Oscar-Preisträger Schauspieler Philip Seymour Hoffman ist tot

Jahrelang profilierte er sich in Nebenrollen, 2005 gelang ihm mit der Rolle des Schriftstellers Truman Capote der ganz große Durchbruch: Philip Seymour Hoffman bekam dafür den Oscar als bester Hauptdarsteller. Am Sonntag wurde der US-Schauspieler tot in seiner Wohnung in Manhattan aufgefunden.

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New York - Der Schauspieler Philip Seymour Hoffman ist tot. Ein Polizeibeamter bestätigte am Sonntag einen Bericht des "Wall Street Journal", wonach der Oscar-Preisträger tot in seiner Wohnung im New Yorker Stadtteil Manhattan aufgefunden wurde. Die Todesursache war zunächst unklar. In Medien wurde berichtet, der dreifache Vater sei offenbar an einer Überdosis Drogen gestorben.

Um 11.15 Uhr (17.15 Uhr MEZ) sei ein Anruf bei der Polizei eingegangen: Laut "Wall Street Journal" hatte ein Drehbuchautor den 46 Jahre alten Schauspieler mit einer Nadel im Arm in dessen Badezimmer gefunden. Auch die "New York Post" berichtete unter Berufung auf die Polizei von einer Überdosis Drogen.

Hoffman hatte in früheren Interviews erklärt, vor Jahren Drogen missbraucht zu haben. Nach Medienberichten im vorigen Mai war er nach einem Rückfall erneut auf Entzug gegangen.

Charakterdarsteller und Meister des Unkonventionellen

Der im Juli 1967 im Bundesstaat New York geborene Hoffman galt als einer der herausragenden Schauspieler seiner Generation. Für seine Rolle als Schriftsteller Truman Capote in dem biografischen Film "Capote" erhielt er 2006 einen Golden Globe und den Oscar als bester Schauspieler.

Zum Schauspiel kam er noch während seiner Schulzeit: Zunächst war er begeisterter Sportler, doch wegen einer Verletzung wandte er sich der Schultheaterbühne zu.

Zuletzt war er in Filmen wie "The Master" und "Die Tribute von Panem - Catching Fire" zu sehen. Vor seinem Durchbruch hatte er sich bereits mit Nebenrollen einen Namen als Charakterdarsteller gemacht.

Hoffman war ein Meister des Unkonventionellen, oft waren seine Rollen die des unglücklichen, einsamen Mannes. Dabei schreckte er auch nicht vor drastischen Szenen zurück. Gefeiert wurde er auch für seine Rollen in "Der talentierte Mr. Ripley" und "The Big Lebowski". Neben seiner Filmkarriere spielte er weiterhin regelmäßig Theater, 2012 brillierte er in "Tod eines Handlungsreisenden".

2011 debütierte er als Filmregisseur mit der Theateradaption "Jack in Love". Sein letztes Regieprojekt war das Geisterdrama "Ezekiel Moss", das aber noch nicht realisiert wurde.

sun/AFP/dpa

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