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Russland: "Borat" muss draußen bleiben

Über den Film "Borat" scheiden sich die Geister: Die einen schreien vor Lachen, die anderen vor Empörung - die Kontroverse um den satirischen Film zieht immer weitere Kreise. In Russland wurde dem Film jetzt die Vorführlizenz verweigert.

Moskau – Im Film blieb das Tor des Weißen Hauses für die Reporter-Figur "Borat" verschlossen. Jetzt verbietet ihm die russische Regierung komplett den Zutritt: Sie erteilte der Satire keine Vorführ-Lizenz. Ein Sprecher des Ministeriums für Kultur erklärte der BBC, dass der Film nicht gezeigt werden soll, weil er ethnische Gruppen und Religionen beleidigen könnte.

"Borat"-Darsteller Cohen: Auch das Weiße Haus ließ ihn nicht ein
REUTERS

"Borat"-Darsteller Cohen: Auch das Weiße Haus ließ ihn nicht ein

In "Borat" gibt sich der britische Schauspieler Sacha Baron Cohen als kasachischer Reporter aus, der angeblich vom Informationsministerium in die USA geschickt wurde, um seinen Landsleuten "kulturelle Lernung um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan" zu ermöglichen, wie es im Untertitel des Films heißt. Die Figur "Borat" hatte für Kontroversen gesorgt, weil sie reale Menschen mit rassistischen, sexistischen und antisemitischen Bemerkungen konfrontiert.

Kasachstan zeigte sich von der Satire wenig begeistert. Ein kasachischer Diplomat erklärte, dass sich die direkten Nachbarn und Verbündeten Russlands beleidigt fühlten, weil sie als gewalttätig, primitiv und repressiv dargestellt würden – dies sei völlig realitätsfern.

Offenbar teilen die Russen diese Meinung. Aus dem Ministerium für Kultur hieß es aber immerhin, die Filmemacher hätten das Recht, die Regierungsentscheidung anzufechten.

amg

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