Neuer Oscar-Favorit Wirtschafts-Satire gewinnt wichtigen Produzenten-Preis

Das Oscar-Rennen hat einen neuen Favoriten: Die Wirtschafts-Satire "The Big Short" bekam überraschend den Hauptpreis bei den PGA Awards der Hollywood-Produzentengilde.

Szene aus "The Big Short" (mit Steve Carell und Ryan Gosling): Neuer Favorit?
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Szene aus "The Big Short" (mit Steve Carell und Ryan Gosling): Neuer Favorit?


Seit Samstagabend ist die Frage, wer die besten Chancen hat, den Oscar als bester Film der aktuellen Kino-Saison zu gewinnen, wieder offen. Nach den Oscar-Nominierungen schien sich anzudeuten, dass sich entweder der Survival-Western "The Revenant" mit Leonardo DiCaprio (12 Nominierungen) oder das Journalisten-Drama "Spotlight" (6 Nominierungen) durchsetzen würde. Doch der Produzentenverband Hollywoods, der am Samstag in Los Angeles die alljährlichen Awards verlieh, zeichnete überraschend die Wirtschaftskrisen-Satire "The Big Short" mit dem Hauptpreis aus. Den Darryl F. Zanuck Award genannten Hauptpreis nahmen die Produzenten Dede Gardner, Jeremy Kleiner und Brad Pitt entgegen.

Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn die Producers Guild of America mit ihren rund 7000 Mitgliedern nicht in den vergangenen acht Jahren stets denjenigen Film mit ihrem Award ausgezeichnet hätte, der wenige Wochen später auch den Oscar als bester Film gewann. In den vergangenen Jahren lag die PGA in 19 von 26 Fällen richtig.

Viele der PGA-Mitglieder sind gleichzeitig auch Angehörige der Oscar verleihenden Academy of Motion Picture Arts and Sciences (Ampas), ihre Entscheidungen sind also um einiges aussagekräftiger als die Golden Globes oder die Critic's Choice Awards, die von Branchen-Outsidern verliehen werden. Zudem bedient sich die Produzentengilde als einziger der Hollywood-Verbände des gleichen komplizierten präferentiellen Abstimmungs-Systems (hier anschaulich erklärt), das auch die Academy bei der Ermittlung der Oscar-Gewinner anwendet.

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"The Big Short": Die Finanz-Minions rücken an

Sollte "The Big Short" nun am 30. Januar auch noch den Ensemble-Preis bei den SAG Awards des Schauspielerverbands gewinnen und Regisseur Adam McKay kurze Zeit später den Preis der Directors Guild bekommen, wird ein Sieg des bisherigen Außenseiter-Kandidaten am 28. Februar immer wahrscheinlicher. Aber noch sind "The Revenant", "Spotlight" oder auch "Mad Max: Fury Road" oder"The Martian" nicht aus dem Rennen.

Nominiert für den Hauptpreis der PGA waren neben diesen dreien und "The Big Short" außerdem Steven Spielbergs Kalter-Krieg-Thriller "Bridge of Spies", das Immigranten-Drama "Brooklyn", der Science-Fiction-Film "Ex Machina" von Alex Garland, Denis Villeneuves Drogenkriegs-Thriller"Sicario" sowie das HipHop-Drama "Straight Outta Compton". Überraschend außen vor blieben der Mega-Blockbuster des Jahres, "Star Wars: Das Erwachen der Macht" sowie der Kritikerliebling "Carol".

Weitere Preise gingen an Pixars Animationsfilm "Inside Out", die Musikerinnen-Dokumentation "Amy", die TV-Serien "Fargo", "Game of Thrones" und "Transparent" sowie an das Web-Serie "Comedians in Cars Getting Coffee", das als bestes digitales Comedy-Format ausgezeichnet wurde.

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Oscars 2016: Die 10 Filme mit den meisten Nominierungen

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