Open Doku 2014 auf SPIEGEL.TV Plutonium, Mondanbeter und die erste Liebe

Wie erlebt eine Vierzehnjährige die erste Liebe? Was hat Angela Merkel mit Plutonium zu tun? Hier finden Sie es heraus: SPIEGEL.TV präsentiert sechs spannende Dokumentationen jenseits des Fernseh-Mainstreams.


Bei der vergangenen Ausgabe der Open Doku haben mehr als 400.000 Zuschauer die Filme im Netz angeschaut. Grund genug für SPIEGEL.TV, sechs neue Dokus auszuwählen, die ein größeres Publikum verdient haben. Diese Filme sind ab sofort und bis zum 4. Mai kostenlos zu sehen.

Bar25 (http://www.spiegel.tv/filme/opendoku-bar25)

movienet Film

Im Berliner Club Bar25 fanden von 2004 bis 2010 die wohl schrägsten Technopartys Europas statt. Was sich hinter dem hohen Bretterzaun auf dem Gelände an der Spree abgespielt hat, ist Legende: Eine exzessive Mischung aus Musik, Zirkus und Dorfleben - mitten in der Hauptstadt. "Von draußen kriegen wir nur das Wetter mit", sagt einer der Besucher in Britta Mischers und Nana Yurikos Doku "Bar25. Tage außerhalb der Zeit". Der Film zeigt, was sich bisher nur die Menschen vorstellen konnten, die einmal hinter dem Bretterzaun waren. Besonders spannend: Der Kampf der eingeschworenen Community gegen das Bauprojekt "Mediaspree". Den haben die Macher des Clubs am Ende gewonnen, die Bar25 musste trotzdem schließen.

Berliner (http://www.spiegel.tv/filme/opendoku-berliner)

jimmyDee Production

Erstmals zeigen wir bei der Open Doku einen Film aus Österreich. Und dennoch ist der Protagonist ein Deutscher: der Obdachlose Peter aus Berlin. Er lebt seit fünf Jahren auf den Straßen des ersten Bezirks in Wien. Er ist 56 Jahre alt, hat keine Papiere und findet keine Arbeit auf dem Bau, weil seine Knochen vom Drogenkonsum kaputt sind. Regisseur Alexander Zechmeister begleitet den Obdachlosen auch in Momenten, die schwer zu ertragen sind. Die brutale dokumentarische Wirklichkeit des Lebens auf der Straße setzt der Regisseur mit schrillen Spielszenen in Kontrast, in denen der Obdachlose zum Akteur seiner eigenen Traumwelt mutiert. Je länger "Berliner" dauert, desto mehr Sinn ergibt die Doku-Fiktion.

Die Mondverschwörung (http://www.spiegel.tv/filme/opendoku-die-mondverschwoerung)

Thomas Frickel

Der Dokumentarfilmer Thomas Frickel hat schon lange vor Michael Moore oder "Borat" das Stilmittel der satirischen Reportage entdeckt. 1995 kam "Deckname Dennis" heraus, in dem ein amerikanischer Geheimagent die deutsche Mentalität erkunden soll - getarnt als US-TV-Journalist Dennis Mascarenas. Den setzt Frickel in seiner neuen Doku wieder ein. Diesmal soll er die Esoterik-Szene, die Mondanbeter und Okkulten erforschen. Was als höchst amüsanter Ausflug in den Mikrokosmos von Entrückten beginnt, wird später zu einer fassungslos machenden Reise in die Welt von rechtsextremen Verschwörungstheoretikern. Eine der Thesen: Angela Merkel sei zum Judentum zwangskonvertiert und mit Plutonium vergiftet worden.

Festung Europa (http://www.spiegel.tv/filme/opendoku-festung-europa)

Dino Argentiero

Der Abschlussfilm von Regisseur Dino Argentiero an der Filmakademie Ludwigsburg zeigt, wie die Europäer ihre Außengrenzen gegen Flüchtlingswellen aus ärmeren Ländern absichern. "Festung Europa" ist eine Reise entlang der Migrationsfront und wurde in Italien, Griechenland und in der Türkei gedreht. Argentiero spricht mit Schleppern, Flüchtlingen und Helfern. Und er zeigt, wie die Grenzbehörde Frontex bei der Sicherung der Wohlstandsfestung technisch aufrüstet. Was der Film deutlich macht: Keine der Maßnahmen der Europäer stoppt den Flüchtlingsstrom. Die Einwanderungswelle verlagert sich nur an immer neue Orte.

Vierzehn (http://www.spiegel.tv/filme/opendoku-vierzehn)

Marisa Middleton

Lili ist gerade 14 geworden und steckt mitten in der Pubertät. "Das Verhältnis zu meiner Mutter ist total scheiße", sagt sie. Das kann jeder Zuschauer dieses Dokumentarfilms bestätigen, denn die Filmemacherin Marisa Middleton hat Lili und ihre Familie über mehrere Monate beobachtet. Die Doku zeigt: Pubertät ist vor allem anstrengend - für alle Beteiligten. Doch abseits vom ständigen Streit und den Regelverletzungen ist es spannend, Lili beim Erwachsenwerden zuzuschauen. Wenn sie heimlich Schundromane liest, sich in verschiedene Jungs verliebt und Zukunftspläne schmiedet.

Weltklasse Kreisklasse (http://www.spiegel.tv/filme/opendoku-weltklasse-kreisklasse)

Fietscher Film

Wer sich für Amateurfußball interessiert, kennt die Namen deutsch-türkischer Vereine in den niederen Ligen. Genclikspor Recklinghausen ist einer dieser Clubs und spielt in der westfälischen Kreisliga A. Regisseur Daniel Huhn hat die Spieler und Verantwortlichen des Vereins über eine Saison lang begleitet und mehr als 70 Stunden Filmmaterial gedreht. In der Kabine, wenn der Trainer taktische Disziplin beim Verteidigen fordert. Und die Zuschauer erleben die Hochzeit eines der Genclik-Spieler. "Weltklasse Kreisklasse" ist ein Film über Integration, über Temperamentsausbrüche und auch über die Dramatik des unglamourösen unterklassigen Fußballs.

Wie gefällt Ihnen das Programm? Die Regisseure und die Redaktion von SPIEGEL.TV freuen sich über Ihr Feedback unter mail@SPIEGEL.TV oder auf der Facebook-Seite von SPIEGEL.TV



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