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Studie zum Frauenanteil in Hollywood: Angelina allein unter Männern

Angelina Jolie am Set von "Unbroken": Als einzige Frau in den Top 100 Zur Großansicht
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Angelina Jolie am Set von "Unbroken": Als einzige Frau in den Top 100

Keine Gleichberechtigung in Hollywood: Nur sieben Prozent der erfolgreichsten Filme des Jahres 2014 entstanden unter weiblicher Regie. In die Top 100 schaffte es sogar nur eine Frau: Gelegenheitsregisseurin Angelina Jolie mit ihrem Film "Unbroken".

Los Angeles - Vor der Kamera spielen Frauen nach wie vor selten unabhängige Charaktere. Hinter der Kamera tauchen sie in wichtigen Entscheidungspositionen sogar fast überhaupt nicht auf: Laut einer Erhebung der San Diego State University lag der Anteil von Frauen unter den Regisseuren der 250 erfolgreichsten Filmen des Jahres 2014 bei sieben Prozent. Unter den Top 100 fand sich gar nur ein Film, der unter der Regie einer Frau entstanden war: Das Kriegsdrama "Unbroken" von Hollywood-Star Angelina Jolie.

Die "Celluloid Ceiling"-Studie wird seit 1998 jedes Jahr durchgeführt; die "Zelluloid-Decke" beschreibt analog zum Begriff "gläserne Decke" die Unterrepräsentation von Frauen in kreativen Positionen in Hollywood. Große Veränderungen konnten die Wissenschaftler nicht feststellen: "Der Frauenanteil unter den Regisseuren bewegt sich weder in die eine, noch in die andere Richtung", sagte Studienautorin Martha Lauzen. Als die Studie 1998 zum ersten Mal durchgeführt wurde, lag der Frauen-Anteil unter den Filmemachern bei neun Prozent und war damit höher als 2014.

Insgesamt analysierten die Wissenschaftler des "Center for the Study of Women in Television and Film" die Beschäftigungsverhältnisse von rund 2800 Angestellten, die hinter der Kamera an den erfolgreichsten Filmen des Jahres 2012 beteiligt waren. Laut Studie waren knapp ein Viertel aller Produzenten weiblich; ein Fünftel aller geschäftsführenden Produzenten und Cutter waren Frauen. Elf Prozent der Drehbuchautoren waren Frauen, bei den Kameraleuten waren es fünf Prozent. Im Bereich Musik und Sound sah es noch düsterer für Frauen aus: Ein Prozent der Filmkomponisten und fünf Prozent der Toningenieure waren weiblich.

2010 hatte Kathryn Bigelow als erste Frau überhaupt für den Kriegsfilm "The Hurt Locker" einen Oscar als beste Regisseurin bekommen. "Alle gingen davon aus, dass es einen 'Bigelow-Effekt' geben würde, durch den auch die Karrieren anderer Frauen angeschoben würde," so Lauzen. "Ich glaube nicht, dass wir diesen Effekt je gesehen haben."

2015 wird nur ein Film, bei dem eine Frau Regie führte, als möglicher Oscar-Anwärter gehandelt: Das historische Drama "Selma" über die Protestmärsche unter Martin Luther King von Ava DuVernay, das in Deutschland am 19. Februar startet. DuVernay lieferte schon bei der Verleihung der Golden Globes 2015 eine Premiere: Sie war die erste Afro-Amerikanerin, die in der Kategorie "Beste Regie" nominiert war.

eth/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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1.
archback 14.01.2015
Wird also Zeit für die Quote.
2. Heulsusen
wanderer777 14.01.2015
Die Quote wird kommen sobald sich eine minderbegabte Schauspielerin vor einem Gericht ausheult und diesen Umstand mit der Diskriminierung der Frauen, anstatt ihrem mangelnden Talent begründet. Kennen wir doch.
3. Es wird Zeit,
suedbaden6 14.01.2015
das Deutschland in die Bildung und Ausbildung von Kinokassenkunden investiert, damit der Skandal der Benachteiligung von Frauen, die trotz besserer Bildung und Ausbildung im Kinogeschäft weniger Erfolg haben, endlich ein Ende hat...... Lernt die Frauen kennen, sucht den Kontakt mit Ihnen, dann nehmen die Berührungsängste sicher ab. Die Evangelische Kirche könnte hier z.B. zu einem runden Tisch laden. Der Forist mit der Forderung nach einer Quote hat ja so Recht. Frau von der Leine, übernehmen Sie!
4.
Antidarwinist 14.01.2015
Die Behauptung, dass es in Hollywood keine Gleichberechtigung gebe, ist eine bodenlose Unverschämtheit.
5. Weibliche Kreativität hat auch Grenzen
hermannheester 15.01.2015
Verantwortung UND Kreativität wird von der Männergesellschaft zudem auch zuerst Männern zugeordnet. Da ist es kein Wunder, wenn die Regie den Männern vorbehalten bleibt. Merke: HINTER jedem großen Mann steht eine starke FRAU!
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