Filmpreisverleihung Oscar-Show soll kürzer und populärer werden

Die Verleihung des renommierten Filmpreises Oscar soll sich ab dem Jahr 2020 in drei zentralen Punkten ändern. Damit reagieren die Veranstalter auf anhaltende Kritik und schwindendes Interesse an der Show.

Oscar-Statue
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Oscar-Statue


Das Interesse an der Oscarverleihung war zuletzt noch einmal gesunken. In diesem Jahr verfolgten nur noch 26,5 Millionen Zuschauer die Show am Bildschirm, 2017 waren es noch knapp 33 Millionen Menschen gewesen - und der Rekord liegt bereits zwei Jahrzehnte zurück: Damals räumte der Film "Titanic" ab, und 55,2 Millionen Fernsehzuschauer hatten eingeschaltet.

Nun soll die Gala in drei zentralen Punkten reformiert werden, wie Akademiepräsident John Bailey und Generalsekretärin Dawn Hudson mitteilten:

  • Die Verleiher von Hollywoods höchsten Filmpreisen wollen ab 2020 eine neue Sparte ("popular film") zur Würdigung von Publikums-Hits einführen und damit den Massengeschmack stärker berücksichtigen. Die Kriterien für diese Auszeichnungen sind aber noch nicht festgelegt. Mit der neuen Kategorie werden künftig insgesamt 25 Oscars pro Jahr verliehen. In der Vergangenheit war die Akademie häufig für ihren Snobismus kritisiert worden.
  • Die Oscarverleihung soll ab 2020 kürzer ausfallen. Die Show werde auf drei Stunden begrenzt, hieß es in der Nachricht von Bailey und Hudson. Die Verleihung am vergangenen 4. März hatte drei Stunden und 54 Minuten gedauert - und damit fast die bisherige Rekordlänge erreicht, die 2002 mit vier Stunden und 20 Minuten erzielt wurde. Nach den neuen Plänen sollen nun einige Preise im Dolby-Theater während der Werbepausen statt in der Live-Show ausgeteilt werden. Höhepunkte dieser Ehrungen würden dann in gekürzter Form in die weltweite Übertragung eingespielt.
  • Als dritte große Neuerung gaben Bailey und Hudson bekannt, dass der Termin der Gala ab übernächstem Jahr vorverlegt werden soll. Bislang finden die Preisverleihungen Ende Februar oder Anfang März statt, für 2020 wurde der Termin auf den 9. Februar festgesetzt. Auf diese Weise soll der zeitliche Abstand zu den vorherigen anderen Filmpreisverleihungen in den USA verkürzt werden. Besonders die rund zweimonatige Pause zwischen den Golden Globes und den Oscars wird häufig als unnötige Verlängerung der Preisverleihungs-Saison kritisiert.

Die 91. Oscarverleihung im kommenden Jahr soll am 24. Februar stattfinden. Die Nominierungen werden am 22. Januar 2019 verkündet.

aar/dpa/AFP



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
s.raudolf 09.08.2018
1. Alles schön und gut...
Es wäre hilfreicher, wenn uns Moderator und Preisträger politische Belehrungen und linke Agitation ersparen würden und die Oscars wieder zu der Unterhaltungsshow würden, die sie mal gewesen sind...
outsider-realist 09.08.2018
2.
Zitat von s.raudolfEs wäre hilfreicher, wenn uns Moderator und Preisträger politische Belehrungen und linke Agitation ersparen würden und die Oscars wieder zu der Unterhaltungsshow würden, die sie mal gewesen sind...
Gegen rechte Agitation hätten Sie also nichts einzuwenden?
Lankoron 09.08.2018
3. Die Terminfrage hat auch
mit der Footballsaison zu tun...nach dem Jahreswechsel laufen die Play-Offs und der Superbowl, da kann sich aus Werbegründen keine Verleihung dazwischen schieben.
schgucke 09.08.2018
4.
da man angesichts der vielen Werbung in dieser Show irgendwann eh den Faden verliert, ist es nur konsequent, in den Werbepausen die Preise zu vergeben. gegen die viele Werbung hilft, sich den Stream eines anderen Landes anzusehen. da wird in den US-Werbepausen nämlich anderes gezeigt, Diskussionen zum Beispiel. muss man sich halt den eigenen Sprachkenntnissen entsprechend raussuchen.
valmel 09.08.2018
5. Medienereignis nur in D?
Würde mich nicht wundern. Ich jedenfalls habe noch nie verstanden, warum man sich Millionäre beim Schaulaufen ansehen sollte. Diese Selbstvermarktung ist doch einfach nur langweilig.
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