieler stand bereits 1926 als sommersprossiger Knirps in Stummfilmen vor der Kamera. Mit der Filmserie "Andy Hardy" gelangte Rooney als Lausbub in den dreißiger Jahren zu frühem Ruhm. In dem Oscar-prämierten Film "Ein Sommernachtstraum" trat er als 15-Jähriger an der Seite von James Cagney und Olivia de Havilland als Puck auf.

Mickey Rooney war in den Jahren von 1939 bis 1942 der größte Kassenmagnet Hollywoods. Er brillierte in Musicals von Busby Berkeley, spielte an der Seite von Judy Garland, mit der ihn eine enge Freundschaft verband, wie auch mit Elizabeth Taylor, die seine Filmpartnerin im Kassenerfolg "Kleines Mädchen, großes Herz" war. Doch auch ernstere Rollen lagen ihm, wie "Teufelskerle" von 1938 zeigte, wo er einen Jungen spielte, der von dem von Spencer Tracy gespielten Pfarrer zurück auf den rechten Weg gebracht wird. 1939 bekam er einen Spezial-Oscar für Kinderstars.

Karriereknick nach dem Krieg

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Mickey Rooney gestorben: Ein Leben, acht Ehen, 200 Filme
"Ich war 30 Jahre lang ein 14-Jähriger", sagte Mickey Rooney später einmal über seine Festlegung auf die Lausbubenrolle. Es half sicher auch nicht, dass er mit 1,60 Metern Körpergröße schon ausgewachsen war. 1943 trat Rooney seinen Kriegsdienst an, er unterhielt die Truppen an der Front. Als er zurückkehrte, musste er feststellen, dass seine Karriere einen schweren Knick gemacht hatte und er nur noch wenige Angebote bekam.

Später war Rooney in Produktionen wie "Eintritt verboten" (1952) mit Bob Hope, "So enden sie alle" (1957) als Gangster Baby Face Nelson und als japanischer Nachbar in "Frühstück bei Tiffany" (1960) mit Audrey Hepburn zu sehen. Insgesamt trat er in mehr als 200 Filmen auf. 1982 erhielt er einen Oscar für sein Lebenswerk. Viermal hatte er Chancen, einen Schauspiel-Oscar zu gewinnen, darunter für seine Rolle als Trainer in dem Streifen "Der schwarze Hengst" (1979), doch jedes Mal zog er den Kürzeren.

Auch im hohen Alter dachte Mickey Ronney nicht ans Aufhören. 2006 spielte er einen in die Frühpension beförderten Nachtwächter in der Ben-Stiller-Komödie "Nachts im Museum". Mit 90 Jahren war er mit seinem Programm "Let's Put On A Show" auf Tour durch Nordamerika.

Der 1920 als Joe Yule Jr. geborene Darsteller war achtmal verheiratet. Seine erste Ehe brachte viel Aufmerksamkeit mit sich: 1942 heiratete er seine Schauspielkollegin Ava Gardener - die Ehe hielt nur ein Jahr. Die letzte, mit der Sängerin Jan Chamberlin, die er 1978 ehelichte, hielt am längsten. Sie überlebt Mickey Rooney, der schon seit einiger Zeit krank war. Mit seinem Tod ist eine der längsten Karrieren Hollywoods zu Ende gegangen.

feb/dpa/AFP/AP/Reuters

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