"Searching for Sugar Man" Oscar-Gewinner Malik Bendjelloul ist tot

Im Dokumentarfilm "Searching for Sugar Man" erzählte Malik Bendjelloul die Geschichte des vergessenen Popstars Sixto Rodriguez - und wurde dafür mit dem Oscar ausgezeichnet. Jetzt ist der Regisseur im Alter von 36 Jahren gestorben.

REUTERS

Los Angeles/Stockholm - Der mit einem Oscar ausgezeichnete schwedische Dokumentarfilmer Malik Bendjelloul ist tot. Er sei am Dienstag in Stockholm tot aufgefunden worden, berichteten die schwedische Zeitung "Svenska Dagbladet" und das US-Kinoportal "Deadline.com".

Der Regisseur wurde 36 Jahre alt. Über die Todesursache gab es zunächst keine Angaben.

Bendjelloul hatte 2013 für den Film "Searching for Sugar Man" den Oscar für die beste Dokumentation gewonnen. Darin ging der Filmemacher der Geschichte des US-Folksängers Sixto Rodriguez nach. Der war in seiner Heimat weitgehend unbekannt, hatte aber in Südafrika mit seinen Alben in den Siebzigerjahren großen Erfolg - ohne davon zu erfahren. In Südafrika wiederum glaubten seine Hörer, er sei längst gestorben.

Fans spürten den verschollenen Musiker später in Detroit auf, wo der verarmte Rodriguez sich als Gelegenheitsarbeiter durchschlug. "Searching for Sugar Man" erzählt diese Suche auf mitreißende Weise nach. Der Film ist ein bewegendes, wahres Märchen aus der Popbranche, aber auch das beeindruckende Porträt eines äußerst charismatischen Musikers. Zwar hatte Rodriguez das Pech, mit seinem von Easy Listening beeinflussten Folk-Sound ein paar Jahre zu spät zu kommen - sein Comeback ein paar Jahrzehnte später war dafür umso beeindruckender.

Malik Bendjelloul war 1977 im südschwedischen Ystad als Sohn eines algerischen Vaters und einer schwedischen Mutter zur Welt gekommen. Auf den Stoff für seinen Dokumentarfilm kam er bei einer Reise nach Kapstadt.

"Ich habe nie zuvor eine derart emotionsgeladene, spektakuläre Geschichte gehört, mir stand vor Staunen der Mund offen", sagte er, nachdem er für die filmische Umsetzung eben dieser Geschichte den Oscar gewonnen hatte - und seine Zuschauer ebenso beeindruckt hatte, wie er es beim ersten Hören selbst war.

sha/dpa/afp



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