Hollywood Oscars 2016 - das sind die wichtigsten Filme

Kann "The Revenant" noch gestoppt werden? Warum wird Newcomerin Brie Larson wahrscheinlich Cate Blanchett ausstechen? Vor der Verleihung Sonntagnacht: die wichtigsten Oscarfilme und ihre Chancen im Überblick.

Geht mit 12 Nominierungen als Favorit ins Rennen: "The Revenant"
DPA/ 20th Century Fox

Geht mit 12 Nominierungen als Favorit ins Rennen: "The Revenant"


"The Revenant"

AP/ Twentieth Century Fox

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Bildgestaltung, Bestes Kostüm, Bester Schnitt, Bestes Mak-up und Hairstyling, Bestes Produktionsdesign, Besten Soundschnitt, Beste Sound-Mischung, Beste visuelle Effekte

Mit fast schon monströsen zwölf Nominierungen geht Alejandro González Iñárritus "The Revenant" ins Oscar-Rennen. Leonardo DiCaprio spielt in dem Survival-Western einen Trapper, der sich durch eisige Wildnis schleppt, um Rache an den Mördern seines Sohns zu nehmen. Nicht auszumalen, welche Strapazen Leo noch auf sich zu nehmen bereit ist, sollte es wider Erwarten diesmal nicht mit dem Oscar klappen.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "The Revenant".


"Bridge of Spies"

20th Century Fox

Nominiert für: Bester Film, Bester Nebendarsteller, Beste Musik, Bestes Produktionsdesign, Bestes Originaldrehbuch, Bester Soundschnitt

Tom Hanks verteidigt die Menschlichkeit im Kalten Krieg: In seinem meisterlich inszenierten Spionage-Thriller "Bridge of Spies" erzählt Steven Spielberg eine erbauliche Geschichte aus dem bitterkalten Ost-Berlin. Dass Spielberg selbst nicht für die beste Regie nominiert wurde, hat viele verwundert. Womöglich geht mit dem großartigen Nebendarsteller Mark Rylance, der bislang in seiner Heimat Großbritannien ein Theaterstar war, der vermeintlich kleinste Name in dieser Prestige-Produktion mit einem Oscar nach Hause.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Bridge of Spies".


"The Big Short"

Paramount

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller, Bester Schnitt, Bestes adaptiertes Drehbuch

So einen witzigen, wütenden und formal gewagten Film über die Finanzkrise hätte man Hollywood kaum zugetraut - und noch weniger dem Mann, der für Komödien wie "Anchor-Man" verantwortlich ist. Doch Adam McKay und sein grandioses Star-Ensemble aus Christian Bale, Steve Carell, Brad Pitt und Ryan Gosling ist das Kunststück gelungen. Bei den Producer Guild Awards, dem zuverlässigsten Indikator für den Bester-Film-Oscar, hat "The Big Short" bereits abgeräumt. Ob es ihm auch am Sonntagabend gelingt?

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "The Big Short" und unser Interview mit Regisseur Adam McKay.


"Brooklyn"

20th Century Fox

Nominiert für: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch

In Sundance 2015 als einer von vielen gefälligen Indie-Produktionen gestartet, hat sich "Brooklyn" überraschend zum dreifachen Oscar-Kandidaten entwickelt. Das ist vor allem das Verdienst von Hauptdarstellerin Saoirse Ronan, die der Geschichte um die Liebesnöte einer jungen Irin, die in den Fünfzigerjahren nach New York kommt, mehr Tiefe gibt, als es die betuliche Inszenierung und das schlichte Drehbuch eigentlich hergeben.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Brooklyn".


"Mad Max: Fury Road"

Warner Bros.

