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26. April 2012, 18:10 Uhr

Neue DVDs des Monats

Der reine Horror

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Endlich! Abel Ferraras großartiger "Bad Lieutenant" kann jetzt auch Schriftdeutsch. Dario Argento verzichtet in "Inferno" auf eine schlüssige Story - zum Glück. Und wer die Untotenkomödie "Zombieland" liebt, wird unbedingt wissen wollen: Was kam danach?

Worum geht's?

Den Alltag eines New Yorker Polizisten, der ein schlechterer Mensch ist, als die Kriminellen, die er jagt.

Welche Info passte nicht mehr in unser Video?

Ein trauriges Detail: Die betörend schöne Rothaarige, die Harvey Keitel so gekonnt einen Schuss setzt, dass es einem kalt den Rücken runterläuft, wird von Zoe Lund gespielt. Gemeinsam mit Abel Ferrara hat sie das Drehbuch zum Film geschrieben. Lund war ein Multitalent. Sie arbeitete als Musikerin, Model und Schauspielerin. Das Skript zu "Bad Lieutenant" sollte ihre einzige Arbeit als Autorin bleiben. Am 16. April 1999 starb sie mit 37 Jahren an einer Überdosis Kokain.

Und was ist das Beste am Film?

Endlich ist Abel Ferraras größtes Werk in Deutschland auf DVD erschienen. Die US-Version gab es nur ohne Untertitel - und der Slang im Film ist so extrem, dass man ohne Texthilfe kaum die Hälfte versteht.

Worum geht's?

Regisseur Dario Argento war einer der prägenden Regisseure des Giallo-Genre. In den italienischen Thrillern ging es meist darum, blutige Mordserien aufzuklären. In "Inferno" spielt Argento souverän mit den Konventionen des Giallo, um sie letztlich zu zerschlagen. "Inferno" ist ein Horrorfilm in Reinform. Fast vollständig verzichtet der Regisseur auf eine schlüssige Geschichte - und die Auflösung am Ende ist fast noch irrer als der Alptraum davor.

Welche Info passte nicht mehr in unser Video?

Der Soundtrack stammt von Keith Emerson, bekannt als Keyboarder der Band Emerson, Lake & Palmer. Mit seinen genial überdrehten Kompositionen zwischen Gothic-Chorälen, kunstvoll zerfahrenen Endlossoli und Gruselkassettenmusik ein Meisterwerk für sich.

Und was ist das Beste am Film?

Dass der Hauptschauplatz New York in "Inferno" eine noch bedrohlichere Kulisse abgibt, als in Roman Polanskis "Rosemaries Baby".

Worum geht's?

Um ein klassisches Problem vieler Künstler: Was kommt nach meinem ersten großen Erfolg? "30 Minuten oder weniger"-Regisseur Ruben Fleischer debütierte nämlich mit "Zombieland", ein Instant-Kultfilm - und die anarchischste Komödie des Jahres 2009. Ob ihm mit dem Nachfolger ein ähnlicher Erfolg gelungen ist?

Welche Info passte nicht mehr in unser Video?

Für alle, die sich nach dem Ansehen der Videorezension fragen, wie in der deutschen Version die Übersetzung für "he otpft me" lautet: "er hat mich geüdhgft" (gesprochen ge-ü-de-ha-ge-eft").

Und was ist das Beste am Film?

"30 Minuten oder weniger" atmet in jeder Sekunde die große Liebe des Regisseurs zum Kino. So schwärmt der Protagonist ständig über Actionfilme wie "Stirb langsam" und "Lethal Weapon". Und in den Car-Chase-Szenen verbeugt sich die Komödie tief vor Klassikern wie "Bullitt" und "French Connection".

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