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Mythos "Casablanca": "Geh mir aus den Augen, Kleiner!"

Die Romanze zwischen Ingrid Bergman und Humphrey Bogart machte "Casablanca" zum größten Liebesfilm aller Zeiten. Alles Lüge, behaupten jetzt die Familien der berühmten Schauspieler: Bogart und Bergman konnten sich nicht ausstehen.

 Nur schöner Schein: Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in "Casablanca"
DPA

Nur schöner Schein: Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in "Casablanca"

New York - "Wenn meine Mutter in späteren Zeiten den Film sah, bekam sie immer einen ganz starren Blick", berichtet Pia Lindstrom, die Tochter der berühmten Schauspielerin. "Es war wirklich keine schöne Erfahrung für sie."

Wie der Fernsehsender "BBC" berichtet, konnten sich Bergman und Bogart tatsächlich nicht ausstehen. Auf einer Feier anlässlich der ersten Aufführung von "Casablanca" vor sechzig Jahren, war es in New York zu einer Art "Familientreffen" gekommen. Bogarts Witwe Lauren Bacall und sein Sohn Stephen hatten sich zusammen mit Bergmans Töchtern Pia Lindstrom, Isabella und Ingrid Rossellini noch einmal den romantischen Klassiker angesehen.

"Die so oft zitierte knisternde Spannung zwischen Bergman und meinem Mann gab es nicht", erklärte Bogarts Witwe. Die beiden seien einfach nur zwei Schauspieler gewesen, die ihren Job gemacht hätten. Das allerdings hatte Humphrey Bogarts erste Frau, Mayo Methot, damals noch ganz anders gesehen. Laut "BBC" habe sie ihrem Mann 1942, während der Dreharbeiten zu "Casablanca", mehrmals vorgeworfen, ein Verhältnis mit der schönen Bergman zu haben.

Dazu wäre es allerdings nie gekommen, glaubt man jedenfalls Bergmans Tochter Pia Lindstrom. "Meine Mutter konnte Bogart überhaupt nicht leiden", erklärte sie. Sie habe den Film auch nur gedreht, weil sie auf ihre Rolle in "Wem die Stunde schlägt" ("For Whom The Bell Tolls", 1943) mit Partner Gary Cooper gewartet habe. Dieser lag der Bergmann offenbar mehr als Bogart.

Dass sie sich den Film tatsächlich nicht ausgesucht hatte, um zusammen mit Bogart spielen zu können, beweist vielleicht ein anderes historisches Detail. Als Bergman damals zusagte, "Casablanca" zu drehen, wusste sie offenbar noch nicht, mit wem sie die finalen Liebesszenen drehen würde. Berichten zufolge sei das Filmskript zu "Casablanca", als die Dreharbeiten 1942 anliefen, noch gar nicht fertiggestellt gewesen. Regisseur Michael Curtiz habe Ingrid Bergmann nicht sagen können, in den Armen welchen Filmcharakters sie enden würde. Bergmann hätte sich wohl einen anderen Partner gewünscht. Gut für alle Fans, dass es anders kam.

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