"Kojak" und "Pelham 123" US-Regisseur Joseph Sargent gestorben

Sein bekanntester Kinofilm ist der Thriller-Klassiker "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123", viel wichtiger aber war Joseph Sargents Arbeit als Pionier anspruchsvoller TV-Filme und -Serien. Jetzt ist der US-Regisseur im Alter von 89 Jahren verstorben.

Getty Images

Los Angeles/Berlin - "Er hatte keine Angst, Risiken einzugehen und war der festen Überzeugung, dass das Fernsehpublikum Geschichten höchster Qualität verlangt", sagte Paris Barclay, Vorsitzender der US-Regisseursgilde DGA laut "Hollywood Reporter" in einem Statement zum Tod von Joseph Sargent. Der amerikanische TV- und Kino-Regisseur ist am Montag im Alter von 89 Jahren an der Lungenkrankheit COPD gestorben, wie sein Agent dem US-Branchenmagazin bestätigte. Sargents bekanntester Film ist der Thriller "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" ("The Taking of Pelham 123") von 1974.

Sargent wurde in Lee Strasbergs berühmtem Actors Studio als Schauspieler ausgebildet, wechselte jedoch schnell hinter die Kamera. Seine Karriere als Fernsehregisseur begann er in den Sechzigerjahren, als komplexe, anspruchsvolle TV-Stoffe noch die Ausnahme waren. Sargent drehte zunächst Massenware: "Lassie", "Bonanza", "Rauchende Colts", "Solo für O.N.K.E.L", sogar eine Folge von "Star Trek", "Das Korbomit-Manöver" von 1966, entstand unter seiner Regie.

Erst Anfang der Siebzigerjahre konnte sich Sargent, 1925 als Giuseppe Danielle Sorgente in Jersey City, New Jersey, geboren, künstlerisch entfalten. Für den TV-Krimi "Der Mordfall Marcus Nelson", Pilotfilm der Serie "Einsatz in Manhattan" um den New Yorker Ermittler Kojak, bekam er 1973 einen Emmy als bester Regisseur. Neun Mal war Sargent insgesamt für den amerikanischen TV-Oscar nominiert, drei weitere gewann er zwischen 1980 und 1992, unter anderem für das Melodram "Caroline?" mit Stephanie Zimbalist. Zu den wichtigsten TV-Filmen Sargents zählen auch die Biopics "The Karen Carpenter Story" (1989) und "Mandela und DeKlerk - Zeitenwende" (1997), das KZ-Drama "Das Mädchenorchester von Auschwitz" (1980, zusammen mit Daniel Mann) sowie "Ein Werk Gottes" über die Herzchirurgen Alfred Blalock und Vivien Thomas (2004).

Auch fürs Kino arbeitete Sargent in den Siebziger- und Achtzigerjahren regelmäßig. Neben dem Thriller-Klassiker "Pelham 123" mit Walter Matthau, den Tony Scott 2009 neu verfilmte, gehören das Burt-Reynolds-Vehikel "Der Tiger hetzt die Meute" (1973) und das Soldatendrama "MacArthur" (1977, mit Gregory Peck) zu seinen erfolgreichsten Filmen.

Als schicksalhaft erwies sich jedoch seine Entscheidung, 1987 die Regie bei der dritten Fortsetzung des Horrorklassikers "Der weiße Hai" zu übernehmen. "Der weiße Hai IV - Die Abrechnung" wurde von Kritikern einhellig verrissen und vom Publikum abgestraft. Regisseur Sargent wurde für die Goldene Himbeere nominiert, Hollywoods Spottpreis für die schlechtesten Leistungen des Jahres. Fortan blieb Sargent seinem angestammten Medium, dem Fernsehen, treu.

bor



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
twister-at 23.12.2014
1. und was sind jetzt die anspruchsvollen Serien?
viel wichtiger aber war Joseph Sargents Arbeit als Pionier anspruchsvoller TV-Filme und -Serien. So steht es im Anreißer und daher suchte ich auch danach" Was fand ich? Sargent drehte zunächst Massenware: "Lassie", "Bonanza", "Rauchende Colts", "Solo für O.N.K.E.L", sogar eine Folge von "Star Trek" Das sind aber Serien, die er nicht entwickelte, sondern bei denen er einige Episoden zu verantworten hat. Danach wird "Kojak", also Einsatz in Manhattan erwähnt - das ist _eine Serie_. Welche anderen anspruchsvollen Serien hat er nun als Pionier entwickelt? Noch einmal der Anreißer: viel wichtiger aber war Joseph Sargents Arbeit als ___Pionier anspruchsvoller TV-Filme und -Serien. ___ Sorry, aber lest doch bitte mal, was ihr schreibt. Wenn er _eine_ anspruchsvolle Serie verzeichnet, dann ist es falsch so zu tun als hätte es mehrere gegeben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.