Oscars 2018 "Shape of Water" ist bester Film des Jahres

13 Nominierungen, vier Siege: Guillermo del Toros Fantasy-Märchen "Shape of Water" ist der Gewinner der Oscarverleihung. Alles Wichtige zur Show, den politischen Momenten und den Preisträgern.

REUTERS

In Hollywood sind zum 90. Mal die Oscars vergeben worden, die wichtigsten Filmpreise der Welt. Großer Gewinner des Abends ist das Fantasy-Märchen "Shape of Water" - es wurde von der Jury insgesamt mit vier Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Oscar als bester Film des Jahres. Die Regie führte der Mexikaner Guillermo del Toro, für diese Arbeit wurde er erstmals mit einem Oscar ausgezeichnet. Außerdem gab es Preise für die Filmmusik und das Produktionsdesign.

Frances McDormand bekam den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Sie wurde für ihre Rolle in der Tragikomödie "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" ausgezeichnet. Es ist der zweite Oscar für die 60-Jährige. Während ihrer Dankesrede forderte sie alle weiblichen Oscar-Nominierten im Saal auf, sich von ihren Sitzen zu erheben. Dann sagte sie: "Schaut euch um - wir alle haben Geschichten, die erzählt und Projekte, die finanziert werden wollen."

Als bester männlicher Darsteller wurde Gary Oldman gekürt. Der 59-jährige Brite übernahm die Rolle als Winston Churchill in dem Historiendrama "Die dunkelste Stunde". In seiner Dankesrede wandte sich Oldman an seine Mutter: Sie solle schon mal das Teewasser aufsetzen, er bringe Oscar heim.

In diesem Jahr moderierte erneut Jimmy Kimmel die Gala. "Was hier passiert, ist Geschichte", sagte er zu Beginn. "Oscar ist derzeit der beliebteste und meistrespektierte Mann: Er hält seine Hände dort, wo man sie sehen kann." Er sei nie unflätig und habe keinen Penis, sagte Kimmel. "Das ist ein Mann, von dem wir mehr in dieser Stadt brauchen."

Kimmel spielte damit auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Produzent Harvey Weinstein und weitere Männer im Filmgeschäft an. "Die Welt schaut auf uns, wir müssen ein Beispiel setzen", sagte er mit Blick auf die Aufklärung von Missbrauchsfällen und Forderungen nach Gleichberechtigung. Das sei längst überfällig gewesen.

Kimmel kam explizit auf die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern in der Showbranche zu sprechen - am Beispiel von Mark Wahlberg, der bei einem Dreh mehr als tausendmal so viel wie seine Kollegin Michelle Williams verdiente.

Schauspielerin Viola Davis vergab den ersten Oscar des Abends: Sam Rockwell gewann in der Kategorie Bester Nebendarsteller. In "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" spielt der 49-Jährige einen rassistischen Kleinstadtpolizisten.

Als beste Schauspielerin in einer Nebenrolle wurde Allison Janney für ihre Darbietung in "I, Tonya" ausgezeichnet. Die 58-Jährige spielt darin die gnadenlose Mutter einer Eiskunstläuferin. Der Film basiert auf der Geschichte der ehemaligen Eiskunstläuferin Tonya Harding. Es ist Janneys erster Oscar.

Unter den diesjährigen Gewinnern ist auch ein Deutscher: Gerd Nefzer hat den Oscar für die besten visuellen Effekte gewonnen. Der 52-Jährige wurde mit drei Kollegen für die Arbeit am Science-Fiction-Film "Blade Runner 2049" ausgezeichnet.

Alle Entwicklungen der Oscarverleihung können Sie hier in unserem Minutenprotokoll nachlesen.

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Stars auf dem roten Teppich: Die Oscars sind bunt

Die wichtigsten Oscarpreisträger im Überblick:

  • Bester Film: "The Shape of Water"
  • Beste Schauspielerin: Frances McDormand, "Three Billboards outside Ebbing, Missouri"
  • Bester Schauspieler: Gary Oldman, "Darkest Hour"
  • Beste Schauspielerin in einer Nebenrolle: Allison Janney, "I, Tonya"
  • Bester Schauspieler in einer Nebenrolle: Sam Rockwell, "Three Billboards outside Ebbing, Missouri"
  • Beste Regie: Guillermo del Toro, "The Shape of Water"
Alle Preisträger im Überblick

aar/dpa

insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
alice63 05.03.2018
1. Schuss nicht gehört
Hey Kommentatoren, vielleicht nicht nur darüber reden wie gut Rita Moreno und Eva Marie Saint für ihr Alter aussehen? Ich glaube, sie haben auch noch andere Sachen geleistet.
schnakenkopp 05.03.2018
2. Wen interessiert
diese Onanie-Veranstaltung eigentlich noch ? Warum Die ersten 4 Artikel darüber ? Mich kotzen diese Leute an. Wen noch ???
bulatelux 05.03.2018
3.
Genau .. "Die Welt" hat auch gerade nix anders zu tun, als auf Euch zu schauen. Waaahnsing spannend. .
creative1708 05.03.2018
4. Gibt es....
.....keine anderen Themen über die berichtet werden können! Die Oskarverleihung ist doch nur von Hollywood für Hollywood...genauso wie die goldene Kamera! Wie wärs mit einem Hintegrundbericht über das syrische Mädchen welches vom Bruder mit einem Messer niedergestochen wurde während andere Familienmitglieder das Ganze filmten? ....Denn das ist das Realität, da kommt kein Hollywoodstreifen mit!??
Affenhauptmann 05.03.2018
5. Wen es nicht interessiert...
Liebe Mitschreiber, wenn euch der Oscar nicht interessiert, dann lest die Beiträge einfach nicht und vor allem kommentiert sie nicht - man muss nicht alles kommentieren. On Topic: mir geht diese "political correctness" mittlerweile deutlich zu weit. Da sagt also der von mir sonst sehr geschätzte Jimmy Kimmel dass wir mehr Männer ohne Penis brauchen - aha, interessant. Und Mark Wahlberg ist auf der gesamten Welt bekannt - natürlich verdient er mehr als Michelle Williams, die ausserhalb der USA keine Sau kennt - mal deutlich gesagt. Zuguterletzt @metoo: Wie viele der Damen haben denn damals "ja" wozu auch immer gesagt, um ihre Karriere voranzutreiben???? Das macht die Handlungen der beteiligten Männer nicht besser, aber euch liebe Damen auch nicht. 10 - 20 Jahre später Vorwürfe zu erheben, die so überhaupt nicht mehr nachprüfbar sind ist für mich einfach nur lächerlich. Wenn damals alle nein gesagt hätten, dann hätte sich solch ein "System" gar nicht entwickeln können - also bei der Schuldfrage mal ganz locker bleiben.
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