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Kinopreis: Deutschland schickt "Labyrinth des Schweigens" ins Oscar-Rennen

Szene aus "Labyrinth des Schweigens": "Spannendes und bewegendes Drama" Zur Großansicht
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Szene aus "Labyrinth des Schweigens": "Spannendes und bewegendes Drama"

Welcher deutsche Film bewirbt sich um den Oscar? Eine Jury hat jetzt "Im Labyrinth des Schweigens" ausgewählt, das Drama um die Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Der Thriller "Victoria" ging leer aus - weil darin zu viel Englisch gesprochen wird.

Der Film "Im Labyrinth des Schweigens" geht als deutscher Beitrag ins Rennen um eine Oscarnominierung als bester nicht-englischsprachiger Film. Das gab die von German Films berufene Jury am Donnerstag bekannt. "Regisseur Giulio Ricciarelli und seinem Team gelingt in seinem gewissenhaft recherchierten Debütfilm ein spannendes und bewegendes Drama", urteilte die Jury.

"Im Labyrinth des Schweigens" befasst sich mit der Vorgeschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse Ende der Fünfzigerjahre. Der Film erzählt erschütternd genau von der Verdrängung des Holocaust im Nachkriegsdeutschland.

Insgesamt standen der Jury acht Filme zur Auswahl. Neben Labyrinth des Schweigens auch "Elser - Er hätte die Welt verändert" von Oliver Hirschbiegel über den verhinderten Hitler-Attentäter, "Freistatt" von Marc Brummund, Til Schweigers Alzheimer-Film "Honig im Kopf", "Jack" von Edward Berger, "Schmidts Katze" von Marc Schlegel, "Wir sind jung. Wir sind stark" von Burhan Qurban und "Victoria" von Regisseur Sebastian Schipper.

Über Schippers Echtzeit-Thriller war im Vorfeld viel diskutiert worden. Auf dem Weg zum Oscar stieß "Victoria" auf offenbar unüberwindbare Hürden: In dem Film wird zu 49 Prozent Englisch gesprochen, von der Academy sind in der Kategorie aber nur 40 Prozent erlaubt. "Es lag keine Ausnahmegenehmigung vor", sagte Jury-Sprecherin Dagmar Hirtz.

Eine offizielle Nominierung bedeutet die Entscheidung für "Im Labyrinth des Schweigens" noch nicht. Die fünf Nominierten wählt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles aus den Einsendungen aus allen Ländern aus. Die 88. Oscar-Verleihung findet am 28. Februar in Los Angeles statt.

Filmrezension "Im Labyrinth des Schweigens"

bka/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Irgendwie deprimierend...
betaknight 27.08.2015
Haben wir Filmtechnishc wirklich nichts anderes zu bieten als irgendwelche DDR Komödien oder den gefühlten 1000ten Film im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg? Naja und Tatort natürlich.....
2. Schade,
koepi71 27.08.2015
dass der deutsche Film nur wahrgenommen wird, wenn es um Nazis, Stasi oder Kommunisten geht.
3. Chance vertan
michibln 27.08.2015
Der Film "Victoria" ist ein Meisterwerk und es ist wirklich schade, dass seine Nominierung an zweifelhaften formalen Kriterien scheiterte.
4.
Korf 27.08.2015
Bei aller Kritik an den immer wiederkehrenden Sujets des erfolgreichen deutschen Films - im Augenblick hat Deutschland international signifikante Imageprobleme. Da ist es nicht schlecht, wenn man kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit demonstrativ nach außen trägt.
5.
jhea 27.08.2015
Zitat von koepi71dass der deutsche Film nur wahrgenommen wird, wenn es um Nazis, Stasi oder Kommunisten geht.
Tja, zu schade aber auch dass der Deutsche nichts anderes sehen will. der deutsche Film war mal führend unter anderem in den Kategorien Sci Fi, ich erinnere da mal an das Werk Metropolis. Oder die durchaus lustige Sendung Raumpatrouille. Ich würde mir echt gern mal ne neue deutsche Sci Fi Serie/Film oder etwas Fantasy-technisches ansehen. Aber in Dland wird nur noch Krimi produziert und irgendwelche 'Komödien' von untalentierten Schauspielern deren Titel immer abwechselnde Anzahl an Ohren haben, oder alte Internet Memes sind... (soviel zur Kreatívität von Schweiger (oh my gawd)) Da wir also in erster Linie Sachsenklinik und Krimi können, und unlustigen bullcrap mit Schweiger, wird es auch wieder extrem Lange dauern bis hier ein guter Film rumkommt. Ich denke das Problem lässt sich nur biologisch lösen, also wenn die alten Tatort Fans langsam alle das zeitliche gesegnet haben (mögen sie noch lange leben :) ) Und eine neue Generation anfängt fern zu sehen (oder Netflix oder whatever). Es ist ja nun nicht wirklich ein Geheimnis dass die jüngere Generation sich durchaus mit Game of Thrones, Dexter, Breaking Bad, the Walking Dead und co beschäftigt... Warum steigt der deutsche Film da nicht auch ein? Oder muss man an den deutschen Filmfördervereinen und Filmschulen auch mal neues Personal einbringen?
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