Oscar-Nachlese Pizza-Party bei Oma Hollywood

Besonders aufregend war die 86. Oscar-Verleihung nicht. Aber berührend intim wie ein Familientreffen zu Omas Geburtstag: Es gab Pizza, Familienfotos, die Kinder durften spielen. Und nebenbei zeigte das sonst eher behäbige Hollywood-Fest, dass es so altbacken gar nicht ist.

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Die Nachricht des Abends ist ja nicht, dass Steve McQueens Sklavendrama "12 Years a Slave" wie erwartet und hochverdient den Oscar als bester Film des Jahres 2013 gewonnen hat. Die Nachricht des Abends ist, dass es eine alte Schachtel wie die Oscar-Verleihung, immerhin 86 Jahre alt, geschafft hat, zumindest für ein paar Minuten Twitter in die Knie zu zwingen.

Und womit? Mit einem launigen Familienfoto, einem Selfie, wie das heutzutage genannt wird: Gastgeberin Ellen DeGeneres schnappte sich Meryl Streep, die 18fach Nominierte, und ein paar andere Superstars - und klick, 1,5 Millionen Retweets in den ersten Augenblicken nach dem Posting. Tilt. Twitter wankte. Beim Oscarnacht-Sponsor Samsung dürfte man sich gefreut haben.

Wollte man Hollywoods Standing und Relevanz, den Glanz und Glamour seiner Stars, allein an diesem Knalleffekt messen - die amerikanische Filmbranche müsste sich nicht weiter sorgen. Doch die Zeiten sind schlecht, die kreative Krise ist groß, die Diskrepanz zwischen Nummer-Sicher-Sommerblockbustern und hochwertigen, wenig ertragreichen Oscar-Filmen noch größer, der Traumfabrik scheinen die großen originellen Träume auszugehen. Nicht umsonst beruhten sechs der neun Nominierten für den besten Film auf wahren Begebenheiten, darunter "American Hustle", "Dallas Buyers Club", "The Wolf of Wall Street" und "12 Years a Slave". Vielleicht erschien einem die diesjährige Oscar-Show deswegen so irritierend klein, so bescheiden, fast unglamourös.

"12 Years a Slave": Sieg statt Shitstorm

Ellen DeGeneres, ohnehin nicht die Aufgeregteste, was ihren Charme ausmacht, verbrachte fast mehr Zeit im Publikum als auf der Bühne. Als Durchhalteproviant gab's Lieferpizza aus dem Karton, und dann ging auch noch Pharrells sehr großer Hut für die Kollekte rum - Hollywoods neue Zeichen der Demut: In Zeiten wie diesen, sagen diese Bilder, muss die kleine Kinogemeinde zusammenhalten.

Da wird die große, global ausgestrahlte Gala zum Geburtstagnachmittag zu Omas Ehren. Nicht zu grell, nicht zu aufregend, aber ein paar rührende Momente dürfen schon drin sein. Und die Kinder, namentlich Karen O., Ezra Koenig und die Oscar-Gewinnerin Idina Menzel ("Let It Go"), spielen ein bisschen erbauliche Hausmusik dazu. Auch wenn sich manch alterndes Familienmitglied (John Travolta) nicht an ihren Namen erinnern kann. Liza Minnelli, Bette Midler, Kim Novak - die alten Diven durften nochmal Oscar-Luft schnuppern, aber die Preise gingen, zum Glück, an die jüngeren Kräfte: Erfreulich, dass sich Spike Jonze mit seinem modernen Märchen "Her" in der Drehbuch-Kategorie gegen Bob Nelsons Oldie-Ballade "Nebraska" durchsetzen konnte. Hervorragend, dass Newcomerin Lupita Nyong'o als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde, und nicht die 80-jährige June Squibb, die allein altersmäßig den meisten Oscar-Votern näherstehen dürfte.

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Oscars 2014: Die wichtigsten Preisträger
Überraschungen gab es ansonsten wenige, wie es sich für ein gesittetes Zusammentreffen im Kreise der trauten Familie gehört: Hätte "12 Years a Slave" nicht den Oscar als bester Film gewonnen, wäre der Shitstorm am Montagmorgen riesig und sehr unangenehm für die Academy gewesen. Oder, wie Ellen DeGeneres es auf den Punkt brachte: "Entweder '12 Years a Slave' gewinnt, oder wir sind alle Rassisten".

