Washington - Eines der derzeit spektakulärsten Hollywood-Projekte gerät ins Visier des US-Verteidigungsministeriums. Im Zusammenhang mit den Dreharbeiten für Kathryn Bigelows Film zum Tod von Qaida-Chef Osama Bin Laden hat das Pentagon Ermittlungen wegen möglichen Geheimnisverrats eingeleitet.
Der republikanische Vorsitzende des Ausschusses für innere Sicherheit im US-Repräsentantenhaus, Peter King, gab am Donnerstag eine Nachricht des Verteidigungsministeriums vom 10. Dezember an die Presse weiter, derzufolge das Ministerium "umgehend" Ermittlungen anstellen wollte. King hatte zuvor einen entsprechenden Antrag beim Pentagon und beim Geheimdienst CIA gestellt.
King gab an, er fürchte, dass die Regisseurin Bigelow und ihr Team für den Film über die jahrelange Verfolgung und abschließende Tötung Bin Ladens durch US-Spezialkräfte geheime Informationen aus dem Pentagon erhalten hätten. Auch die CIA hatte offenbar auf Kings Antrag reagiert und im November angekündigt, ihre Verbindungen zur Filmindustrie strenger zu überwachen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, hatte Kings Verdacht im vergangenen Sommer indes als "lächerlich" zurückgewiesen.
Die Premiere des Films der Oscarpreisträgerin Bigelow war zunächst für Oktober 2012 geplant, soll der Huffington Post zufolge nun aber erst nach den US-Präsidentschaftswahlen am 6. November in die Kinos kommen. Bigelow wurde für den Irakkriegs-Film "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" 2010 den Oscar für die beste Regie erhalten.
bos/AFP/AP
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