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07. Mai 2012, 11:22 Uhr

Box Office

Überirdischer Start für "The Avengers"

Mehr bringt mehr: Die Versammlung populärer Marvel-Comic-Helden in "The Avengers" brachte dem Actionfilm den besten Startumsatz der US-Kinogeschichte ein: Mit 200 Millionen Dollar pulverisierten sie den bisherigen Rekord von "Harry Potter". In Deutschland aber hat "American Pie" mehr Zuschauer.

Los Angeles/Hamburg - Es war immer klar, dass "The Avengers" ein Blockbuster werden würde. Jahrelang wurde das Publikum auf das Gipfeltreffen der Comic-Helden vorbereitet; seit "Iron Man" im Jahre 2008 wurden immer wieder Hinweise in die Verfilmungen der Marvel-Superhelden-Geschichten gestreut, so dass die Erwartungen wuchsen und wuchsen. Doch ein solches Startwochenende ist trotzdem sensationell: 200,3 Millionen Dollar wurden von Freitag bis Sonntag an den nordamerikanischen Kinokassen mit Tickets für "The Avengers" umgesetzt - so viel wie noch nie zuvor für einen Film.

Der bisherige Rekordhalter "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2" spielte vor weniger als einem Jahr 169,2 Millionen Dollar ein - das klingt, als würden britische Internatsschüler gegen ausgewachsene Superhelden antreten. Selbstverständlich ist auch "The Hunger Games" als bisher am besten gestarteter Film des Jahres 2012 abgelöst.

Natürlich muss man bei solchen Rekorden immer auch im Blick behalten, dass die Ticketpreise im Laufe der Jahre deutlich angestiegen sind, erst recht durch die allfälligen 3-D-Zuschläge, die 52 Prozent der "Avengers"-Besucher am Wochenende zahlten. Aber dennoch: Legt man die durchschnittlichen Ticketpreise in den Veröffentlichungsjahren zugrunde, lagen bisherige Supererfolge wie "The Dark Knight" oder "Spider-Man 3" bei etwa 22 Millionen verkauften Karten am Wochenende - "The Avengers" müssten nach dieser Rechnung 25,6 Millionen Menschen gesehen haben.

Der Actionfilm von Joss Whedon ("Buffy") bekam ganz überwiegend sehr gute Kritiken, und das Staraufgebot war groß: Robert Downey Jr. (als Iron Man), Chris Evans (Captain America), Chris Hemsworth (Thor), Mark Ruffalo (Hulk), Scarlett Johansson (Black Widow), Jeremy Renner (Hawkeye) und Samuel L. Jackson (Nick Fury) kämpfen sich durch das Spektakel. Ihre Vollversammlung überrundete an nur einem Wochenende die Gesamtergebnisse von Marvel-Solofilmen wie "Thor", "Captain America" und "Hulk".

Für die Verleihfirma Disney ist der Supererfolg der Superhelden eine große Erleichterung, nachdem Disney im Frühjahr noch einen gewaltigen Flop mit "John Carter" erleben musste. In der Folge war Studiochef Rich Ross zurückgetreten.

Deutsche Kinogänger bevorzugen "American Pie"

Weltweit haben die "Avengers" nun 641,8 Millionen Dollar eingespielt. Natürlich führen sie in den meisten Ländern die Kinocharts an, und auch in Deutschland war die Comic-Verfilmung der umsatzstärkste Film des Wochenendes.

Doch werden in Deutschland die Zuschauerzahlen zur Ermittlung der Kinocharts herangezogen, und nach diesen lag, wie in der Vorwoche, wieder "American Pie: Das Klassentreffen" ganz vorn. Nach Angaben des Branchenblatts "Blickpunkt:Film" wollten 525.000 Kinogänger die Komödie mit Jason Biggs sehen. Für "The Avengers" konnten sich hingegen knapp 420.000 Besucher erwärmen - Platz zwei in Deutschland.

Bester Neustart des Wochenendes war auf Rang drei die Komödie "Project X", die von "Hangover"-Regisseur Todd Philipps produziert wurde - 115.000 Zuschauer. Hinter der viertplazierten Romanze "The Lucky One" schaffte es "Ziemlich beste Freunde" auch am 18. Kinowochenende unter die fünf beliebtesten Filme in Deutschland. Der Actionthriller "The Cold Light Of Day" mit Henry Cavill, Bruce Willis und Sigourney Weaver kam mit 44.000 Zuschauern auf Rang sechs. "Bel Ami" mit "Twilight"-Star Robert Pattinson verpasste hingegen mit 10.000 verkauften Tickets die Top Ten.

feb/dpa/AP/Reuters

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