"Parade-Preuße" Schauspieler Wolfgang Preiss gestorben

Der Schauspieler Wolfgang Preiss ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Für seine Darstellungen, unter anderem als Hitler-Attentäter Stauffenberg in "Der 20. Juli", wurde der "Parade-Preuße" zweimal mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.


Schauspieler Preiss (1991): "Parade-Preuße"
DPA

Schauspieler Preiss (1991): "Parade-Preuße"

Bühlerhöhe/Baden-Baden - Der Film- und Fernsehschauspieler Wolfgang Preiss ist am Mittwoch im Alter von 92 Jahren in der Nähe von Baden-Baden gestorben. Das bestätigte die in München lebende Schwiegertochter des Darstellers. Der am 27. Februar 1910 in Nürnberg geborene einstige "Parade-Preuße" auf deutschen Kinoleinwänden sei am Mittwoch in einer Klinik auf der Bühlerhöhe gestorben, hieß es. Erst im Februar hatte Preiss seine Ehefrau Ruth verloren. Er wirkte in mehr als 100 deutschen und internationalen Produktionen mit.

Für seine Rolle als Claus Graf Schenk von Stauffenberg in dem Kriegs-Drama "Der 20. Juli" erhielt Preiss 1956 seinen ersten Bundesfilmpreis. 1987 bekam er die Auszeichnung noch einmal für sein Lebenswerk verliehen. Der Sohn eines Studienrats studierte zunächst in München Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften. Parallel dazu nahm er Schauspielunterricht und absolvierte eine Tanzausbildung. Seine frühen Theaterengagements führten ihn vor dem Krieg nach München, Heidelberg, Königsberg, Bonn und Bremen. Zu seinen Rollen gehörte unter anderem der Marquis Posa in Schillers "Don Carlos". In seiner Berliner Zeit spielte Preiss mit Zarah Leander in "Die Große Liebe".

Wichtige Filmrollen übernahm Preiss unter anderem in "Canaris" neben O.E. Hasse, "Oberarzt Dr. Solm", "Die tausend Augen des Dr. Mabuse", "Rosen für den Staatsanwalt", "Der längste Tag" und "Hunde, wollt ihr ewig leben?". Auch nach seinem 75. Geburtstag zog es Preiss immer wieder in die Film- und Fernsehstudios. So trat er 1986 für die ZDF-Produktion "Der Feuersturm" als Generalfeldmarschall von Brauchitsch und für die vierteilige Serie über das Leben des Arztes, Theologen und Musikers Albert Schweitzer erneut vor die Kamera. Zuletzt war er 1997 als Alexander von Humboldt in der venezolanischen Produktion "Aire libre" zu sehen.



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