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Kostüm, Beste Bildgestaltung, Bester Schnitt, Bester Soundschnitt, Beste Sound-Mischung, Bestes Makeup und Hairstyling, Beste visuelle Effekte, Bestes Produktionsdesign

Es wäre schon eine Leistung gewesen, nicht gänzlich gegen die Vorgängerfilme abzufallen. Doch mit seiner feministisch getunten Fortsetzung der "Mad Max"-Saga hat George Miller glatt einen neuen Klassiker des Action-Kinos geschaffen. Ein postapokalyptisches Ballett aus Schrott und Stahl, das sogar die "Fast & Furious"-Filme lahm aussehen lässt und durch Siege in den technischen Kategorien - und womöglich bei der Regie - zum großen Gewinner des Abends werden könnte.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Mad Max: Fury Road".


"Der Marsianer"

20th Century Fox

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Soundschnitt, Beste Sound-Mischung, Beste visuelle Effekte, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Produktionsdesign

Bei den Golden Globes war "Der Marsianer" als Komödie geführt, was in der Branche für einiges Kopfschütteln sorgte. Tatsächlich hat es aber noch keinen besser gelaunten Survival-Film gegeben als Ridley Scotts überraschend optimistischen Sci-Fi-Hit über einen auf dem Mars gestrandeten Astronauten. Matt Damon spielt ihn großartig beherzt, weshalb er die einzig halbwegs ernsthafte Konkurrenz für Leonardo DiCaprio als bester Hauptdarsteller sein dürfte.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Der Marsianer".


"Raum"

Universal Pictures

Nominiert für: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch

Nach Motiven der Fälle Fritzl und Kampusch hat Emma Donoghue erst einen Roman, dann das Drehbuch zu "Raum" verfasst. Brie Larson als Ma, die als 17-Jährige entführt wird, und Jacob Tremblay als ihr kleiner Sohn, der während der Gefangenschaft geboren wird, rühren mit ihrer Verletzlichkeit und ihrem Kampfeswillen zu Tränen. Larson wird höchstwahrscheinlich als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, doch ohne den herausragenden Tremblay, der gar nicht nominiert wurde, würde ihre Darstellung nicht funktionieren.

"Raum" läuft ab dem 17. März in den deutschen Kinos.


"Spotlight"

Paramount

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin, Bester Nebendarsteller, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt

Tom McCarthys Journalisten-Drama "Spotlight" erzählt unaufgeregt und dennoch ungemein packend, wie das Investigativ-Team "Spotlight" des "Boston Globe" den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche der USA aufdeckte. Das durchweg glänzende Ensemble, von denen Rachel McAdams und Mark Ruffalo als Nominierte eher zufällig ausgewählt wirken, weiß genau, wie es seinen Figur individuelles Profil verleihen kann, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Die wahrscheinlich größte Konkurrenz für "The Revenant" in der Kategorie "Bester Film."

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Spotlight".


"Anomalisa"

Paramount

Nominiert für: Bester Animationsfilm

Unsympathische Puppen im mittleren Alter mit Bauchansatz: Autor und Regisseur Charlie Kaufman, der für einen Hollywood-Außenseiter bemerkenswerterweise bereits drei Mal für den Oscar nominiert war und 2004 sogar einen gewann, hat mit "Anomalisa" einen Stop-Motion-Film über die Liebe gedreht. Ein Meisterwerk, das wohl zu schmerzhaft ehrlich für die Hauptkategorien war. Auch im Duell mit "Alles steht Kopf" als bester Animationsfilm wird er das Nachsehen haben. Trotzdem einer der Filme des Jahres.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Anomalisa".


"Alles steht Kopf"

Disney Pixar

Nominiert für: Bester Animationsfilm, Bestes Originaldrehbuch

"Alles steht Kopf" spielt in der Gefühlswelt einer Elfjährigen, aber ist nicht nur etwas für Kinder: So mitreißend wie Pete Docter in seiner mittlerweile sechsten Arbeit für Pixar hat schon lange keiner mehr über die Herausforderung des Lebens erzählt. Schwer verständlich, warum er es nicht unter die Nominierten für den besten Film geschafft hat. Aber mit seinem - nach "Oben" - zweiten Oscar für den besten Animationsfilm dürfte Docter allemal nach Hause gehen.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Alles steht Kopf".