Man weiß aber nicht, ob es nicht schlicht der komplizierten Punktevergabe-Logik in der Königskategorie zu verdanken ist, dass David O. Russells ungleich unpolitischere, aber sehr unterhaltsame Gauner-Stilübung trotz Favoritenrolle letztlich leer ausging - und "12 Years a Slave" sich von den pflichtschuldigst zahlreich vergebenen Zweiter- und Dritter-Platz-Wertungen an die Spitze schummelte.

Erinnerungen an ein magisches Kinojahr

Wie auch immer: Mit Steve McQueens packenden und eindringlichen Sklavendrama hat der richtige Film die richtigen Preise gewonnen, es hätten auch noch ein paar mehr sein können, aber der Schauspieler-Oscar an Matthew McConaughey geht ebenso in Ordnung wie der Regie-Oscar an Mr. "Gravity", Alfonso Cuarón. Pech für Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio, Pech für David O. Russell und das hervorragende Ensemble von "American Hustle", Pech für Hany Abu-Assad und sein ergreifendes Palästina-Drama "Omar" und für die radikale Dokumentation "The Act of Killing" - aber ein echtes Problem mit den gefällten Entscheidungen dürfte wohl niemand haben. Alles Konsens, alles okay.

Und auch den Vorwurf, dass die Oscars den Massengeschmack nicht abbildeten, muss sich die Academy dieses Mal nicht gefallen lassen: Mit sieben Oscars ist "Gravity" nicht nur der klare Abräumer der Verleihung, er gehört mit rund 700 Millionen Dollar Umsatz auch zu den erfolgreichsten des vergangenen Jahres. Zwei Preise gingen außerdem an Disneys Animationsmärchen "Die Eisprinzessin", einen Bilderbuch-Blockbuster.

Das erinnert dann tatsächlich ein wenig an das magische Kinojahr 1939, dessen 75. Jubiläum bei dieser Oscar-Show mit einer Hommage an den Klassiker "Der Zauberer von Oz" gefeiert wurde. Das Jahr gilt als eines der kreativsten und aufregendsten der Hollywood-Geschichte und brachte neben "Oz" Kino-Meilensteine wie "Mr. Smith Goes to Washington", "Stagecoach" und natürlich "Vom Winde verweht" hervor, das verharmlosend-seifige Gegenstück zu Steve McQueens schonungsloser Sklaverei-Geschichte.

So schließen sich diverse Kreise. Damals gewann mit Hattie McDaniel übrigens die allererste schwarze Schauspielerin überhaupt einen Oscar, sie spielte die Haussklavin in "Vom Winde verweht". Ihr folgt nun mit Lupita Nyong'o eine junge schwarze Darstellerin in einer ähnlichen Rolle nach - in einem weitaus aufklärerischeren, erwachseneren Film. Und die visuellen Wunder des Zauberers von Oz lieferte Cuarón mit seinem Trip ins Wunderreich des Weltalls. Hollywood bleibt sich also treu, ist aber auch im hohen Alter durchaus noch zur Weiterentwicklung fähig.

Da kann man auch mal Pizza statt Champagner reichen und sich wärmend aneinanderkuscheln.

Die Oscars 2014 im Überblick

American Hustle: Hauptsache, das Haar sitzt

So sexy sahen die Siebziger lange nicht aus: Die Gauner-Farce "American Hustle" erzählt vom Mythos des amerikanischen Traums - Dekolletés bis zum Bauchnabel inklusive. Bei den Oscars 2014 war David O. Russells Film in zehn Kategorien nominiert - ging aber leer aus.

Lesen Sie in der Filmkritik von SPIEGEL ONLINE , ob "American Hustle" der Balanceakt zwischen Comedy und Drama gelingt.

Erfahren Sie im Interview mit Regisseur David O. Russell , warum ihm Filme das Leben retten.

Sehen Sie hier die Videokritik zum Film.

Sehen Sie hier den Trailer zum Film.

