Protest gegen Dreharbeiten: Radikale Hindus stürmen Bin-Laden-Filmset

Hass auf Pakistan: In Indien haben radikale Hindus die Kulissen eines Filmes überrannt, der die Jagd auf Osama Bin Laden zeigt - weil dort auch pakistanische Flaggen zu sehen waren. US-Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow will jetzt vorerst auf Beflaggung verzichten.

US-Regisseurin Kathryn Bigelow: Ärger um Abbottabad-Nachbau in Indien Zur Großansicht
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US-Regisseurin Kathryn Bigelow: Ärger um Abbottabad-Nachbau in Indien

Neu Delhi/Berlin - Radikale Hindus haben in Nordindien die Dreharbeiten für den neuen Film von Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow ("The Hurt Locker") über die Jagd auf Terroristenchef Osama Bin Laden unterbrochen. Crewmitglieder hätten sich am Freitag in Sicherheit bringen müssen, als Anhänger extremistischer Hindugruppen das Set in einem Vorort der Stadt Chandigarh stürmten, berichtete die Nachrichtenagentur IANS.

Die Aktion habe sich gegen den Nachbau der pakistanischen Stadt Abbottabad gerichtet, wo Bin Laden im Mai 2011 von einer US-Spezialeinheit getötet worden war, hieß es. Demnach rissen die Hindus grün-weiße pakistanische Nationalflaggen und Schilder in Pakistans Landessprache Urdu herunter. "Wir werden nicht erlauben, dass pakistanische Fahnen in der (indischen) Stadt wehen", sagte einer der Demonstranten.

Dem Bericht zufolge war Regisseurin Bigelow zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nicht am Set. Anschließend habe sie sich jedoch bereiterklärt, in den nächsten Drehtagen auf pakistanische Flaggen zu verzichten. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage in Pakistan hatte sich das Filmteam entschieden, den Film im benachbarten Indien zu drehen. Die beiden Atommächte haben seit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um die Region Kaschmir.

Der rabiate Protest ist nicht die erste Widrigkeit für Bigelows Projekt: Im vergangenen Dezember hatte das Pentagon wegen des Drehbuchs Ermittlungen wegen möglichen Geheimnisverrats eingeleitet. Der republikanische Vorsitzende des Ausschusses für innere Sicherheit im US-Repräsentantenhaus, Peter King hatte zuvor einen entsprechenden Antrag beim Pentagon und beim Geheimdienst CIA gestellt.

King gab an, er fürchte, dass die Regisseurin und ihr Team für den Film über die jahrelange Verfolgung und abschließende Tötung Bin Ladens durch US-Spezialkräfte geheime Informationen aus dem Pentagon erhalten hätten.

kuz/dpa

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