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"Scrubs"-Star: Fans sammeln Millionen für Zach-Braff-Film

Zach Braff: "Ich habe das letzte Wort beim Schneiden"Zur Großansicht
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Zach Braff: "Ich habe das letzte Wort beim Schneiden"

Zach Braff bittet via Kickstarter um Geld, um sein riskantes Filmprojekt über die Crowdfunding-Plattform zu finanzieren. Und der "Scrubs"-Star ist damit äußerst erfolgreich: 1,7 Millionen Dollar nach nur zwei Tagen. Die Fans wollen den reinen Braff. Dafür sind sie auch bereit zu bezahlen.

Zach Braff, vielen TV-Zuschauern bekannt als John Michael "J. D." Dorian aus der humorigen Arztserie "Scrubs", sitzt an einem Küchentisch, im Hintergrund hängt ein Poster des melancholischen Films "Garden State"; das Regie-Debüt des Schauspielers. Braff fuchtelt mit den Armen, er schaut ernst in eine Kamera. Er spricht zu seinen Fans. Er hat eine Botschaft. Der US-Komiker will einen neuen Film machen, den er zusammen mit seinem Bruder geschrieben hat. Und weil Braff dabei keine Kompromisse eingehen will, braucht er Geld.

Deshalb hat Braff ein Video gedreht und auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter veröffentlicht. Innerhalb von nur zwei Tagen erhielt er von seinen Fans mehr als 1,7 Millionen Dollar. "Das ist wirklich verrückt", "Aus tiefstem Herzen: Ich bin sprachlos", twitterte der Schauspieler. Sein Plan ging also auf.

"Nachdem ich gesehen hatte, wie die wunderbaren "Veronica Mars"-Fans für ein Filmprojekt Geld gesammelt hatten, dachte ich, vielleicht kann das eine neue Art der Finanzierung für Regisseure sein, die kleinere und persönlichere Filme machen wollen, ohne auf ihre künstlerische Freiheit zu verzichten", sagt Braff.

Laut Kickstarter ist der "Veronica Mars"-Film das Projekt, für das Fans bisher am schnellsten eine Million Dollar zahlten. Die Serie lief von 2004 bis 2007 in den USA auf CBS, in Deutschland zeigte sie das ZDF. Bereits bei der Ausstrahlung wurde "Veronica Mars" für ihre Figurenzeichnung und die innovative Mischung aus Highschool-Serie, Krimi und Film Noir gefeiert.

Und nun also Braff. Der Schauspieler sucht mit seinem neuen Film "Wish I was there" den Anschluss an "Garden State" (2004), mit dem er die Unsicherheit verarbeitete, die man als Mitte-20-Jähriger halt so hat. "Garden State" sei nur von einem Menschen finanziert worden, der nicht einmal in der Unterhaltungsindustrie tätig gewesen sei, sagt Braff. "Einfach nur weil er 'Scrubs' mochte und an mich glaubte."

"Wish I was there" handelt von einem neuen Kapitel im Leben, von den Herausforderungen, denen sich Menschen in ihren Dreißigern stellen müssen. Es soll ein reiner, ein hundertprozentiger Braff-Film werden: "Ich habe das letzte Wort beim Schneiden und ich suche die Schauspieler aus", sagt Braff. Er will seine Fans nicht enttäuschen - und seine Fans enttäuschen ihn nicht.