Gravity: Der nächste Science-Fiction-Klassiker

Zwei Astronauten schweben irgendwo im All: In "Gravity" glänzen George Clooney und vor allem Sandra Bullock als Astronauten, die im Weltraum ums Überleben kämpfen. Eine simple Story, die der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón mit Plansequenzen und 3-D-Effekten ästhetisch aufwendig umgesetzt hat. Bei der Oscar-Verleihung hoffte er auf zehn Trophäen - und nahm sieben sogar mit nach Hause.

Lesen Sie in der Kritik , warum Cuaróns Film einem ganzen Kinosaal den Atem raubte.

Erfahren Sie im Interview mit Regisseur Alfonso Cuarón , warum ihm für sein Science-Fiction-Drama ausgerechnet die Filme von Thriller-Meister Hitchcock als Vorbild dienten.

12 Years a Slave: Freier Mann in Ketten

Zwölf Jahre verbrachte der gekidnappte Northup auf den Plantagen im Süden der USA. Seine Notizen sind die einzigen überlieferten Schilderungen eines freien Afroamerikaners, der in die Mühlen der Sklaverei gerät. Sie dienten Regisseur Steve McQueen als Grundlage für den Film "12 Years a Slave". Bei den Golden Globes wurde das Historiendrama als bester Film ausgezeichnet, und auch bei den Oscars räumte das Drama den Preis in der wichtigsten Kategorie ab.

Lesen Sie hier, warum Regisseur Steve McQueen mit seinem Film auch die Rachephantasie von Quentin Tarantinos "Django Unchained" kritisiert.

Sehen Sie hier die Videokritik zum Filmstart.

Sehen Sie hier den Trailer zum Film.

Captain Phillips: "Die sind hier nicht zum Fischen"

Vor fünf Jahren griffen Piraten ein US-amerikanisches Containerschiff vor der somalischen Grenze an, und nahmen den Kapitän als Geisel. Basierend auf dieser wahren Begebenheit drehte Paul Greengrass - bekannt als Regisseur der "Bourne"-Filme - das Spannungsdrama "Captain Phillips". Zwar ging sein megaprominenter Hauptdarsteller Tom Hanks bei den diesjährigen Oscar-Nominierungen leer aus. Und auch die sechs Nominierungen des Films in anderen Kategorien brachten keinen Gewinn.

Lesen Sie hier ein Porträt des wahren Captain Phillips , der als Vorbild für den Film diente.

Sehen Sie hier den Trailer zum Film.

Dallas Buyers Club: Kriegt ein Supermacho die Schwulenseuche ...

Ron Woodruff ist ein echter "Ladies Man". Er reitet, feiert, pimpert, er geht nicht kaputt und eigentlich nicht mal zum Arzt. Doch dann erfährt der homophobe Rodeoreiter, dass er Aids hat. Jean-Marc Vallées Drama mit Matthew McConaughey basiert auf einer wahren Lebensgeschichte. Bei den Oscars war das Drama in sechs Kategorien nominiert. Hauptdarsteller Matthew McConaughey und Nebendarsteller Jared Leto bekamen den prestigeträchtigen Preis.

Lesen Sie in der Filmkritik , warum "Dallas Buyers Club" SPIEGEL-ONLINE-Autorin Jenni Zylka nicht überzeugen konnte.

Erfahren Sie im SPIEGEL ONLINE-Interview mit Hauptdarsteller Matthew McConaughey , wie er sich auf die Rolle als Schwulenhasser vorbereitete.

Sehen Sie hier eine Videokritik zu "Dallas Buyers Club".

Nebraska: Kleiner Mann, wie eklig

Eines Tages legt sich der Rentner Woody Grant die fixe Idee zu, er habe eine Million Dollar gewonnen und müsse das Geld höchstpersönlich abholen - bloß, weil ein Werbeprospekt das behauptet. Also macht sich sein gutmütiger Sohn zusammen mit dem Vater auf nach Lincoln, Nebraska. Das skurrile Schwarzweiß-Roadmovie von Regisseur Alexander Payne wurde von US-amerikanischen Kritikern geliebt. Bei der Oscarverleihung konnte der Film auf sechs Trophäen hoffen, ging aber leer aus.

Lesen Sie in der Filmkritik , warum "Nebraska" zwar aussieht wie eine Komödie, aber eigentlich gar keine ist.

