"New York Times"-Blamage Toter schreibt Nachruf auf Liz Taylor

Als "strahlenden Gipfel des Hollywood-Glamours" würdigte die "New York Times" Liz Taylor in ihrem Nachruf. Der Autor des Textes, der Journalist Mel Gussow allerdings starb Jahre vor der Schauspielerin. Die "Times" reagierte mit einer Richtigstellung - und muss nun Häme ertragen.

REUTERS/ CNN

Hamburg/New York - Als letzte große Diva Hollywoods, als Halbgöttliche würdigten die Medien Liz Taylor anlässlich ihres Todes am 23. März. Sie überlebte die großen weiblichen Stars ihrer Zeit, darunter Rita Hayworth und Marilyn Monroe - und zuletzt sogar den Autor ihres eigenen Nachrufs: Der Journalist Mel Gussow, der den Text für die "New York Times" verfasst hatte, ist seit Jahren tot.

Die Onlinezeitung "Huffington Post" kommentierte spitzzüngig: "Es ist üblich, dass Medien Nachrufe auf Berühmtheiten schon vor deren Tod in Auftrag geben. Nicht üblich ist allerdings, dass Nachrufschreiber vor Veröffentlichung des Nachrufs sterben."

Die "New York Times" setzte eine Anmerkung unter den Nachruf. Dort steht nun: "Mel Gussow starb 2005. William McDonald, William Grimes und Daniel E. Slotnik brachten den Text auf den neuesten Stand."

Gussow arbeitete 35 Jahre als Theaterkritiker für die Zeitung. In deutscher Übersetzung erschien von ihm noch 2006 das Buch "Begegnungen mit Beckett".

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Hollywood-Berühmtheit den Autor eines vorbereiteten Nachrufs der "New York Times" überlebt. Bob Hope starb 2003, der Filmkritiker Vincent Canby, der die Würdigung seines Lebens verfasst hatte, bereits im Jahr 2000.

sha



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