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07. September 2018, 12:25 Uhr

Hickhack in Hollywood

Neue Oscar-Kategorie? Erst einmal doch nicht 

Eigentlich wollte die Academy schon 2019 bei den Oscars den "Besten populären Film" auszeichnen. Dazu kommt es nun doch nicht, entsprechende Pläne sollen verschoben werden.

Schon die Verkündung einer geplanten neuen Oscar-Kategorie namens "Bester populärer Film" endete in einem Kommunikationsdesaster. Jetzt folgt ein Salto rückwärts: Der für die Verleihung 2019 angekündigte Preis wird nun doch nicht verliehen. Das teilte die Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences mit.

Offiziell hieß es, die Academy brauche mehr Zeit, um an den Plänen zu arbeiten. Es könne zu Problemen für bereits veröffentlichte Filme führen, wenn die neue Kategorie so spät im Jahr implementiert werde. Keine Rede war in dem Statement davon, wann der "Beste populäre Film" nun zum ersten Mal prämiert werden soll.

Academy-Präsident John Bailey sagte der Nachrichtenagentur AP, er könne sich vorstellen, dass es schon ein Jahr später als geplant so weit sei. Andere in der Branche, zum Beispiel der "Hollywood Reporter", munkeln dagegen, es sei wahrscheinlich, dass die Pläne still und heimlich beerdigt würden.

Die Vorstellung der neuen Kategorie hatte für Ärger und Verwunderung gesorgt, was vor allem daran lag, dass die Academy keinerlei Kriterien für den Preis genannt hatte. Nun hätte sie ihre Vorstellungen schnellstens konkretisieren müssen, die Oscar-Verleihung 2019 findet bereits am 24. Februar statt.

Daran dürfte sie gescheitert sein. Wie weit die Vorstellungen auseinanderliegen, zeigt das AP-Interview von John Bailey. Darin sagt er, der Preis sei gar nicht - wie zunächst gedacht - ausschließlich für Filme mit großen Budgets und großen Einspielergebnissen gedacht gewesen. Sondern eher für mittelgroße Filme wie "A Quiet Place" oder "Crazy Rich Asians", die schwer zu finanzieren seien.

kae/AP

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