Sehen Sie hier die Videokritik zum Filmstart.

Sehen Sie hier den Trailer zum Film.

The Wolf of Wall Street: Der Ballerman-Börsianer

Er schnupft Kokainberge weg, stapelt Dollarhaufen, und dazu marschiert gerne mal eine nackte Gespielin durchs Bild - in der Finanzsatire "The Wolf of Wall Street" feiert Leonardo DiCaprio als amoralischer Broker ein rauschendes Fest. Verantwortlich für den Exzess: Meisterregisseur Martin Scorsese. Seine Finanzsatire war im Oscar-Rennen in fünf Kategorien nominiert, bekam aber keinen Preis..

Erfahren Sie in der Filmbesprechung , warum sich SPIEGEL ONLINE-Autor David Kleingers von Scorsese mehr Systemkritik gewünscht hätte.

Lesen Sie im Interview mit Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio , warum ihn abgründige Charaktere am meisten faszinieren.

Sehen Sie hier die Videokritik zum Filmstart.

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Blue Jasmine: Königin Cate im freien Fall

Die Heldin kommt mit einem Erste-Klasse-Ticket nach Kalifornien geflogen, trägt ein Chanel-Jäckchen, steht aber plötzlich in einer ziemlich ärmlichen Straße von San Francisco. In "Blue Jasmine" lässt Woody Allen eine Frau aus der Oberschicht über die faulen Börsengeschäfte ihres Mannes stürzen. Woody Allens Tragödie über Anmaßung war für drei Oscars nominiert. Cate Blanchett wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Lesen Sie in der Kritik , warum SPIEGEL-ONLINE-Autor Wolfgang Höbel Cate Blanchetts Darstellung einer blasierten High-Society-Frau für eine Meisterleistung hält.

Philomena: Der verlorene Sohn

Die 70-jährige Philomena Lee begibt sich zusammen mit einem Journalisten auf die Suche nach ihrem Sohn, den sie vor 50 Jahren unehelich bekam. Die Tragikomödie von Stephen Frears mit Judi Dench in der Hauptrolle basiert auf einer wahren Geschichte - bei der Oscarverleihung war der Film in vier Kategorien nominiert. Einen Preis gab's nicht.

Lesen Sie in der SPIEGEL-ONLINE-Rezension, warum Judi Dench als Hauptdarstellerin überzeugt, der Film jedoch nicht.

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Her: Computerliebe

Beruflich schreibt Theodore Twombly Liebesbriefe für andere Menschen die ihre Gefühle nicht ausdrücken können; tatsächlich ist er aber selbst ein zutiefst einsamer Mann. Eines Tages kauft sich Twombly ein neues Betriebssystem mit künstlicher Intelligenz, das sich wie ein menschliches Wesen verhalten und weiterentwickeln kann - und verliebt sich in die Maschine. Der Film von Spike Jonze mit Joaquin Phoenix und der Stimme von Scarlett Johansson als attraktivem Betriebssystem war in fünf Kategorien für einen Oscar nominiert. Jonze gewann in seiner Kategorie "Bestes Originaldrehbuch".

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Im August in Osage County: Mutter auf Abwegen

Schon dreimal wurde Meryl Streep mit einem Oscar ausgezeichnet - jetzt darf sie auf eine vierte Trophäe hoffen: In John Wells' schwarzer Familienkomödie "Im August in Osage County" überzeugt sie als unberechenbarer Mutterdrachen. Als der Vater ihrer Töchter stirbt, reisen diese mit ihren jeweiligen Partnern zur Mutter - die Fahrt in die Vergangenheit wird für keinen zum Vergnügen. Insgesamt war Wells' Film für vier Oscars nominiert. Streep war wieder nicht unter den Preisträgern.

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The Broken Circle: Die Dinge liegen beschissen

Die kleine Maybelle hat Krebs. Für ihre Eltern folgt ein Höllengang aus Chemotherapie, Bestrahlung, später sogar Stammzellentherapie. Was nicht folgt, ist die Erkenntnis, dass Zeit und Liebe alle Wunden heilen könnten. Der belgische Kinohit "The Broken Circle" von Regisseur Felix Van Groeningen war für einen Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert.