"Carol"

DCM

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Beste Bildgestaltung, Bestes Kostüm, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Musik

Weder als bester Film noch für die beste Regie im Rennen: Trotz sechs Nominierungen gilt Todd Haynes' brillante Adaption von Patricia Highsmiths Liebesthriller "Der Preis von Salz" als von der Academy übergangen. Ein Preis für Rooney Mara als beste Nebendarstellerin dürfte die wahrscheinlichste Auszeichnung sein. Da "Carol" der größte kommerzielle und Kritikererfolg seiner Karriere ist, dürfte das für Todd Haynes aber nicht allzu sehr ins Gewicht fallen.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Carol" und unser Interview mit Regisseur Todd Haynes.


"The Hateful Eight"

Universum

Nominiert für: Beste Nebendarstellerin, Beste Bildgestaltung, Beste Musik

Vergleichsweise wenig Liebe hatten die Oscars in diesem Jahr für Quentin Tarantino übrig. Sonst ein sicherer Kandidat für das beste Drehbuch, fanden bei seinem Schnee-Western "The Hateful Eight" diesmal nur das Spiel von Jennifer Jason Leigh sowie die Bilder von Robert Richardson und die Musik von Ennio Morricone Gefallen. Einen Ehren-Oscar hat Morricone bereits, doch die Academy wird sich kaum die Möglichkeit nehmen lassen, ihn nach sechs Nominierungen für eine konkrete Arbeit auszuzeichnen.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "The Hateful Eight" und unser Interview mit Quentin Tarantino und Jennifer Jason Leigh


"Steve Jobs"

Universal Pictures

Nominiert für: Bester Hauptdarsteller, Beste Nebendarstellerin

Tolle Besucherzahlen zum Start ließen das bereits dritte Filmporträt von Apple-Mitbegründer "Steve Jobs" wie einen Hit erscheinen - doch der Film lief nur im Einzugsgebiet von Apples Unternehmenssitz gut. Mittlerweiler gilt Danny Boyles Verfilmung von Aaron Sorkins Drehbuch als veritabler Flop. Ein Makel, der den Nominierungen von Michael Fassbender als Jobs und Kate Winslet als Kollegin Joanna Hoffman zum Glück nicht im Weg stand. Beide dürften aufgrund der starken Konkurrenz dennoch mit leeren Händen nach Hause gehen.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Steve Jobs"


"Joy"

DPA/ 20th Century Fox

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin

Ein Titel ist Jennifer Lawrence bei den Oscars 2016 schon mal sicher: Sie ist der am besten verdienende Star des Abends. Rund 52 Millionen US-Dollar hat sie von Juni 2014 bis 2015 erwirtschaftet, wie der Branchendienst Variety errechnet hat. Damit erweist sich Lawrence als ähnlich gute Geschäftsfrau wie Joy Mangano, die Erfinderin des Wischmobs, die sie in "Joy" porträtiert. Da David O. Russells Film insgesamt wenig Anerkennung fand, hat Lawrence allerdings so gut wie keine Chance auf ihren zweiten Oscar nach "Silver Linings".

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Joy"


"45 Years"

Piffl Medien

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin

In "45 Years" spielen Charlotte Rampling und Tom Courtenay kongenial ein Rentnerpaar, dessen Beziehung nach den titelgebenden Jahren plötzlich vor dem Ende steht. Courtenay als weniger bekannter Name wurde von der Academy übergangen, Rampling hat ihre ohnehin begrenzten Chancen durch ein paar unbedachte Äußerungen zur Diversitätsdiskussion zunichte gemacht. Immerhin haben sie auf der Berlinale 2015 jeweils einen Silbernen Bären für ihre Darstellung erhalten.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "45 Years" und unser Interview mit Regisseur Andrew Haigh


"The Danish Girl"

Universal Pictures

Nominiert für: Bester Hauptdarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Kostüm, Bestes Produktionsdesign

