Sikh im Sicherheitscheck Airline entschuldigt sich für Turban-Kontrolle

Ein New Yorker Schauspieler ist mit seinem Turban nicht durch die Sicherheitskontrolle im mexikanischen Flughafen gekommen - und saß einen Tag lang fest. Dann reagierte die Airline.

Schauspieler und Designer Ahluwalia beim Filmfestival in Toronto: "Das würde ich in der Öffentlichkeit nicht tun"
REUTERS

Schauspieler und Designer Ahluwalia beim Filmfestival in Toronto: "Das würde ich in der Öffentlichkeit nicht tun"


Der amerikanisch-indische Schauspieler und Designer Waris Ahluwalia durfte nach eigenen Angaben wegen seines Turbans nicht in die USA fliegen. Ahluwalia, der in "Grand Budapest Hotel" und "Darjeeling Limited" mitspielte, gehört der aus Indien stammenden Glaubensgemeinschaft der Sikh an. Deswegen bedeckt er in der Öffentlichkeit sein Haar und schneidet seinen Bart nicht.

Im Fotodienst Instagram veröffentlichte Ahluwalia ein Bild, das ihn mit einem Flugticket der Fluggesellschaft Aeroméxico von Mexiko-Stadt nach New York zeigt. Darauf zu sehen: vier "S" für einen extra Sicherheitscheck. Dabei habe er sich geweigert, seinen Turban abzunehmen, sagte Ahluwalia der New Yorker Zeitung "Daily News". "Das würde ich in der Öffentlichkeit nicht tun", sagte er demnach. "Das ist vergleichbar mit der Bitte, die Kleidung auszuziehen."

In dem Moment sei er sehr aufgeregt gewesen, sagte er CNN, "ich hatte Angst, habe gezittert und konnte nicht sprechen".

Die Airline erklärte, sie befördere alle Passagiere, egal welcher Religion sie angehörten. Allerdings müsse sie sich bei Flügen in die Vereinigten Staaten an die Vorschriften der US-Flugsicherheitsbehörde halten. Dennoch entschuldigte sich die Fluggesellschaft bei Ahluwalia. Es tue ihr leid, dass er schlechte Erfahrung mit einem Sicherheitsmann habe machen müssen. Die Airline nehme dies zum Anlass, ihr Personal stärker zu sensibilisieren, teilte Aeroméxico mit.

Ahluwalia nahm die Entschuldigung am Dienstag an, berichtete "Daily News". Allerdings müsse nun auch für die Zukunft sichergestellt werden, dass solche Diskriminierungen aufgrund des Glaubens nicht mehr passierten.

Der 41-Jährige hatte angekündigt, so lange in Mexiko zu bleiben, bis er eine Entschuldigung bekomme. Die Nacht verbrachte er in Mexiko-City. Zuvor schrieb er noch: "Liebe NYC Fashion Week. Ich werde wohl ein bisschen später kommen (...). Startet die Show nicht ohne mich."

Seine Chancen stehen gut, dass er das Modeevent jetzt noch pünktlich erreicht: Die Shows starten erst am Mittwoch.

sun/dpa



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