Oscars 2018 "Aus dem Nichts" geht für Deutschland ins Rennen

Der neue Film von Fatih Akin "Aus dem Nichts" ist Deutschlands Einreichung für den Auslands-Oscar 2018. Ob es für eine Nominierung für das Rachedrama mit NSU-Bezug reicht, ist damit aber noch nicht gesagt.

Diane Kruger in "Aus dem Nichts"
DPA/ Warner Bros.

Diane Kruger in "Aus dem Nichts"


Fatih Akins neuer Film "Aus dem Nichts" geht für Deutschland in das Rennen um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film. Das gab die Auswahlkommission unter der Ägide von German Films, der Auslandsvertretung der deutschen Filmbranche, am Donnerstag Vormittag bekannt. Aus den nationalen Einreichungen wählt die Academy die fünf Filme aus, die schließlich nominiert werden.

Zur der Begründung sagte die neunköpfige Auswahlkommission: "'Aus dem Nichts' ist gleichzeitig Drama, Gerichtsfilm und Thriller. Fatih Akin erzählt von Recht und Gerechtigkeit, Rache und Schmerz - wendungsreich, schonungslos und von mitreißender Erzählkraft. "

"Aus dem Nichts", der am 23. November in die deutschen Kinos kommt, feierte im Mai seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Cannes. Während der Film, der Elemente des Skandals um den NSU aufnimmt und mit einer privaten Rachegeschichte verflechtet, gemischte Kritiken erhielt, wurde die Leistung von Hauptdarstellerin Diane Kruger einhellig gelobt. Am Ende des Festivals konnte sich Kruger über den Preis als beste Schauspielerin freuen. Seitdem hat sich Branchengeflüster, dass es womöglich sogar für eine Oscar-Nominierung für Kruger reichen könnte, nicht gelegt.

Mit der Einreichung von "Aus dem Nichts" stärkt German Films nun Krugers Aussichten, der Film selber hat aber bereits jetzt starke Konkurrenz: Soeben hat Schweden bekannt gegeben, dass es "The Square" als nationale Einreichung ausgewählt hat. Ruben Östlunds Gesellschaftssatire hatte in Cannes die Goldene Palme gewonnen.

Die Oscar-Nominierungen 2018 werden am 23. Januar bekannt gegeben. Die Verleihung erfolgt am 4. März in Los Angeles.

Die deutschen Einreichungen der vergangenen zehn Jahre im Überblick:
2008: "Auf der anderen Seite" von Fatih Akin (keine Nominierung)
2009: "Der Baader Meinhof Komplex" von Uli Edel (Oscar-Nominierung)
2010: "Das weiße Band" von Michael Haneke (Oscar-Nominierung)
2011: "Die Fremde" von Feo Aladag (keine Nominierung)
2012: "Pina" von Wim Wenders (keine Nominierung als Auslandsfilm - dafür allerdings in der Kategorie Dokumentarfilm)
2013: "Barbara" von Christian Petzold (keine Nominierung), dafür gewann die deutsch-österreichische Koproduktion "Liebe" von Michael Haneke den Oscar.
2014: "Zwei Leben" von Georg Maas (keine Nominierung)
2015: "Die geliebten Schwestern" von Dominik Graf (keine Nominierung)
2016: "Im Labyrinth des Schweigens" von Giulio Ricciarelli (keine Nominierung)
2017: "Toni Erdmann" von Maren Ade (Oscar-Nominierung)



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