Nach Umschlag-Panne Bei den Oscars 2018 sind Handys backstage verboten

Neue Regeln für die Oscarverleihung: Nach dem Chaos 2017 bleibt die Prüfgesellschaft zwar dieselbe, aber zukünftig sollen mehr Mitarbeiter über die Gewinner informiert - und diese weniger abgelenkt sein.

Verwirrung um Warren Beatty
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Verwirrung um Warren Beatty


Die Oscar-Akademie hat Konsequenzen aus der Panne bei der diesjährigen Preisverleihung gezogen: Zwar darf die Wirtschaftsprüfungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) weiterhin die Abstimmung über die Preise auswerten und die Gewinnerumschläge aushändigen - neue Regeln wie ein Handyverbot hinter der Bühne sollen aber eine erneute Verwechslung der Preisträger verhindern.

"Nach gründlicher Überprüfung" habe der Vorstand beschlossen, die Zusammenarbeit mit PwC fortzusetzen, erklärte Akademie-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs am Mittwoch. Sie kündigte zugleich eine Reihe neuer Vorschriften an: Demnach soll ein dritter Mitarbeiter, der die Gewinner kennt, bei der Preisverleihung dabei sein.

PwC-Veteran Rick Rosas, der von 2002 bis 2013 die Oscar-Umschläge aushändigte, soll 2018 wieder dabei sein - sozusagen die Entsprechung zu Billy Crystal, der immer dann als Oscar-Moderator eingesprungen ist, wenn Not am Mann ist.

Zudem sollen elektronische Geräte wie Handys im Backstage-Bereich verboten werden. Denn in diesem Jahr hatte einer der beiden zuständigen PwC-Mitarbeiter, Brian Cullinan, eine Twitter-Mitteilung abgesetzt, bevor er den Laudatoren den falschen Umschlag übergeben und damit das Debakel ausgelöst hatte. Außerdem solle es "Verbesserungen bei der Überprüfung der Umschlagkategorien auf der Bühne" geben.

Bei der Oscarverleihung im Februar wurde wegen des vertauschten Umschlags fälschlicherweise "La La Land" als bester Film ausgerufen, obwohl der Preis für "Moonlight" bestimmt war. Die Panne fiel erst auf, als die "La La Land"-Macher bereits auf der Bühne feierten. PwC zählt seit 83 Jahren die Stimmen der Mitglieder der Oscar-Akademie aus, die über die Preisvergabe abstimmen.

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Die größten Oscarskandale: Preisverdächtig daneben

Cullinan und seine Kollegin Martha Ruiz wurden persönlich für die Panne verantwortlich gemacht und von weiteren Oscarverleihungen ausgeschlossen. Boone erklärte am Mittwoch, die Akademie bleibe bei ihrer Einschätzung, dass das Verhalten der PwC-Mitarbeiter inakzeptabel gewesen sei.

Die Umschläge mit den Gewinnernamen gibt es in zweifacher Ausführung, weshalb es möglich war, dass die Laudatoren den Zweitumschlag mit dem Namen der besten Schauspielerin Emma Stone in die Hand bekamen. Stone war kurz zuvor für ihre Rolle in "La La Land" geehrt worden.

Warren Beatty, der gemeinsam mit Faye Dunaway die Laudatio für den besten Film hielt, guckte nach der Öffnung des Umschlags verwirrt, zögerte einige Sekunden und übergab die Karte dann trotzdem an Dunaway. Diese rief "La La Land" als besten Film aus.

Im Video: So reagierten die Stars auf die Oscar-Panne

REUTERS

feb/dpa/AFP



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