Nachkriegsfilmstar Ruth Leuwerik ist tot

Sie brachte selbstbewusste Eleganz ins deutsche Kino der Nachkriegszeit: Ruth Leuwerik war der Star in Filmen wie "Königin Luise" oder "Rosen im Herbst". Jetzt ist die Schauspielerin im Alter von 91 Jahren gestorben.

Ruth Leuwerik 1957 in "Königin Luise": Idol einer Generation
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Ruth Leuwerik 1957 in "Königin Luise": Idol einer Generation


Die Schauspielerin Ruth Leuwerik ist tot. Der Fünfzigerjahrefilmstar starb am Dienstag mit 91 Jahren in München. Leuwerik wurde 1924 in Essen als Tochter eines Kaufmanns geboren. 1947 begann sie ihre Karriere am Theater, 1952 gelang ihr mit der Romanze "Vater braucht eine Frau" an der Seite von Dieter Borsche der Durchbruch beim Film.

Mit glamourösen Frauenrollen beeindruckte die Schauspielerin eine ganze Generation. Mit ihrem Filmpartner Borsche galt Leuwerik eine Zeit lang als Traumpaar des deutschsprachigen Kinos, neben Stars wie Maria Schell und O.W. Fischer oder Romy Schneider und Karlheinz Böhm.

Immer wieder gab sie aber auch den starken weiblichen Widerpart zu anderen männlichen Stars der Ära, etwa zu Curd Jürgens, O.W. Fischer und Heinz Rühmann.

Leuwerik drehte regelmäßig mit den großen deutschen Regisseuren der Nachkriegszeit, mit Helmut Käutner ("Das Haus in Montevideo", 1963) oder Wolfgang Liebeneier ("Königin Luise", 1957).

In den Sechzigern stockte ihre Karriere zunächst, bekam mit den Filmen über die Trapp-Familie aber wieder neuen Schwung: Leuwerik spielte hier eine Nonne, die sich um die Kinder eines verwitweten Barons kümmert. Die US-Version des Films, "The Sound of Music", wurde mit Julie Andrews in der Hauptrolle ein Welterfolg.

In den Sechzigerjahren zog sich Leuwerik mehr und mehr aus dem Filmgeschäft zurück. Erst 1970 kehrte sie nach längerer Pause vorübergehend auf die Leinwand zurück und drehte unter anderem 1971 den Film "Und Jimmy ging zum Regenbogen" und 1977 "Unordnung und frühes Leid". Einen letzten große Auftritt hatte sie 1979 in dem Fernsehmehrteiler "Die Buddenbrooks".

eth/dpa



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