Neue DVDs im August Adelsfrauen und Actionstars

Paul Simon and Friends, David Bowie und Placebo; "Drifter", "Meine Daten und ich", "JCVD" und "Standesgemäß": Eine Auswahl der wichtigsten DVD-Veröffentlichungen im August - rezensiert vom KulturSPIEGEL.


MUSIK

Paul Simon and Friends: "Gershwin Prize for Popular Song" (Shout Factory)

Im Mai 2007 wurde Paul Simon mit dem "Gershwin Prize for Popular Song" ausgezeichnet. Zur Feier führte eine Armada prominenter Kollegen einen Abend lang in Washington Simon-Lieder auf. Mit teils überraschenden Resultaten wie Lyle Lovetts Interpretation von "50 Ways to Leave Your Lover" und Philip Glass, der am Klavier "Sounds of Silence" klimpert.

David Bowie: "VH1 Storytellers" (EMI)

Meister Bowie lässt seit Jahren kaum noch etwas von sich hören. Die Wartezeit auf sein neues Album kann man mit dieser herrlichen DVD/CD überbrücken. In einem TV-Studio gab der unverbesserliche Dandy reduzierte Fassungen von Klassikern wie "Life on Mars?" oder "China Girl" zum Besten und plauderte amüsant über die gute alte Zeit.

Placebo: "Hut Recordings Box" (Virgin/EMI)

Pünktlich zur neuen CD der britischen New-Wave-Rocker verhökert deren ehemalige Plattenfirma ältere Werke in einer schnieken Box. Dabei zwei DVDs: eine mit einem Paris-Konzert, die andere mit alten Videoclips. Unterhaltsam auch eine CD mit wahnwitzigen Cover-Fassungen, etwa von Kate Bushs "Running up That Hill".

CHRISTOPH DALLACH


KINO

Drifter
Regie: Sebastian Heidinger

Christiane F. ist fast vergessen, aber noch immer gibt es Kinder am Bahnhof Zoo. Nüchtern und frei von belehrenden Kommentaren stellt Dokumentarfilmer Heidinger drei junge Junkies und ihren trostlosen Alltag vor. Ein merkwürdig zarter, beeindruckender Film.

Meine Daten und Ich
Regie: Philipp Eichholtz

Ein Film über einen fiktiven Regisseur, der angeblich einen Film über Datensicherheit in Deutschland plant und dazu mit tatsächlichen Experten wie Wolfgang Bosbach von der CDU oder dem Bundesbeauftragten für Datenschutz Peter Schaar spricht. Das erinnert an Borat oder Michael Moore und kommt den Vorbildern mit sehr geringen Mitteln manchmal sogar recht nah.

JCVD
Regie: Mabrouk al-Mechri

Der abgehalfterte Actionfilmstar Jean-Claude Van Damme spielt sich selbst als abgehalfterten Actionfilmstar, der zufällig in einen Bankraub gerät. Da er Steuer- und Sorgerechtsprobleme am Hals hat, nehmen Fans, Polizei und sogar seine Eltern an, dass er der Gangster ist. Spaßiges Porträt einer verblassten Ikone, die nie jemand richtig ernst genommen hat. Er sich selbst offenbar auch nicht.

Standesgemäß
Regie: Julia von Heinz

Hervorragende Doku aus der Welt der deutschen Aristokratie: Drei Adelsfrauen suchen ihren Platz im Leben und den passenden Mann. Doch wenn sie einen Bürgerlichen heiraten, ist es vorbei mit der Standeszugehörigkeit - während adlige Männer heiraten können, wen sie wollen. Mit Humor, Verständnis und viel Einfühlungsvermögen folgt Julia von Heinz ihren Heldinnen.



© KulturSPIEGEL 8/2009
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