Manson-Morde Quentin Tarantino gibt neues Filmprojekt bekannt

Sein Markenzeichen sind blutige Genrefilme. Quentin Tarantinos neues Werk wird das erste sein, das auf Tatsachen beruht: Es soll sich um die 1969 von der so genannten Manson-Familie verübten Morde drehen.

Quentin Tarantino
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Quentin Tarantino


In Quentin Tarantinos Filmen sind über die Jahre zahlreiche Figuren auf groteske und explizite Weise zu Tode gekommen. Insofern klingt es zunächst nicht sehr überraschend, dass es auch in seinem geplanten neuen Film um eine Mordserie gegen soll. Dennoch dürfte sich damit einiges ändern: Tarantino plant, die Manson-Morde zu verfilmen.

In der Nacht vom 8. August 1969 hatten Mitglieder der sogenannten Familie um den verhinderten Rockmusiker Charles Manson fünf Menschen erstochen und erschossen, darunter die hochschwangere Sharon Tate, eine Schauspielerin und Ehefrau von Filmregisseur Roman Polanski. Einen Tag später ermordeten sie zwei weitere Menschen.

Laut "Hollywood Reporter" ist Tarantino bereits in Gesprächen mit Brad Pitt, der zuvor bei "Inglourious Basterds" mitgespielt hatte. Pitt könnte einen Polizisten spielen, der in dem Fall ermittelt. Auch Jennifer Lawrence soll für eine Rolle angefragt worden sein.

Der Dreh soll im Sommer 2018 beginnen. Das Skript hat Tarantino bereits fertiggestellt. Details sind aber noch größtenteils unbekannt. Ein Erzählstrang soll sich mit Sharon Tate beschäftigen.

Tarantino ist als Kino-Besessener bekannt, dessen Hauptinspiration vor allem Genrefilme sind, darunter B-Movies, Western und Martial-Arts-Filme. Gleichzeitig gilt er als Autorenfilmer, der seine Stoffe zu etwas ganz Eigenem formen und auf eine höhere Ebene heben kann. Das Kunstwort tarantinoesk ist Beleg dafür.

Mit historischen Vorgängen hatte der Regisseur sich auch früher schon beschäftigt: dem Zweiten Weltkrieg in "Inglourious Basterds" und dem Schicksal schwarzer Sklaven in "Django Unchained". Beide Filme blieben aber auch Hommagen an Filmgenres. Dass Tarantino nun über die Manson-Morde ein Doku-Drama dreht, ist schwer vorstellbar. Dass er die tragische wahre Geschichte mit einem B-Movie vermischt aber ebenso.

kae



insgesamt 21 Beiträge
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ambulans 12.07.2017
1. ich
vermisse noch bei der (z.zt. natürlich noch vorläufigen besetzungsliste) den namen von christoph waltz - damits auch für den dann dritten "oscar als bester nebendarsteller" reicht. compris?
susuki 12.07.2017
2. Wow, supper!
Das Ende der Hippy-Aera von Tarantino verfilmt! Viele Füsse, Drogen und freie Liebe. Healter Skelter, BeachBoys und Jesusliebe. Das wird ein Fest! deNiro als Manson Thurman also Atkins Frei!
Gprdon Shumway 12.07.2017
3.
Waltz wäre sicher kein schlechter Manson. Ob das Oscar Material ist, sei mal dahin gestellt. Vielleicht etwas "edgy" für die Academy.
Europa! 12.07.2017
4. Widerlich
Tarantino ist und bleibt unappetitlich. Er spekuliert mit der Sensationsgier des Publikums, schürt die Selbstgerechtigkeit der angeblich "Guten" und hat mit zur Verrohung auch der deutschen Gesellschaft wesentlich beigetragen. Das Thema ist nicht in guten Händen bei ihm.
luziferx 12.07.2017
5. Genie
Er ist ein Genie was das schreiben, drehen und besetzen von Filmen angeht. Ich bin skeptisch was ein Doku-Drama angeht aber mindestens genauso gespannt. Tarantino hat mich noch nie enttäuscht und immer wieder überrascht.
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