Oscar-Panne Show-Verbot für verantwortliche Mitarbeiter

Fehlgriff mit Folgen: Brian Cullinan und Martha Ruiz werden nicht mehr zur Oscar-Gala eingeladen. Die beiden PricewaterhouseCoopers-Mitarbeiter hatten für die peinliche Umschlags-Panne gesorgt.

Martha Ruiz und Brian Cullinan
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Martha Ruiz und Brian Cullinan


Die Umschlags-Panne bei der Oscar-Gala hat für die verantwortlichen Mitarbeiter böse Konsequenzen. Die beiden Angestellten der Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die auf der Oscar-Bühne die Umschläge mit dem Gewinnernamen austeilten, werden bei zukünftigen Shows nicht mehr dabei sein. Das teilte die Oscar-Akademie mit.

Bei PricewaterhouseCoopers sind stets die beiden Wirtschaftsprüfer Cullinan und Ruiz für die Oscar-Umschläge zuständig: Sie zählen mit einigen wenigen Helfern die Stimmen der mehr als 6000 Mitglieder der Filmakademie aus.

Die langjährigen PwC-Mitarbeiter waren somit am Sonntag hinter der Bühne auch für die Übergabe der Umschläge, in denen die Karten mit den Gewinnern stecken, verantwortlich. Die Hollywood-Legenden Warren Beatty und Faye Dunaway hatten den falschen Umschlag in den Händen und verkündeten zum Show-Ende daher zunächst auch den falschen Gewinner in der Königskategorie "Bester Film". Das Team von "La La Land" hielt schon Dankesreden auf der Bühne, als die Verwechslung bekannt wurde und schließlich "Moonlight" den Preis erhielt.

Cullinan hatte dem Laudator Beatty versehentlich den Ersatzumschlag mit dem Namen der besten Hauptdarstellerin aus "La La Land", Emma Stone, in die Hand gedrückt. Wenige Minuten vor dem historischen Fauxpas hatte Cullinan noch ein Foto von Stone nach ihrem Oscar-Sieg getwittert. US-Medien spekulierten, dass der Prüfer dadurch möglicherweise abgelenkt war.

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Die größten Oscarskandale: Preisverdächtig daneben

PricewaterhouseCoopers entschuldigte sich für die Panne und räumte ein, dass die Mitarbeiter auf der Bühne ihren Fehler nicht schnell genug korrigiert hätten. Die Firma ist seit mehr als 80 Jahren für die geheime Auszählung der Oscar-Gewinner verantwortlich. Am Ende kennen nur zwei Mitarbeiter vorab den Ausgang der Wahl. Die streng gehüteten Ergebnisse in 24 Kategorien werden in versiegelten Umschlägen in zwei separaten Koffern direkt zur Preis-Gala gebracht.

Im Video: So reagierten die Stars auf die Oscar-Panne

REUTERS

wit/dpa/AFP



insgesamt 29 Beiträge
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masselquuu heute, 08:24 Uhr
1. choking under pressure
Sieht denn da niemand sonst die parallelen zur Sportpsychologie? dort nennt man das Scheitern in einer sonst todsicheren Aufgabe unter extremen druckbedingungen (z.b. cl-finale, Nachspielzeit, entscheidender Elfmeter verschossen) choking under pressure. die beiden haben ihren Elfmeter verschossen, zur Strafe geht's jetzt auf die Bank - die einen tauschen Aus, andere hätten sie in ein Seminar zum Thema Strategien der Druckbewältigung geschickt. vielleicht können die zwei ja beides machen? das wäre fair
diplpig 02.03.2017
2. Falsches Fehlermanagement
Die beiden würden den Fehler nie wieder machen. Deswegen wäre es schlau sie weiterhin den Job machen zu lassen. Eine Garantie, dass andere den Fehler nicht machen würden gibt es nämlich auch nicht.
Lankoron 30.11.2017
3. Oh Mann...
Fehler können doch mal passieren. Ich halte das ganze für eine Überreaktion...und wenns bei einem der Oscars für Schnitt oder Musik passiert wäre, würde niemand ein grösseres Aufheben davon machen.
mundusvultdecipi 02.03.2017
4. Braucht man..
..tatsächlich PwC um ein par Wahlzettelchen auszuzählen?
women_1900 02.03.2017
5. PwC ist
eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und diese testieren Jahresabschlüsse, Bilanzen ... PwC hat auch einen Beraterzweig, diese beraten Firmenchefs. Mitarbeiter von PwC liefern eine öffentliche Panne ab.
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