Skurriler Rechtsstreit Harry Potter gegen Hari Puttar

"Hari Puttar"? Das klingt nach Harry Potter! Findet zumindest das US-Filmstudio Warner Bros. - und hat gegen den Titel dieses Bollywood-Films geklagt.


Hamburg - Wenn ein, sagen wir, Franzose den Namen Harry Potter ausspricht, könnte das ein wenig wie Hari Puttar klingen. Oder auch umgekehrt. Oder so ähnlich.

Dass eine Verwechslungsgefahr zwischen diesen beiden Namen besteht, befürchtet zumindest das US-Filmstudio Warner Bros. - und hat deshalb gegen einen indischen Film mit dem Titel "Hari Puttar" geklagt.

"Hari Puttar: A Comedy of Terrors" aus Bollywood: Zu viel Ähnlichkeit mit Harry?
AP / Mirchi Movies

"Hari Puttar: A Comedy of Terrors" aus Bollywood: Zu viel Ähnlichkeit mit Harry?

Die Bollywood-Komödie soll ab 12. September in den indischen Kinos laufen. Nach der ersten Gerichtsanhörung am Montag wurde der Prozess vertagt und soll am 2. September in Bombay fortgesetzt werden.

Die indischen Produzenten von Mirchi Movies geben sich ob der Klage gelassen: Ihr Film habe keine inhaltliche Übereinstimmung mit "Harry Potter", hieß es. Und für ihren Titel haben sie auch eine Erklärung: "Hari" sei ein geläufiger Name in Indien, und "Puttar" stehe in der Sprache des Punjab, einem Unionsstaat im Nordwesten des Landes, für das Wort Sohn.

Der Inhalt des indischen Films erinnert tatsächlich weniger an J.K. Rowlings Harry-Potter-Geschichten als an "Kevin - Allein zu Haus" aus dem Jahr 1990: In beiden Filmen wird ein kleiner Junge von seiner Familie zuhause vergessen und muss sich mit zwei Einbrechern auseinandersetzen, die er schließlich heldenhaft in die Flucht schlägt.

Andererseits ist bekannt, dass Bollywood gerne mal Ideen aus westlichen Filmen relativ frei verwendet. Erst vor kurzem hatte "God Tussi Great Ho" Schlagzeilen gemacht. Der Bollywood-Film ist ein indisches Remake von "Bruce Allmächtig" aus dem Jahr 2003 mit Jim Carrey in der Hauptrolle. In beiden Filmen hadert ein Fernsehmoderator mit Gott, den er für sein erfolgloses Berufs- und Liebesleben verantwortlich macht.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde der Film verboten. Grund dafür war allerdings kein Plagiatsvorwurf, sondern die Tatsache, dass Gott darin als Person auftritt - im Islam ist die bildliche Darstellung Gottes jedoch verboten. Die Medienwächter ordneten an, den Film aus den Kinoprogrammen zu nehmen, um nach eigener Aussage "die in der Gesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate verankerten religiösen Normen zu schützen".

bfr/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.