kha

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insgesamt 5 Beiträge
ivo2012 26.04.2013
...heißt: "WISH I WAS HERE". Und das Vorstellunsgvideo für das Projekt ist schon an sich dermaßen komisch!!!! xD http://www.kickstarter.com/projects/1869987317/wish-i-was-here-1
...heißt: "WISH I WAS HERE". Und das Vorstellunsgvideo für das Projekt ist schon an sich dermaßen komisch!!!! xD http://www.kickstarter.com/projects/1869987317/wish-i-was-here-1
silberwolf 26.04.2013
Zach Braff hat in späteren Scrubs-Folgen bis zu 350.000 Dollar pro Episode bekommen. D.h. er kann locker Multimillionär sein und trotzdem ist er für einen Film auf Spenden angewiesen? (Nicht falsch verstehn, ich find Garden State [...]
Zach Braff hat in späteren Scrubs-Folgen bis zu 350.000 Dollar pro Episode bekommen. D.h. er kann locker Multimillionär sein und trotzdem ist er für einen Film auf Spenden angewiesen? (Nicht falsch verstehn, ich find Garden State und Scrubs sehr gut)
Eckhard 27.04.2013
Nach "Stupid German Money" kommt die "More Stupid Crowd Money" bzw. "... Fan Money". Wie schon gesagt haben diese Leute genug Geld um diese "independent Filme" selbst zu finanzieren. Aber [...]
Nach "Stupid German Money" kommt die "More Stupid Crowd Money" bzw. "... Fan Money". Wie schon gesagt haben diese Leute genug Geld um diese "independent Filme" selbst zu finanzieren. Aber das Geld des Volkes ist unbegrenzt. Erinnert mich an Ansätze in der US-Wirtschaft. "Gier ist gut." Des Weiteren ist es möglicherweise ein abgekartertes Marketingspiel für den zukünftigen Film. Aber mal ganz abgesehen von meiner kritischen Perspektive, und unabhängig ob independent oder kommerziell: die Möglichkeit als Privatinvestor mit kleinst, kleineren und mittleren Beträgen in ein Film-Projekt zu investieren, dessen Story und Schauspieler man einsehen konnte um sich ein richtiges Bild zu machen um sich dann zu überlegen damit Gewinn zu machen, finde ich interessant. Aber in den aktuellen Fällen klingt es doch oft nach selbstverliebten, rot-grün utopischen Projekten, die gemeinerweise keine Geldgeber finden, weshalb der Bürger herhalten soll. Also etwas ganz anderes als was ich unterstützen wollen würde.
ColdDayInTheSun 27.04.2013
http://www.kickstarter.com/projects/1869987317/wish-i-was-here-1#faq_56282 Er schreibt ja selbst in einem Update bei den FAQs das er auch eigenes Geld einbringt, grade mit den Drehorten die er im Kopf hat, kann er aber wohl [...]
http://www.kickstarter.com/projects/1869987317/wish-i-was-here-1#faq_56282 Er schreibt ja selbst in einem Update bei den FAQs das er auch eigenes Geld einbringt, grade mit den Drehorten die er im Kopf hat, kann er aber wohl nicht alles alleine stemmen... es glaubt ja wohl niemand ernsthaft man könne mit 2 Millionen Dollar allein so einen Film machen... soweit ich ihn verstehe, geht es ihm beim Kickstarter Projekt um zweierlei Dinge... Geld zu haben um einige Sachen im Film "besser" darstellen zu können & aber auch Leuten das Gefühl zu geben daran teilhaben zu können... und persönlich finde ich dieses Gefühl mit einer überschaubaren Summe Teil von so etwas zu sein schön... die Vorstellung das evt. Garden State genauso entstanden wäre, den Film zu sehen & zu wissen das man einen kleinen Teil zu seiner Entstehung beigetragen zu haben... allerdings hatte Garden State für mich auch in einer schweren Zeit eine besondere Strahlkraft, vielleicht hängt man dann erst recht romantisch-verblendet an so einer Idee, die man schlichtweg schön finden will...
HerStephness 27.04.2013
... muss ja nicht zahlen. Ich finde die Idee außerordentlich gut. Allerdings binich auch bekennender Braff-Fan, nicht nur wegen seiner Schauspielerei, sondern auch wegen seines außerordentlich guten Musikgeschmacks, wie man sowohl [...]
... muss ja nicht zahlen. Ich finde die Idee außerordentlich gut. Allerdings binich auch bekennender Braff-Fan, nicht nur wegen seiner Schauspielerei, sondern auch wegen seines außerordentlich guten Musikgeschmacks, wie man sowohl in Scrubs als auch in Garden State sehen konnte. Den Soundtrack von GS halte ich für einen der besten Soundtracks überhaupt. Ist natürlich subjektiv. Mr gefällt die Idee aber auch, weil sich das ganze abseits vom Hollywood-Mob abspielt.
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  • Freitag, 26.04.2013 – 17:28 Uhr
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