So sieht Oscar-Stoff aus: Eddie Redmayne spielt in "The Danish Girl" die Malerin Lili Elbe, die sich als eine der ersten Personen weltweit einer geschlechtsangleichenden Operation unterzieht. Da Redmayne erst 2015 für "Die Entdeckung der Unendlichkeit" gewann, dürfte ein Oscar für ihn unwahrscheinlich sein. Eher noch könnte Alicia Vikander als Ehefrau Gerda Wegener gewinnen, dabei war ihre Paraderolle 2015 eigentlich die des weiblichen Androiden in "Ex Machina".

Lesen Sie hier unser Interview mit Alicia Vikander


"Sicario"

Studiocanal/ Richard Foreman

Nominiert für: Beste Bildgestaltung, Beste Musik, Bester Sound-Schnitt

Nach der Premiere von Denis Villeneuves Drogenthriller in Cannes hatte es einigen "Oscar buzz" um Emily Blunts Darstellung einer CIA-Agentin im Kampf gegen die mexikanischen Kartelle gegeben. Der ist abgeebbt, von "Sicario" im Gedächtnis geblieben sind vor allem Roger Deakins eindrückliche Bilder: Wenn die US-Einsatztruppen nach Mexiko fahren, sieht das bei ihm aus wie eine biblische Plage, die über eine Stadt hereinbricht. Ganz vielleicht kann Deakins seinem Kollegen Emmuel Lubetzki ("The Revenant") den dritten Oscar in Folge streitig machen.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Sicario" und unser Interview mit Regisseur Denis Villeneuve


"Amy"

Prokino

Nominiert für: Bester Dokumentarfilm

Der Promi-Faktor zählt bei den Oscars nicht nur auf dem roten Teppich: Mit "Searching for Sugar Man" und "20 Feet From Stardom" hat die Academy in den vergangenen Jahren immer wieder Dokumentarfilme ausgezeichnet, die sich im weitesten Sinne mit der Entertainmentbranche beschäftigen. Asif Kapadias posthumes Porträt "Amy" von Amy Winehouse hat zudem noch exklusive Privataufnahmen zu bieten - ein kaum zu schlagender Favorit.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Amy"


"The Look of Silence"

Drafthouse Films

Nominiert für: Bester Dokumentarfilm

Mindestens 500.000 Menschen sind in den Sechzigern in Indonesien grausam ermordet worden. Joshua Oppenheimers erster Film, "The Act of Killing", zeigte die Täter und ließ sie sprechen. Der Nachfolger "The Look of Silence" zeigte die Opfer - sie schwiegen. Nachdem schon sein Erstlingsfilm nur nominiert, aber nicht ausgezeichnet wurde, dürfte sich das Schicksal bei "The Look of Silence" für Oppenheimer wiederholen.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "The Look of Silence"


"Trumbo"

Paramount

Nominiert für: Bester Hauptdarsteller

Seit seiner einzigartigen Rolle in "Breaking Bad" - und seinen sehr sympathischen Auftritten bei diversen Preisverleihungen - ist Bryan Cranston einer der Lieblinge der Unterhaltungsindustrie. In "Trumbo" spielt er den Drehbuchautor Dalton Trumbo, der in der McCarthy-Zeit auf Hollywoods schwarzer Liste landete und jahrelang unter Pseudonym arbeiten musste. In den USA kam der Film eher gemischt an. Doch Cranston bei den Oscars - das wollte sich die Academy nicht entgehen lassen. Eher eine Sympathiebekundung als eine Leistungsanerkennung.

