"The Other Side of the Wind" Netflix will Orson Welles' letzten Film fertigstellen

Seit mehr als 40 Jahren liegt der letzte Film von Orson Welles unvollendet herum. Nun finanziert der Streaming-Dienst Netflix die Fertigstellung von "The Other Side of the Wind".

Orson Welles (Archivbild von 1982)
AP

Orson Welles (Archivbild von 1982)


Der Streaming-Dienst Netflix hat die weltweiten Rechte an Orson Welles' letztem Film "The Other Side of the Wind" gekauft. Das US-Unternehmen will das unvollendete Werk nun fertigstellen. Welles ("Citizen Kane") starb 1985 im Alter von 70 Jahren. Die 1083 Filmrollen mit Material sind schon in Los Angeles eingetroffen.

Um den Film gibt es seit Jahrzehnten einen Mythos. Er wurde zwischen 1970 und 1976 gedreht, aber nie fertig produziert. Er sollte Welles' Comeback in Hollywood einläuten, doch unter anderem rechtliche Schwierigkeiten sorgten dafür, dass er den Film nicht selbst beenden konnte. Welles soll rund 40 bis 50 Minuten geschnitten haben.

"The Other Side of the Wind" ist eine Satire über Hollywood und handelt von dem Comeback-Versuch eines Regisseurs. Unter anderem spielen John Huston, Dennis Hopper und Peter Bogdanovich in dem Film mit.

Das Netflix-Projekt wird nun der Produzent Frank Marshall leiten, der schon in den Siebzigerjahren an dem Film mitgearbeitet hat. Das Material muss noch fertig geschnitten werden, es fehlt die komplette Filmmusik sowie weitere Schritte in der Postproduktion. Marshall und sein Team wollen sich an persönlichen Notizen von Welles orientieren.

Netflix-Manager Ted Sarandos sagte, die Veröffentlichung erfülle ihn mit Stolz. Der Film soll nicht nur bei dem Streaming-Dienst erscheinen, es ist auch eine Kinoversion geplant. Wann "The Other Side of the Wind" fertig sein soll, blieb allerdings offen. Das Team dürfe sich so viel Zeit nehmen wie nötig, hieß es.

max/AP



insgesamt 3 Beiträge
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citycity 15.03.2017
1.
Ganz egal wie dieser spezielle Film wird, wegen solchen Aktionen ist Netflix eine große Bereicherung. Schon wiederaufgegriffene Serien wie "Arrested Development" oder "Lovesick" sind weit mehr als Fanservice, sondern bieten Programmen, die im klassischen Fernsehen keinen Platz finden aus welchen Gründen auch immer, ein neues Leben und eine echte Chance.
lady_amanda 15.03.2017
2. Service und Vielfalt
Klar, mit ihrem Konzept haben sie mich auch schon eingesammelt. Letzlich gehts ums Geld verdienen, aber ohne Werbung und für hochwertige Produktionen bin ich gerne bereit etwas dafür bereit zu stellen. Was ich wirklich nicht mehr brauche sind private Sender. Auf meine öffentlich-rechtlichen mag ich jedoch nicht verzichten. Diesen Film würde ich jedoch im Kino bestaunen.
niobe_craq 15.03.2017
3. Schwer erträglich
Das Unvollendete ist schwer zu ertragen. Und es bietet zudem phantastische merkantile Perspektiven. Auch für jene, die sich eines Genies bedienen, indem sie es vollenden. Das Vollendete schändet das Unvollendete. Auch das ist schwer zu ertragen.
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