Zach Braff, vielen TV-Zuschauern bekannt als John Michael "J. D." Dorian aus der humorigen Arztserie "Scrubs", sitzt an einem Küchentisch, im Hintergrund hängt ein Poster des melancholischen Films "Garden State"; das Regie-Debüt des Schauspielers. Braff fuchtelt mit den Armen, er schaut ernst in eine Kamera. Er spricht zu seinen Fans. Er hat eine Botschaft. Der US-Komiker will einen neuen Film machen, den er zusammen mit seinem Bruder geschrieben hat. Und weil Braff dabei keine Kompromisse eingehen will, braucht er Geld.
Deshalb hat Braff ein Video gedreht und auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter veröffentlicht. Innerhalb von nur zwei Tagen erhielt er von seinen Fans mehr als 1,7 Millionen Dollar. "Das ist wirklich verrückt", "Aus tiefstem Herzen: Ich bin sprachlos", twitterte der Schauspieler. Sein Plan ging also auf.
"Nachdem ich gesehen hatte, wie die wunderbaren "Veronica Mars"-Fans für ein Filmprojekt Geld gesammelt hatten, dachte ich, vielleicht kann das eine neue Art der Finanzierung für Regisseure sein, die kleinere und persönlichere Filme machen wollen, ohne auf ihre künstlerische Freiheit zu verzichten", sagt Braff.
Laut Kickstarter ist der "Veronica Mars"-Film das Projekt, für das Fans bisher am schnellsten eine Million Dollar zahlten. Die Serie lief von 2004 bis 2007 in den USA auf CBS, in Deutschland zeigte sie das ZDF. Bereits bei der Ausstrahlung wurde "Veronica Mars" für ihre Figurenzeichnung und die innovative Mischung aus Highschool-Serie, Krimi und Film Noir gefeiert.
Und nun also Braff. Der Schauspieler sucht mit seinem neuen Film "Wish I was there" den Anschluss an "Garden State" (2004), mit dem er die Unsicherheit verarbeitete, die man als Mitte-20-Jähriger halt so hat. "Garden State" sei nur von einem Menschen finanziert worden, der nicht einmal in der Unterhaltungsindustrie tätig gewesen sei, sagt Braff. "Einfach nur weil er 'Scrubs' mochte und an mich glaubte."
"Wish I was there" handelt von einem neuen Kapitel im Leben, von den Herausforderungen, denen sich Menschen in ihren Dreißigern stellen müssen. Es soll ein reiner, ein hundertprozentiger Braff-Film werden: "Ich habe das letzte Wort beim Schneiden und ich suche die Schauspieler aus", sagt Braff. Er will seine Fans nicht enttäuschen - und seine Fans enttäuschen ihn nicht.
kha
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