"Trumbo" läuft ab dem 10. März in den deutschen Kinos


"Star Wars: The Force Awakens"

Walt Disney/ Lucasfilm

Nominiert für: Bester Schnitt, Beste Musik, Bester Sound-Schnitt, Beste Sound-Mischung, Beste visuelle Effekte

Von den mittlerweile sieben "Star Wars"- Filmen war nur der allererste jemals als bester Film nominiert (und verlor gegen "Annie Hall"). Mit den restlichen fünf teilt J.J. Abrams' Fortsetzung "Das Erwachen der Macht" das Schicksal, allein in den technischen Kategorien nominiert zu sein. Für den dritterfolgreichsten Film aller Zeiten dürfte das aber nicht allzu ärgerlich sein.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Star Wars: The Force Awakens" und unsere Interviews mit Regisseur J.J. Abrams und Drehbuchautor Lawrence Kasdan


"Mustang"

Weltkino

Nominiert für: Bester fremdsprachiger Film

Gleich mit ihrem Spielfilmdebüt hat es die gebürtige Türkin Deniz Gamze Ergüven unter die Nominierungen für den Auslands-Oscar geschafft - neben Dokumentarfilmerin Liz Garbus ("What Happened, Miss Simone?") ist sie die einzige Regisseurin, die 2016 nominiert wurde. In "Mustang" erzählt sie sehr poetisch von fünf Schwestern, die sich in der türkischen Provinz gegen konservative Moralvorstellungen auflehnen. Wenn ein Film dem ungarischen Beitrag "Sauls Sohn" Konkurrenz machen kann, dann dieser hier.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Mustang" und unser Interview mit Regisseurin Deniz Gamze Ergüven


"Sauls Sohn"

Sony Pictures

Nominiert für: Bester fremdsprachiger Film

Er hat jahrelang Altmeister Béla Tarr assistiert und sich von Claude Lanzmann beraten lassen: Der Ungar Laszlo Nemes legt mit seinem Auschwitzdrama "Sauls Sohn" zwar seinen Debütfilm vor, doch es ist das Werk eines absoluten Profis. Aus der Perspektive des Juden Saul Ausländer, der als Mitglied der sogenannten Sonderkommandos und damit als Helfershelfer der Nazis sich ein paar Wochen mehr Leben erkauft, führt der Film direkt in die Hölle des Vernichtungslagers. Seit seinem Debüt in Cannes der Favorit auf den Auslands-Oscar.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Sauls Sohn" zu seiner Premiere in Cannes. Der Film läuft ab 10. März in den deutschen Kinos


"Straight Outta Compton"

Universal Pictures

Nominiert für: Bestes Originaldrehbuch

Schwarze (Musik-)Geschichte, schwarzes Ensemble, schwarzer Regisseur - aber wer wird für den Oscar nominiert? Die weißen Drehbuchautoren. Neben "Creed" hat sich die Debatte über fehlende Vielfalt bei den Oscars nicht zuletzt an dem Biopic über die Hip-Hop-Gruppe NWA entfacht. O'Shea Jackson Jr. als Ice Cube oder Jason Mitchell als Eazy-E wären würdige Kandidaten für die Nebendarsteller-Kategorie gewesen, am deutlichsten fehlt "Straight Outta Compton" aber in der Rubrik "Bester Film". Aber den Triumph, dass er das zehnfache seines Budgets eingespielt hat, kann keiner der nominierten Filme "Compton" nehmen.

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Straight Outta Compton"


"Creed"

Warner Bros.

Nominiert für: Bester Nebendarsteller

Und noch mal: Schwarze Geschichte, schwarze Hauptfiguren, schwarzer Regisseur - aber wer wird für den Oscar nominiert? Der weiße Nebendarsteller. Nach sechs Auftritten als Rocky Balboa könnte Sylvester Stallone beim siebten Mal tatsächlich mit einem Oscar ausgezeichnet werden. Für einen Film, der Rockys Geschichte als schwarzen Familienepos neuerfindet, ist das allerdings eine irritierende Auszeichnung. Immerhin: Für November 2017 ist die Fortsetzung von "Creed" angesetzt. Vielleicht greifen bis dahin ja die Reformen, die Academy-Präsidentin Cheryl Boone erlassen hat?

Lesen Sie hier unsere Kritik zu "Creed"

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