Film über Han Solo Regisseure von "Star Wars"-Spinoff steigen aus

Mitten während der Dreharbeiten zum "Star Wars"-Spinoff über Han Solo hat sich Lucasfilm von den Regisseuren getrennt. Bereits seit Monaten soll es Streit gegeben haben.

Christopher Miller (l.), Phil Lord (Archivbild)
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Christopher Miller (l.), Phil Lord (Archivbild)


Der Schmuggler Han Solo ist einer der beliebtesten Charaktere im "Star Wars"-Universum. Umso größer war die Freude der Fans, als Disney einen eigenen Film über den Weltraumhelden ankündigte. Und die Erwartungen wurden noch größer, als Phil Lord und Christopher Miller ("Lego Movie", "21 Jump Street") als Regisseure gewonnen werden konnten.

Doch nun ist das Regie-Duo mitten in der Produktion ausgestiegen - oder gefeuert worden, je nach Sichtweise. Die Chefin der Produktionsfirma Lucasfilm, Kathleen Kennedy, nannte als Grund für die Trennung unterschiedliche kreative Visionen für den Film. Ein neuer Regisseur soll bald benannt werden.

Die Dreharbeiten für den Streifen, dessen Name noch unbekannt ist, liefen schon seit Januar. "Unglücklicherweise gingen unsere Vorstellungen nicht in die gleiche Richtung wie die unserer Partner", teilten Lord und Miller in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Für gewöhnlich seien sie keine Fans der Phrase "kreative Differenzen", in diesem Fall treffe sie jedoch zu. Lord und Miller genießen in Hollywood einen herausragenden Ruf, nachdem sie mit "21 Jump Street" und dem folgenden Sequel sowie "Lego Movie" große Erfolge gefeiert hatten.

Laut "Variety" habe es schon monatelang Konflikte zwischen den Regisseuren auf der einen Seite und Kennedy, weiteren Lucasfilm-Mitarbeitern und den Drehbuchautoren auf der anderen gegeben. Demnach hätten sich Lord und Miller mehr Freiheiten gewünscht, die Kennedy jedoch nicht gewährt habe. "Es war ein Aufeinanderprallen der Kulturen", zitiert die US-Zeitschrift eine Person, die mit der Produktion vertraut ist.

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Disney hält an Starttermin fest

Lord und Miller hätten nach ihren vorangegangenen Erfolgen offenbar erwartet, dass sie den Film auf ihre Weise drehen könnten. Doch Kennedy und Drehbuchautor Lawrence Kasdan sollen darauf bestanden haben, dass die Arbeit nach ihren Vorstellungen abzulaufen habe. Außerdem berichtet "Variety", dass Lucasfilm die Regisseure entlassen habe und diese keinesfalls freiwillig gegangen wären.

Der Film soll trotz des Regie-Wechsels im Mai 2018 in die Kinos kommen und das Leben des Schmugglers Han Solo im Alter von 18 bis 24 Jahren beleuchten. Er wird von Alden Ehrenreich verkörpert, Donald Glover spielt Solos Freund Lando Calrissian. Zur Besetzung gehören auch Woody Harrelson als Han Solos Mentor, Emilia Clarke und Thandie Newton. Auch Solos Co-Pilot Chewbacca wird in dem Film vorkommen.

Die Erwartungen an das Spinoff sind auch hoch, weil das Drehbuch von Lawrence Kasdan und dessen Sohn Jon geschrieben wurde. Kasdan war bereits an den "Star Wars"-Filmen "Das Imperium schlägt zurück", "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" und "Das Erwachen der Macht" als Autor beteiligt.

