Produktwerbung Spielberg kassiert Rekordsumme

Von seinem neuen Film "Minority Report" erhoffte sich Regisseur Steven Spielberg schon wegen Starschauspieler Tom Cruise hohe Einnahmen. Doch es waren viel unauffälligere Darsteller, die der Produktionsfirma schon vor der Veröffentlichung 25 Millionen Dollar einbrachten.


Steven Spielberg: Nebenrollen für Nokia, Pepsi, Reebok
REUTERS

Steven Spielberg: Nebenrollen für Nokia, Pepsi, Reebok

"Product Placement" heißt das Zauberwort. Die Übersetzung: Seine Produkte gut sichtbar in Hollywoodstreifen einsetzen. Der Film bekommt dafür Geld vom Hersteller, für den das Erscheinen seiner Erzeugnisse vor der Kamera die beste Werbung ist. Einen neuen Rekord für Produktwerbung hat nun der amerikanische Regisseur Steven Spielberg aufgestellt. Für seinen Science-Fiction-Thriller "Minority Report" erhielt er 25 Millionen Dollar. Für diese Summe durften in seinem Film unter anderem Produkte der Marken Bulgari, Nokia, Pepsi und Reebok "mitspielen".

Sollte eine alte Hollywood-Weisheit der Wahrheit entsprechen, dann dürfte das Product Placement diesen Konzernen aber keinen Geldsegen bringen. Die Legende besagt, dass auf Science-Fiction-Filmen ein Fluch liegt. Angeblich haben nach dem Erscheinen der Filme "2001: Odyssee im Weltraum" und "Blade Runner" mehrere Firmen Konkurs anmelden müssen, die in ihnen Produktwerbung gemacht hatten.

Kein Pech bringen hingegen Actionfilme. Der Einsatz des Z3 im James Bond Film "Golden Eye" hat BMW 1995 nach eigenen Angaben eine Zeitungsberichterstattung mit einer Auflage im 100-Millionen-Bereich eingebracht. Vom neuen Actionfilm "Men in Black", in dem mehrere E-Klasse-Modelle eine große Rolle spielen, erhofft sich DaimlerChrysler einen ähnlichen Erfolg.

An den amerikanischen Kinokassen erfüllte "Minority Report" die hohen Erwartungen nicht. Spielbergs neuestes Werk konnte sich in der ersten Woche nur knapp gegen den Disneyfilm "Lilo & Stitch" durchsetzen und wurde bereits in der zweiten Woche von der Spitze der amerikanischen Kinocharts gekickt. Da sind die 25 Millionen Dollar für Produktwerbung wohl ein willkommenes Trostpflaster.



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