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04. Juni 2012, 13:14 Uhr

Box Office

Schneewittchen erschreckt die "Men in Black"

Sensationeller Start für Schneewittchens neue Abenteuer: "Snow White and the Huntsman" stürmt in den USA an die Spitze der Kinocharts und verdrängt damit "Men in Black 3". In Deutschland bleiben die Männer zwar vorn, aber die düstere Grimm-Adaption kommt ihnen auch hier ziemlich nahe.

Los Angeles/Hamburg - "The Avengers" ist inzwischen mit einem Gesamteinspiel von 552,7 Millionen Dollar in Nordamerika und 1,33 Milliarden weltweit der drittumsatzstärkste Film der Kinogeschichte. Doch dieser Erfolg überdeckt ein wenig, dass die anderen Blockbuster-Hoffnungen in diesem Frühsommer an den Kinokassen meist enttäuschten. Ein Außenseiter hat nun allerdings die Erwartungen übertroffen - der zweite Schneewittchen-Film des Jahres.

"Snow White and the Huntsman" heißt das Werk des bisher hauptsächlich als Werbefilmer aufgefallenen Regisseurs Rupert Sanders, dem das Kunststück gelungen ist, das Grimmsche Märchen nicht nur für junge Mädchen interessant zu machen, sondern auch für ein männliches und älteres Publikum. Das ergeben die Marktforschungszahlen des Filmstudios Universal, das sich über ein Startwochenende freuen durfte, an dem "Snow White and the Huntsman" 56,3 Millionen Dollar in den USA und Kanada einspielte und damit auf Platz eins der Kinocharts kam.

Während der im Februar angelaufene Schneewittchen-Film "Mirror Mirror" mit Julia Roberts als Königin den familienfreundlichen Märchenaspekt betonte, kommt "Snow White and the Huntsman" actionreicher daher. Der Jägersmann wird gespielt von "Thor"-Hauptdarsteller Chris Hemsworth - seine Rolle soll in einer bereits geplanten Fortsetzung ausgebaut werden. Um den Titel der Schönsten im ganzen Land konkurrieren Charlize Theron (als Königin) und Kristen Stewart, die mit ihrer ersten großen Hauptrolle außerhalb der "Twilight"-Saga einen möglicherweise karriereentscheidenden Erfolg verzeichnen kann.

Der Vorwochen-Spitzenreiter "Men in Black 3" hielt sich recht wacker, rutschte aber mit einem Einspielergebnis von 29,3 Millionen Dollar auf den zweiten Platz ab, vor den Marvel-Superhelden "The Avengers", die ihrer eindrucksvollen Bilanz weitere 20,3 Millionen Dollar hinzufügen konnten. Hinter den eher enttäuschend laufenden "Battleship" (4,8 Millionen) und "The Dictator" (4,7 Millionen) kommt die überraschend starke Komödie "The Best Exotic Marigold Hotel" über eine Gruppe britischer Rentner in Indien mit 4,6 Millionen Dollar auf den sechsten Platz in den USA.

In Deutschland konnte "Men in Black 3" seine Vorwochen-Position an der Spitze verteidigen. Es kamen sogar mehr Zuschauer in die Kinos als am sonnigen Pfingstwochenende, um Will Smith und Tommy Lee Jones beim Weltretten zuzuschauen: 448.000 waren es von Donnerstag bis Sonntag.

Doch auch im Heimatland der Märchenvorlage konnte die freie Schneewittchen-Adaption "Snow White and the Huntsman" ein großes Publikum anlocken: 388.000 Zuschauer sahen nach Angaben der Marktforscher von Media Control den Film mit Stewart, Hemsworth und Theron. Dahinter folgen dem Branchenblatt "Blickpunkt:Film" zufolge "Der Diktator" mit 165.000 Zuschauern und "Hanni & Nanni 2" mit 125.000 Kinobesuchern.

Weitere Neueinsteiger in die deutschen Top Ten: Die Teenager-Komödie "LOL" mit Miley Cyrus und Demi Moore als ihrer Mutter kommt mit 77.000 verkauften Tickets auf Rang fünf. Und der Actionreißer "Safe - Todsicher" mit Jason Statham schafft es mit etwa 50.000 Besuchern auf den neunten Platz

feb/AP/Reuters

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