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25. Februar 2013, 12:57 Uhr

Oscar für "Argo"

Iran verärgert über Michelle Obama

Überraschungsauftritt mit politischer Dimension: First Lady Michelle Obama verkündete per Schaltung aus dem Weißen Haus, dass der Polit-Thriller "Argo" den Oscar als bester Film bekommt - iranische Medien reagieren empört. Der Film erzählt von der spektakulären Befreiung von US-Geiseln in Teheran.

Hamburg/Teheran/Hollywood - Iranische Medien haben verärgert auf die Vergabe des Oscars an "Argo" und den Auftritt von Michelle Obama reagiert. Die Nachrichtenagenturen Mehr und Fars schrieben, die politische Dimension des Preises sei besonders deutlich geworden, als die First Lady der USA live aus dem Weißen Haus zugeschaltet wurde und bekanntgab, dass Ben Afflecks Polit-Thriller mit einem Oscar geehrt werde. Es stelle sich die Frage, warum das ausgerechnet dann geschehe, "wenn ein antiiranischer Film ausgezeichnet wird". "Argo" beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt von der spektakulären Befreiung von US-Geiseln durch die CIA 1980 im Iran.

Bei der Preisverleihung gingen weder Michelle Obama noch Ben Affleck näher auf die Hintergründe zur Entstehung des Films ein. Allerdings nutzte Affleck seine Dankesrede für ein kurzes Statement: "Ich möchte unseren Freunden im Iran danken, die derzeit unter schlimmen Umständen leben."

Die Offiziellen des Landes hatten schon vor der Gala in Hollywood den Verdacht geäußert, die sieben Oscar-Nominierungen für "Argo" hätten politische Gründe. Kultusminister Mohammed Hosseini sagte der Nachrichtenagentur dpa, das Werk habe sowohl technisch als auch künstlerisch die Preise nicht verdient.

Gegenfilm geplant

In dem Land plant man nun einen Gegenfilm zu "Argo". Darin sollen die Ereignisse vor 33 Jahren aus iranischer Sicht erzählt werden, als sechs Geiseln in Teheran mit Hilfe von CIA-Agenten und Hollywood-Produzenten aus dem Land geschmuggelt werden konnten.

Jimmy Carter, der zur Zeit der Geiselnahme Präsident der USA war, hatte sich vor kurzem in einem CNN-Interview zum Film geäußert. Das Werk sei ein "tolles Drama", gebe die historischen Geschehnisse allerdings nicht akkurat wieder, sagte der 88-Jährige. Die CIA habe in dem diplomatischen Ringen um die Geiselfreilassung eine wesentlich kleinere Rolle gespielt als in "Argo" gezeigt werde. Das sei vor allem eine kanadische Leistung gewesen.

Bei der Verkündung des Gewinnerfilms lobte Michelle Obama alle neun nominierten Werke, da diese "uns in die Vergangenheit und um die ganze Welt geführt" hätten. "Sie ließen uns lachen, weinen und unsere Armlehnen ein wenig fester packen", sagte sie während der Übertragung vom Weißen Haus ins Dolby Theatre.

Die Filme hätten die Menschen daran erinnert, dass sie jedes Hindernis beseitigen könnten, wenn sie hart genug kämpften und an sich selbst glaubten. "Diese Lektionen betreffen uns alle, egal wer wir sind oder wie wir aussehen oder woher wir kommen oder wen wir lieben, aber sie sind besonders wichtig für unsere jungen Leute", sagte Obama. "Unsere Kinder lernen jeden Tag durch die Beschäftigung mit der Kunst, ihre Phantasie zu öffnen, ein bisschen mehr zu erträumen und jeden Tag danach zu streben, diese Träume zu erreichen."

sha/dpa

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