Lesen Sie in der Kritik , warum "The Broken Circle" nicht nur von grausamen Schicksalsschlägen, sondern auch vom ganz großen Glück erzählt.

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Die Jagd: Der Mann muss ein Schwein sein

Hat er das Mädchen angefasst? Sicher, die Kleine lügt doch nicht! Das dänische Kinodrama "Die Jagd" von Thomas Vinterberg erzählt, wie der Vorwurf des Kindesmissbrauchs ein ganzes Dorf dazu verleitet, zu den Waffen zu greifen. In der Rolle des Gejagten: Mads Mikkelsen. Vinterbergs Film war für einen Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert.

Lesen Sie in der Kritik , warum Mads Mikkelsen für diese Hauptrolle beim Filmfestival in Cannes zu Recht ausgezeichnet wurde.

La Grande Bellezza: Die Hauptstadt der Hohlheit

Jep Gambardella trägt Anzüge mit Einstecktuch, landet ab und zu mit einer Frau im Bett und macht sich gerne mal auf der Aussichtsterrasse seiner Wohnung große Gedanken. Ein wenig Sex, ein wenig Philosophie – der italienische Film "La Grande Bellezza" von Paolo Sorrentino will einem alternden Flaneur und der ewigen Stadt Rom ein Denkmal setzen. Dafür war er in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" für einen Oscar nominiert - und gewann.

Lesen Sie in der Kritik , warum SPIEGEL-ONLINE-Autor Wolfgang Höbel "La Grande Belleza" für banal, gleichzeitig aber auch für wunderschön hält.

The Act of Killing: Wenn Mörder Opfer spielen

Als Volkshelden werden die Massenmörder der sogenannten "Saison der Hackmesser" in Indonesien gefeiert. US-Filmemacher Joshua Oppenheimer findet mit "The Act of Killing" eine verblüffende Methode, um die Verklärung der Verbrecher zu stoppen: Er lässt sie ihre eigenen Verbrechen nachstellen. Für dieses radikale Vorgehen war der Film nun als bester Dokumentarfilm nominiert. Der Preis ging aber überraschend an "20 Feet from Stardom".

Lesen Sie , warum "The Act of Killing" eines der intensivsten Kinoerlebnisse des Jahres ist.

Lesen Sie im Interview mit Regisseur Joshua Oppenheimer , was für ihn die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten war.

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
kjartan75 03.03.2014
1. Cate Blanchett
Interessant, dass der Artikel die beste weibliche Hauptrolle vollkommen unterschlägt. Warum?
nunu-na 03.03.2014
2. Eher langweilig
Ich fand es dieses Jahr eher langweilig. Ellen DeGeneres' Einlagen waren doch alle ein bisschen angestaubt, altbacken und viel Durcheinander war auch dabei. Im letzten Jahr war es viel witziger, zackiger, cooler, moderner - leider wurde es ja von der Presse skandalöser dargestellt, als es wirklich war. Das nächste Mal bitte wieder einen Gastgeber mit mehr Schwung, Mut und Spaß.
insomnium 03.03.2014
3.
Und was genau wäre jetzt so schlimm daran gewesen, wenn die 80jährige Schauspielerin gewonnen hätte? Muss man jetzt nicht verstehen, warum der Sieg der Jüngeren zwangsläufig positiver zu bewerten ist, oder?
NewYork76 03.03.2014
4. Ja und nein
Also ich kann mich in weiten Teilen der Meinung von Herrn Borcholte anschliessen. Ich fand uebrigens Ellen hervorragend. Nicht zu penetrant im Vordergrund, aber trotzdem sehr unterhaltsam. Insbesondere schaetze ich an Ellen, dass sie auch ohne Faekalhumor und sexuellen Anzueglichkeiten ein Publikum unterhalten und zum Lachen bringen kann. Aber warum wurde Cate Blanchett im Artikel nicht erwaehnt? Vielleicht weil sie bei ihrer Dankesrede dann doch zu offen Kritik an Hollywood oder spezieller an den Productionsfirmen uebte?
miel36 03.03.2014
5. optional
Leo sollt sich jetzt dem europäischen Film widmen - auch wenn er tief im amerikanischen Kino verwurzelt ist. Mit Scorsese seh ich keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr für ihn.
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