Akademie-Präsidentin zu Oscar-Nominierungen "Würde gerne mehr Vielfalt sehen"

Nur weiße Schauspieler, nur wenige Nominierungen für das Bürgerrechtsdrama "Selma": Die Auswahl der diesjährigen Oscar-Kandidaten löste Kritik aus. Nun antwortet die Akademie-Präsidentin.

Akademie-Präsidentin Boone Isaacs, Schauspieler Pine: Diskussionen über Oscar-Nominierungen
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Akademie-Präsidentin Boone Isaacs, Schauspieler Pine: Diskussionen über Oscar-Nominierungen


Los Angeles - Es dauerte nicht lange, bis sich Protest regte: Als am Donnerstag die Nominierungen für die Oscars bekannt gegeben wurden, begann wenig später in den USA der Twitter-Hashtag #OscarsSoWhite zu trenden - und das Thema zählt noch immer zu den meistgenannten in dem Kurzmitteilungsdienst. Hintergrund: Alle 20 nominierten Schauspieler und Schauspielerinnen sind weiß, in den Kategorien Drehbuch und Regie sind zudem keine Frauen nominiert. (Einen Kommentar zu der Auswahl lesen Sie hier.)

Nun hat die Präsidentin der Academy of Motion Picture Arts and Science zu den Vorwürfen Stellung bezogen. Die Akademie gebe sich Mühe, eine Vielfalt von Stimmen und Meinungen auszusuchen, sagte Cheryl Boone Isaacs in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Schwarze und Frauen zu erreichen sei ein großes Ziel.

"In den vergangenen zwei Jahren haben wir größere Schritte gemacht als je zuvor, um eine vielfältigere und offenere Organisation zu werden", sagte Boone Isaacs. "Ich persönlich würde gerne eine größere kulturelle Vielfalt bei unseren Nominierten in allen Kategorien sehen. Und ich freue mich darauf."

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Oscar-Nominierungen 2015: Unter Weißen
Laut einer Studie der "Los Angeles Times" aus dem Jahr 2012 waren 94 Prozent der rund 7000 Acadamy-Mitglieder weiß und eine überwältigende Mehrheit männlich. In einer neueren Untersuchung hatte sich an diesen Statistiken nicht viel geändert. Boone Isaacs ist die erste Schwarze an der Spitze der Akademie.

Auf die Frage, ob sie oder die Akademie sich schäme, weil fast ausschließlich Weiße nominiert worden seien, wollte Boone Isaacs nicht eingehen. Sie sei stolz auf die Nominierten, von denen alle Anerkennung verdienten.

Unverständnis hatte unter anderem ausgelöst, dass das umjubelte Bürgerrechtsdrama "Selma" nicht oft bedacht wurde. Martin-Luther-King-Darsteller David Oyelowo wurde ebenso wenig nominiert wie Regisseurin Ava DuVernay - sie wäre die erste Schwarze in dieser Kategorie gewesen.

Man dürfe nicht außer Acht lassen, dass "Selma" als bester Film nominiert wurde, so Isaacs. "Es ist ein Award, der die Leistung aller an der Produktion Beteiligten hervorhebt."

Die Oscars werden am 22. Februar in Los Angeles verliehen. Moderiert wird die Gala in diesem Jahr von "How I Met Your Mother"-Star Neil Patrick Harris.


Die Nominierten in den wichtigsten Kategorien finden Sie hier.

Die Oscar-Favoriten im Video sehen Sie hier.

hut/AP



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
nickleby 17.01.2015
1. Oscar
Anscheinend sind die Nominierten die Besten, unabhängig von der Hautfarbe. Es kann durchaus sein, dass im nöchsten Jahr andere Nominierungen vorhanden sind. Aber im Augenblick haben wir die Kraft des Faktischen
pascal3er2 17.01.2015
2. Mehr Vielfalt?
Ja, das möchte ich auch endlich mal wieder sehen. Eure Hollywoodstreifen können mit den Alten Filmen der 60er und 70er Jahre schon längst nicht mehr mithalten. Ständig kommen Filme 2.0 herraus und ständige Null Inhalt und irgendwelcher Animations Action Mist. Und sich dann beschweren wenn sich Menschen alte Filme auf kino.to angucken, weil den neuen Dreck niemand sehen will. Ausnahmen sind höchstens low-budged Filme die genau gegen euren Hollywood-Dreck stehen den ihr fabriziert. Hollywood ist schon länst zu einer Video-Überwachungs-Schmarotzer Stadt verkommen. Wir wollen euch Kapitalisten nicht mehr.
guntalk 17.01.2015
3. Finde es....
...eher kriminell, dass Ralph Fiennes nicht für seine Rolle des Monsieur Gustave nominiert wurde!
note4shape 17.01.2015
4. Oscar: weapon of mass distraction
Oscar: Die irrelevante glanzvoll inszenierte Goetterdaemmerung des in sich selbst verliebten glanzabhaengigen Hollywood. Die Masse, die danach lechtzt, sich ein wenig in diesem falschen Glanz mitzusonnen, hat ihre Ablenkung. Am Tag danach ist Oscar vergessen, weil eine andere Ablenkung her muss, um das taegliche Ueberleben tragbar zu machen.
moen2 17.01.2015
5.
Zitat von pascal3er2Ja, das möchte ich auch endlich mal wieder sehen. Eure Hollywoodstreifen können mit den Alten Filmen der 60er und 70er Jahre schon längst nicht mehr mithalten. Ständig kommen Filme 2.0 herraus und ständige Null Inhalt und irgendwelcher Animations Action Mist. Und sich dann beschweren wenn sich Menschen alte Filme auf kino.to angucken, weil den neuen Dreck niemand sehen will. Ausnahmen sind höchstens low-budged Filme die genau gegen euren Hollywood-Dreck stehen den ihr fabriziert. Hollywood ist schon länst zu einer Video-Überwachungs-Schmarotzer Stadt verkommen. Wir wollen euch Kapitalisten nicht mehr.
Genau solche Filme sind doch kaum nominiert?! Keine Ahnung warum Filme wie Whiplash, Boyhood, Birdman oder Grand Budapest Hotel als Hollywood-Dreck bezeichnet werden. Da muss ich mich doch schwer wundern.
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