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Oscar-Moderatorin DeGeneres: Mit Ellen auf Nummer sicher

DeGeneres als Oscar-Moderatorin: Eine sichere Nummer Fotos
REUTERS

Mit Witzen über Brüste, Schwule und Juden hat Oscar-Moderator Seth MacFarlane zwar für gute Einschaltquoten gesorgt - aber auch für heftige Kritik. Bei der Verleihung 2014 gehen die Veranstalter kein Risiko ein: Sie engagierten Ellen DeGeneres, die beliebteste lesbische US-Moderatorin.

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Los Angeles - Ellen DeGeneres wird die kommende Oscar-Verleihung im März 2014 moderieren. Nur wenige hätten wie die 55-Jährige eine "Gabe für Comedy, Herzlichkeit und Menschlichkeit", sagten die Organisatoren der renommierten Filmpreisverleihung. "Sie wird überall geliebt." Und wer die Reaktionen in den US-Medien verfolgt, muss zu dem Schluss kommen: Es war die richtige Entscheidung.

Die "LA Times" schreibt von "der sicheren Wahl, der richtigen Wahl". Die "Huffington Post" hat gleich zehn Gründe aufgelistet, "warum DeGeneres als Oscar-Moderatorin die beste Sache aller Zeiten ist". Und das Branchenblatt "Hollywood Reporter" fasst zusammen: "Welch besseren Weg hätten die Veranstalter wählen können, um sich von den beleidigenden Sprüchen über Frauen und Schwule zu distanzieren, als die bekannteste und beliebteste lesbische Entertainerin der Welt zu engagieren?"

Tatsächlich kann die Wahl für DeGeneres vor allem als eine Wahl gegen Seth MacFarlane gesehen werden. Der Comedian und TV-Produzent ("Family Guy") sollte die vergangene Show für junge Kinofans attraktiv machen. Er war dabei nicht unerfolgreich, die Einschaltquoten stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Allerdings erntete MacFarlane auch heftige Kritik: Er sang auf der Bühne über die Brüste der Frauen im Publikum, riss Witze über Schwule und Juden.

"Die Oscars bestanden aus einer Serie geschmackloser Sexismuswitze, die von einem armseligen, selbstzufriedenen Seth MacFarlane vorgetragen wurden", hieß es im "New Yorker". Und Rob Sheffield vom Magazin "Rolling Stone" nannte den Moderator einen "stümpferhaften Anfänger".

Als Anfängerin kann man DeGeneres definitiv nicht bezeichnen. Sie hat die Oscars bereits im Jahr 2007 moderiert und wurde für ihre Darbietung mit einem Emmy nominiert. Ihre "The Ellen DeGeneres Show" gehört zu den meistgesehenen Sendungen in den USA. DeGeneres ist eine der ersten TV-Prominenten, die sich öffentlich zu ihrer Homosexualität bekannten. Sie outete sich 1997, seit 2008 ist sie mit der Schauspielerin Portia de Rossi verheiratet.

Auf Twitter schrieb DeGeneres: "Es ist offiziell: Ich werde die Oscars moderieren. Ich danke der Academy, meiner Frau Portia und ... oh nein, jetzt fängt das Orchester an."

aar/AP

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Was haben die erwartet, nie Family Guy gesehen?
wolbek 03.08.2013
ich hab mich bei der letzten Oscarverleihung wirklich amüsiert, McFarlane war grossartig, guter Sänger, auch als Tänzer nicht übel, während Frau Generes wirklich unerträglich ist, ihre verlogene Anteilnahme und ihre gespielte Herzlichkeit erinnert an BibelTV Stars, wer diese Wahl begrüsst sollte gezwungen werden 10 Minuten ihrer Show zu sehen.
2. Ellen DeGeneres
spon-facebook-1810274577 03.08.2013
Ellen DeGeneres hat Klasse. Mehr muss über man über die endlich wieder mal gute Moderatoren-Wahl der Academy nicht sagen.
3. was hat Moderatorin sein
Lisa_can_do 03.08.2013
mit lesbisch sein zu tun? Die beliebteste lesbische Moderatorin (also unter allen lesbischen Moderatorinnen ist Frau DeGeneres die Beliebteste?). Extrem professionell, sympathisch - die Frau. Anteilnahme? Man kennt sich untereinander und die Ami's sind eben anders als wir, gerade was Moderation betrifft um Welten besser. MacFarlane fand ich auch sehr gut, aber peinlich und schwächelnd ist es, Witze auf Kosten von Anderen zu machen. Auf Frau DeGeneres - es wird wieder super werden, die Oskar-Show!
4. Keine Lösung in Sicht
Christian Wernecke 03.08.2013
Zitat von sysopREUTERSMit Witzen über Brüste, Schwule und Juden hat Oscar-Moderator Seth McFarlane zwar für gute Einschaltquoten gesorgt - aber auch für heftige Kritik. Bei der Verleihung 2014 gehen die Veranstalter auf Nummer sicher: Sie engagierten Ellen DeGeneres, die beliebteste, lesbische US-Moderatorin. http://www.spiegel.de/kultur/kino/oscars-2014-ellen-degeneres-wird-filmpreis-moderieren-a-914610.html
Indem die sexuelle Ausrichtgung von Nicht-Heterosexuellen immer wieder unterstrichen wird, wird ihre Andersartigkeit auch immer wieder zementiert. So löst man das Problem der Diskriminierung Homosexueller natürlich nicht.
5. Auch mein erster Gedanke
karamzin 03.08.2013
Zitat von Christian WerneckeIndem die sexuelle Ausrichtgung von Nicht-Heterosexuellen immer wieder unterstrichen wird, wird ihre Andersartigkeit auch immer wieder zementiert. So löst man das Problem der Diskriminierung Homosexueller natürlich nicht.
Ich habe mich auch gefragt, warum ihre sexuelle Orientierung gleich in der Überschrift thematisiert wird. Will man damit zeigen, wie toll liberal und offen man ist? Das Gegenteil ist der Fall! Wie das ist mein Lieblingsjude o.ä.
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