Stauffenberg-Rolle Kretschmann stänkert gegen Tom Cruise

Der deutsche Schauspieler Thomas Kretschmann ist sauer auf Hollywoodstar Tom Cruise: Der US-Star hat dem 44-jährigen Deutschen die Filmrolle des Widerstandskämpfers Claus Schenk Graf von Stauffenberg weggeschnappt. Kretschmann nennt die Besetzung "lächerlich".


Berlin - Kretschmann, der in Hollywood wohnt, äußert sich in der "Welt am Sonntag" erstaunlich offen über das nicht unübliche Tauziehen um die besten Rollen: "Seit Wochen höre ich, alles ist klar. Ich hatte schon angefangen, mich einzuarbeiten, und dann, zwei Tage vor Vertragsabschluss, kommt Tom Cruise plötzlich aus dem Gebüsch und sagt 'Ich will Stauffenberg spielen'."

Thomas Kretschmann: Im Clinch mit Cruise
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Thomas Kretschmann: Im Clinch mit Cruise

"Ein absoluter Tiefschlag", klagte Kretschmann. "Die Rolle hat Chris McQuarrie für mich geschrieben." Mit der Produktionsfirma Warner klappte das Projekt nicht. Schließlich sei United Artists eingestiegen. Deren Leitung hatte Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) im vergangenen Jahr Tom Cruise und seiner Geschäftspartnerin Paula Wagner anvertraut, nachdem Cruise von Paramount die Kündigung erhalten hatte.

Er habe nichts gegen Cruise, sagte Kretschmann weiter. "Aber er ist der Inbegriff des modernen amerikanischen Actionkinos. Wenn ich mir den in deutscher Uniform mit Augenklappe vorstelle, finde ich das eher lächerlich." Er könne sich vorstellen, dass sich Tom Cruise erhoffe, mit dieser Rolle endlich einen Oscar zu gewinnen.

Kretschmann spielte unter anderem in einem Film über den verstorbenen Papst Johannes Paul II. sowie in einem offenbar vom Kannibalen-Fall in Rotenburg inspirierten Streifen mit. In wenigen Tagen ist er im Kinderfilm "Die wilden Hühner" in den deutschen Kinos zu sehen.



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