Hamburg/Mumbai - In Indien, dem Ursprungsland des Hakenkreuzes mag man seine ganz eigene Meinung haben über den Politiker, der das Symbol in aller Welt bekannt gemacht hat.
Dass die Filmindustrie des Landes unter dem Titel "Dear Friend Hitler" einen Spielfilm plante, in dem der Führer mitsamt "seiner Unsicherheiten, seines Charisma, seiner Paranoia und seines Genies" (so eine Mitteilung der zuständigen Produktionsfirma) im Stil eines Bollywood-Epos dargestellt werden sollte, stieß dann aber doch auf Widerspruch - zumindest bei jenen, deren Glaubensgenossen Hitler auch von seiner weniger genialen, weniger charismatischen Seite erleben mussten: Der kleinen jüdischen Gemeinde Indiens.
Sie umfasst nur 5000 Gläubige. "Wer immer diesen Film dreht, ist dumm, wenn er nicht gar finstere Beweggründe hat", sagte Jonathan Solomon, Vorsitzender der Indian Jewish Federation.
Rakesh Ranjan Kumar, der Regisseur, verteidigte sich wenig eloquent: "Hier liegt ein Missverständnis vor." Nun aber hat Anupam Kher, als Hitler-Darsteller vorgesehen, seine Rolle zurückgegeben: "Angesichts des Unwillens, die der Film auch unter meinen Fans ausgelöst hat, möchte ich mich von dem Projekt zurückziehen", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
2006 war es in Mumbai zu Protesten gekommen, als sich ein Restaurant Hitler's Cross nannte. Mittlerweile trägt es den Namen Cross Café.
Ein Jahr später brachte ein Bettenhaus in der indischen Metropole eine Tagesdecke mit dem Namen "Nazi" auf den Markt - der Werbeprospekt zeigte Hakenkreuze.
sha/rtr
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