Der Film über Han Solo ist das zweite von bislang drei geplanten Spinoffs der "Star Wars"-Saga. Das erste war "Rogue One". Lucasfilm - und damit die Rechte an "Star Wars" - war 2012 von Disney für vier Milliarden Dollar gekauft worden. Damals wurde eine neue Trilogie geplant, die 2019 mit der insgesamt neunten Episode abgeschlossen werden soll. Bislang erschien ein Film dieser neuen Trilogie ("Das Erwachen der Macht"), der zweite ("Der letzte Jedi") soll im Dezember dieses Jahres in die Kinos kommen.

max/AP

insgesamt 25 Beiträge
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celebur.h 21.06.2017
1. Plural
Es sind die letzten Jedi
Vana 21.06.2017
2. Ehrlich gesagt bin ich erleichtert
Der Stil und Humor von 21 Jump Street und Star Wars sind eben auch zwei völlig unterschiedliche Dinge. Ich mochte The Lego Movie. Allerdings war der für Kinder und da war es nicht schlimm, dass er stellenweise sehr platt war. Mein sechsjähriger Neffe lacht sich immer noch schlapp, wenn man ihn fragt, wo seine Hosen sind. Aber 21 Jump Street war ähnlich platt. Derzeit ist brachial-Humor in. Und genau das hat unter anderem auch den neuen Ghostbusters-Film in die Knie gezwungen. Die Fans sind eher subtilen Humor gewöhnt und lieben diesen auch. Der Han Solo-Film sollte kein solcher Klamauk werden! Ich hoffe, sie finden nun einen passenden Regisseur, der Star Wars versteht.
The Restless 21.06.2017
3. Die könnten auch
einen weiteren Spin-off ins Auge fassen: Yoda in Meditation, während seines Exils auf dem Tropenplaneten.
noethlich 21.06.2017
4. Absolute Koryphäen
Sind sowohl Kennedy als auch Kasdan. Ich habe weder 21 Jump Street noch den Lego Movie gesehen. Beide sollen gut sein, aber Kennedy und Kasdan spielen auf ihrem Gebiet in einer Liga mit Spielberg und seinesgleichen. Vielleicht ist frischer Wind eine gute Idee, aber ich bin geneigt erstmal diesen großen Namen mehr zu vertrauen für die Weiterführung einer so bedeutenden Sage. Mir persönlich ist es eigentlich Schnuppe, ich mag Star Wars nicht besonders, aber die Leute wissen definitiv, was sie tun, die beide Regisseure haben da noch etwas mehr zu beweisen. Dass sie ihren eigenen Kopf haben, ist trotzdem ein gutes Zeichen, ich werde mir ihre Namen merken.
Hans_Suppengrün 21.06.2017
5.
Zitat von noethlichSind sowohl Kennedy als auch Kasdan. Ich habe weder 21 Jump Street noch den Lego Movie gesehen. Beide sollen gut sein, aber Kennedy und Kasdan spielen auf ihrem Gebiet in einer Liga mit Spielberg und seinesgleichen. Vielleicht ist frischer Wind eine gute Idee, aber ich bin geneigt erstmal diesen großen Namen mehr zu vertrauen für die Weiterführung einer so bedeutenden Sage. Mir persönlich ist es eigentlich Schnuppe, ich mag Star Wars nicht besonders, aber die Leute wissen definitiv, was sie tun, die beide Regisseure haben da noch etwas mehr zu beweisen. Dass sie ihren eigenen Kopf haben, ist trotzdem ein gutes Zeichen, ich werde mir ihre Namen merken.
Gareth Edwards hatte als Regisseur auch noch keine sooo lange Liste an Filmen, bevor ihm das StarWars-Spinoff "Rogue One" anvertraut wurde. Und der Film ist mehr als gut (nach dem letzten Sehen habe ich beschlossen, dass dies nun mein neuer Lieblings-StarWars ist). Ich glaube wichtiger als der Name des Regisseurs ist, ob er StarWars versteht und liebt. Denn nur dann wird das abschließende Produkt nahtlos ins StarWars-Universum passen. Und darauf kommt es schließlich an: Der Film darf nicht nur als Einzelstück funktionieren, sondern auch als ein einzelnes Kapitel einer größeren Geschichte.
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