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Studenten-Oscar: Erneut ein deutscher Film nominiert

Im vergangenen Jahr konnte "Die rote Jacke" den Preis nach Deutschland holen, jetzt ist wieder ein deutscher Kurzfilm für den "Studenten-Oscar" nominiert. "Fragile" von Sikander Goldau konkurriert im Juni in Beverly Hills mit vier anderen Beiträgen. Bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen hatte man den Film nicht haben wollen.

Ein deutscher Jungfilmer von der Filmhochschule München ist unter den fünf Finalisten des diesjährigen Studenten-Oscars. Der Nachwuchs-Regisseur Sikander Goldau platzierte sich mit seinem Kurzspielfilm "Fragile" in der Endrunde für den "Honorary Foreign Film Student Award". Dies gab die Oscar-Akademie am Donnerstag in Beverly Hills (Kalifornien) bekannt. Sein 2003 entstandener Film sei bereits auf vielen Festivals im Ausland gezeigt, aber nicht für die gerade stattfindenden Kurzfilmtage in Oberhausen angenommen worden, sagte Goldau. Die anderen Finalisten kommen aus Russland, Dänemark und der Schweiz. Insgesamt hatten sich 39 Jungfilmer aus 23 Ländern um den Preis beworben. Die als Studenten-Oscar bekannte Auszeichnung für ausländische Jungfilmer wird am 13. Juni in Beverly Hills vergeben.

Goldaus 20-minütiger Film hat bereits mehrere internationale Preise gewonnen, darunter den Zuschauerpreis bei einem Kurzfilmfestival in Los Angeles. "Fragile" sei eine Parabel über das Abschiednehmen, den Tod und die Hoffnung auf ein Weiterleben danach, erklärte Goldau. Eine Frau kommt bei einem Autounfall ums Leben, sie kann aber in einer Art surrealer Rückblende von ihren Lieben - Kinder, Mutter und Ehemann - Abschied nehmen, ohne dass diese von ihrem Tod wissen.

"Wir sind sehr entspannt und haben den Film entsprechend auch gemacht, insofern betrachten wir jede Auszeichnung als Geschenk", sagte Goldau, der in Pakistan geboren wurde und bei deutschen Adoptiveltern in Friedrichshafen am Bodensee aufwuchs. Ohne die Förderung des bayerischen Film- und Fernsehfonds hätte er den 50.000 Euro teuren Film nicht machen können, sagte der jetzt in München lebende Jungfilmer dankbar. "Fragile" ist sein Abschlussfilm für die Münchner Filmhochschule, zwischenzeitlich hatte er als Zeichner für Film und Fernsehen gearbeitet.

Deutsche Jungfilmer hatten den Preis in den vergangenen Jahren mehrmals mit nach Hause gebracht. Der Hamburger Filmstudent Florian Baxmeyer gewann mit dem Film "Die rote Jacke" im Jahr 2003 die Auszeichnung. Sein Kurzfilm über einen Flüchtlingsjungen aus Sarajevo war in diesem Jahr auch für einen Oscar nominiert. 2000 erhielt der Jung-Regisseur Florian Gallenberger den Studenten-Oscar mit seinem Beitrag "Quiero Ser" und wurde für diesen Film bei der 73. Oscarzeremonie im März 2001 auch noch in der Kategorie "Live Action Short Films" mit der berühmten Statuette gewürdigt. Im Jahr davor hatte Marc-Andreas Bochert die Studenten-Trophäe von 1999 mit seinem Film "Kleingeld" gewonnen und wurde anschließend auch für einen Oscar in der gleichen Kurzfilm-Kategorie nominiert.

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