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Bibel-Blockbuster mit Russell Crowe: Arabische Zensoren verbieten "Noah"

Die nächste Sintflut fällt aus, zumindest in arabischen Ländern - die 125 Millionen Dollar teure Bibel-Verfilmung "Noah" mit Russell Crowe verstoße gegen die Lehren des Islam. In den USA regen sich dagegen Christen schon im Vorfeld über den Film von "Black Swan"-Regisseur Darren Aronofsky auf.

"Noah" mit Russell Crowe: Die große Sintflut Fotos
Paramount Pictures

Hamburg - Ein bisschen wie ein Gladiator sieht er in diesem Film ja schon aus, der fromme Mann, den Gott dazu ausersehen hat, eine Arche zu bauen, auf dass er, seine Familie und die Tiere der Welt die große Sintflut überstehen mögen, mit der der Herr im Himmel die sündigen Menschen auf Erden zu bestrafen gedenkt.

Der im Jahre 2001 für seine Rolle als "Gladiator" Maximus mit dem Oscar ausgezeichnete Russell Crowe spielt den gottesfürchtigen Schiffserbauer Noah in einer gleichnamigen neuen Verfilmung; ein veritabler Bibel-Blockbuster in spe mit einem Budget von rund 125 Millionen Dollar, Regie führte Darren Aronofsky ("Black Swan", "The Wrestler"), mit von der Partie sind neben Crowe auch Stars wie Anthony Hopkins, Nick Nolte und Emma Watson. Doch Kinogänger in Katar, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Bahrain und womöglich weiteren arabischen Ländern werden auf den Genuss des mehr als zweistündigen Weltuntergangsepos verzichten müssen.

Film mit Warnhinweis

Ein Sprecher von Paramount Pictures, die den Film produzieren, sagte am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters, Zensoren der genannten drei Staaten hätten dem Studio diese Woche mitgeteilt, dass der Film in ihren Ländern nicht laufen werde, weil er, so die offizielle Formulierung, "den Lehren des Islam widerspreche"; diese untersagten die Abbildung heiliger Personen in der Kunst.

Der im arabischen Kulturraum als Nuh bekannte Noah hat auch im Islam eine prominente Stellung inne: Er gilt als einer der ersten Propheten, der das Wort Allahs unter den Menschen verkünden durfte. Paramount rechnet damit, dass dem Film dasselbe Schicksal auch in anderen stark vom Islam geprägten Ländern droht - namentlich in Ägypten, Jordanien und Kuwait. Bereits am Donnerstag hatte die al-Azhar in Kairo, die Sunniten als höchste Autorität in Glaubensfragen und renommierteste islamische Schule betrachten, eine Fatwa gegen den Film ausgesprochen.

"Noah" läuft in der ersten April-Woche in Deutschland an, für die USA ist als Starttermin der 28. März angesetzt. Auch dort sorgte der Film bereits für Kontroversen - dem Vernehmen nach allerdings vor allem zwischen Paramount Pictures und Regisseur Aronofsky. Weil das Studio offenbar fürchtet, das christliche Publikum in den USA mit der mit allen modernen Mitteln der Technik eher frei gestalteten Interpretation der Bibelgeschichte zu verprellen, sollen die Filmmanager erwogen haben, Aronofsky den finalen Schnitt aus der Hand zu nehmen und verschiedene Versionen zu testen.

Der Streit scheint nun allerdings vorerst beigelegt, nach längeren Diskussionen soll Aronofsky doch die Kontrolle behalten. Immerhin erreichten christliche Bedenkenträger von der National Religious Broadcasters Group aber, dass die Werbung für den Film einen Warnhinweis enthält, der klarmacht, dass das Werk eine spekulative Ausdeutung der Bibelgeschichte vornimmt und keine wörtliche.

tdo/Reuters

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